Kunst

Pinneberg feiert Jubiläum mit Koldingbildern

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Pinneberg
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Gammel Albo, Durchblick zum Fjord
Gammel Albo, Durchblick zum Fjord von Tobias Duwe. Foto: PR

Aus Anlass des 250. Jubiläums der Pinneberger Drostei, dem Kulturzentrum des Kreises, steht das gesamte Kulturprogram dort 2017 in Bezug zu den dänischen Wurzeln des Hauses. Denn die Droste, die dort einst residierten, waren seinerzeit Verwalter der dänischen Könige. Eine Ausstellung der Norddeutschen Realisten wird später auch in Hadersleben zu sehen sein.

Vergangenes Jahr hat das Kulturzentrum die Künstlergruppe der Norddeutschen Realisten zu einem Malsymposion nach Kolding eingeladen. Die rund 80 Koldingbilder werden ab dem 29. April erstmals in einer Doppelausstellung in der Drostei sowie im Kunstverein Elmshorn gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der durchgängig zweisprachig, deutsch und dänisch, ist. Auch die weiteren Ausstellungen in der Drostei haben einen Dänemarkbezug: Am 1. Juli eröffnet die 6. Regionalschau, zu der Künstler aus dem Pinneberger und Hamburger Raum sich bewerben sollen –  in diesem Jahr sind auch etliche Künstler von Flensburg Fjords Kunst und Kulturforening dabei. Im Anschluss wird die Ausstellung auch in Hadersleben gezeigt werden.

Eine dritte Ausstellung (ab dem 9. September) zeigt Kunst und Design von dänischen Künstlern.

Koldingbilder: Realistisch und doch ganz unterschiedlich

Die "Koldingbilder" der ersten Ausstellung sind die Werke von acht Künstlerinnen und Künstlern, die zu einem fünftägigen Mal-Symposion nach Kolding eingeladen wurden. Das Arbeiten in der Gruppe, mit der Staffelei unter freiem Himmel, sei charakteristisch für die Norddeutschen Realisten, schreibt die künstlerische Leiterin der Drostei, Stefanie Fricke.

Wobei der Begriff „Realisten“ täuschen mag, denn, schreibt sie, es gehe weniger um die Eins-zu-Eins-Wiedergabe der Motive, sondern vielmehr um die Abbildung von im Lichte des Augenblicks und individueller Wahrnehmung erscheinender Landschaft, Situation oder Szenerie.

Dieses Phänomen soll in der Ausstellung deutlich werden, wenn ganz offenbar mehrere Künstler dasselbe Motiv zur selben Zeit gewählt, dieses jedoch in ganz unterschiedlicher und persönlicher Weise umgesetzt haben. So wird der Besucher mehrere Arbeiten finden, in deren Zentrum das berühmte Koldinghus steht, ohne dass es aber wie eine Wiederholung anmutet.

Der Initiator und Impulsgeber der Künstlergruppe, Nikolaus Störtenbecker, formuliert das Phänomen so: „Gleiches Tun macht Unterschiede deutlich. Im Hinblick auf Originalität und Autonomie ist es offenbar gleichgültig, ob gegenständlich oder ungegenständlich gearbeitet wird“.

Cirka 80 Arbeiten sind in Kolding entstanden, die in der Drostei und im Torhaus erstmals öffentlich präsentiert werden. Ergänzt wird die Ausstellung durch kleine „Kabinette“, in denen die Künstler weitere Arbeiten zeigen.

Link zur Ausstellungsseite.

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