Kulturkommentar

„Warum A cappella in der deutschen Minderheit sehenswert ist “

Warum A cappella in der deutschen Minderheit sehenswert ist

Warum A cappella in der deutschen Minderheit sehenswert ist

Hanna Pauline Wetzel Portrait
Hanna Pauline Wetzel
Apenrade/Aabenraa
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Der Rock Pop Chor am Abend: Es ist bereits sein zweiter Auftritt an diesem Tag. Foto: Hanna Pauline Wetzel

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A cappella in der Minderheit? Für mich definitiv sehenswert. Vor allem aber auch, wenn eine der bekanntesten deutschen A-cappella-Bands in Nordschleswig auftritt. Was ich erlebt habe und warum der Abend so schön war – das könnt ihr hier genauer nachlesen.

Kurz vorab: Das Musikgenre A cappella begleitet mich bereits seit meiner Jugendzeit. Allein durch die Filme Freche Mädchen 2 oder Pitch Perfect. Umso schöner, dass ich vergangenes Wochenende das erste Mal den Rock Pop Chor von und mit Monika Merz und das anschließende Konzert mit Maybebop erleben konnte. Auch wenn ich nicht unbedingt die Zielgruppe von Maybebop bin – aber dazu später mehr.

Angefangen hatte alles mit meiner Vorab-Berichterstattung über den Rock Pop Chor mit Monika Merz. Insgesamt 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der deutschen Minderheit hatten sich letzten November zusammengefunden, um auf ein großes Ziel hinzuarbeiten: den Auftritt beim Deutschen Tag 2023 und einem späteren Konzert in Apenrade. Vier Lieder studierte der Chor ein – darunter auch ein gemeinsames Lied mit der deutschen A-cappella-Band Maybebop.

Aufgeregte Stimmung vor dem Konzert Foto: Hanna Pauline Wetzel

Spulen wir einmal zum Abend der Veranstaltung vor: Meine Begleitung für diesen Abend ist Donna. Sie ist genauso wie ich Praktikantin beim „Nordschleswiger“ und ebenfalls 22 Jahre jung. Als wir den Veranstaltungsort im Deutschen Gymnasium für Nordschleswig betreten, bin ich beeindruckt: Es ist ein heller moderner Raum, der gemütlich und einladen wirkt und mich vorwiegend mit dem hellen Holzfußboden und den stilvollen grauen Vorhängen überzeugen kann. In meiner alten Schule in Deutschland ein purer Luxus.

Wir sind schon recht spät dran, finden aber trotzdem noch Plätze, um nebeneinander sitzen zu können. Das Publikum um uns herum ist definitiv eine andere Altersgruppe – die meisten könnten tatsächlich vom Alter her meine Eltern sein (was nicht schlimm ist, nur wichtig, um den Gesamtzusammenhang zu verstehen).

Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr mit einer kleinen Einleitung von Monika Merz zu ihrem Rock Pop Chor, der deutschen Minderheit und ihrer Verbindung zu Maybebop. Und obwohl bei den kommenden drei Liedern nicht alles perfekt läuft – an ein, zwei Stellen hapert es ein wenig an der Harmonie des Ganzen, höre ich gern zu. Vor allem das Lied Lila Wolken hat es mir angetan, und immer wieder muss ich denken: Wow, und das haben sie innerhalb von sieben Chorproben auf die Beine gestellt.

Gute Stimmung und ein hervorragendes Bühnenprogramm bei Maybebop Foto: Hanna Pauline Wetzel

Für den Beitritt zum Chor ist keinerlei Vorerfahrung nötig: So gut wie alle müssen erst einmal ihren Klang finden, Lieder einstudieren, als Gruppe harmonieren und das alles innerhalb weniger Monate … Respekt! Der gemeinsame Song mit Maybebop rundet die Sache noch einmal ab und bietet vor allem einen Übergang zu dem weiteren Konzert, bei dem nun die vier Bandmitglieder von Maybebop auf der Bühne stehen werden.

Um uns herum scheinen die Leute vollkommen begeistert, und auch ich habe Spaß, auch wenn ich mich im Großteil nicht mit den Liedern von Maybebop identifizieren kann. Ich bin weder verheiratet noch habe ich Kinder oder eben das Leben, das die Band und ihr Publikum widerspiegeln. Trotzdem ist es ein unterhaltsamer Abend. Mein Sitznachbar fühlt den Humor der musikalischen Gruppe sehr. Ich höre öfter einmal ein „Genial!“ von ihm und natürlich den typischen Schenkelklopfer. Sobald ich mir nicht sicher bin, wie ich den Humor von Maybebop auffassen soll: Neben mir ist immer noch Donna. Wir schauen uns an und fangen wissend und verschwörerisch an zu grinsen, fast wie das auf Familienfesten eben so ist.

Einmal die Künstler treffen - ein schönes Erlebnis. Foto: Hanna Pauline Wetzel

Nach dem Konzert habe ich tatsächlich noch einmal die Gelegenheit, Maybebop zu treffen, so wie alle, die beim Konzert dabei waren. Mein Eindruck von Maybebop? Super süße Menschen, die wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben.

Mein Fazit also: Wenn sich solche Gelegenheiten in der Minderheit bieten und ihr vor allem noch Menschen auf der Bühne sehen könnt, die ihr kennt, dann lege ich euch ans Herz, das nächste Mal dabei zu sein. Und das ist schon am 3. Dezember beim Hjerternes Julekoncert, dem Weihnachtskonzert der Herzen, der Fall. Dort hat der Rock Pop Chor einen weiteren Auftritt – ob es danach für die Gruppe weitergeht, ist noch unklar. 

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