Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

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DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Lars Løkke Rasmussen besteigt Kristian Pihl Lorentzens "Pihle-Expressen" in Viborg. Foto: Morten Dueholm/Jysk Fynske Medier/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Brustkrebs-Skandal: Region und Chefs im Visier der Fahnder

Die Region Seeland sowie mehrere führende Mitarbeiter des Krankenhauses Ringsted werden seit Montag beschuldigt, für eine fehlerhafte Behandlung von Brustkrebspatienten verantwortlich zu sein. Ihnen wird vorgeworfen gegen das Strafgesetz sowie ihre ärztlichen Pflichten verstoßen zu haben. Das gab die Polizei von Südseeland und von Lolland-Falster in einer Pressemitteilung bekannt. Seit März ermittelt die Polizei in dem Fall. Bereits bei 304 Frauen konnte nachgewiesen werden, dass sie nicht ausreichend auf Brustkrebs untersucht wurden und verpflichtende Ultraschall-Untersuchungen ausblieben. Bei Nachuntersuchungen wurde bei einigen der Frauen schließlich doch Brustkrebs festgestellt. Wie viele Personen im Visier der Fahnder stehen, wollten sie derzeit noch nicht bekannt geben.

Stram Kurs findet Kandidaten für Südjütland

Rasmus Paludans islamfeindliche Partei Stram Kurs hat einen Kandidaten für Südjütland gefunden. Wie die Partei mitteilt, handelt es sich um den Justizmitarbeiter Carsten Normann Munk aus Nordjütland. Dies berichtet die Zeitung „Jydske Vestkysten“. Der Zeitung zufolge hat sich Munk selbst ins Gespräch gebracht, nachdem der Provokationskünstler Uwe Max Jensen seine Kandidatur für Stram Kurs in Nordjütland bekanntgegeben hatte. Munk hat nach eigener Aussage Familienbande nach Südjütland. Wie die Zeitung berichtet, ist Munk mit einer Frau von den Philippinen verheiratet, der es – geht es nach Stram Kurs – verboten werden soll, sich in Dänemark aufzuhalten. Der Gefängniswärter hatte in der Vergangenheit erfolglos in Kommunalwahlen versucht, ein Mandat für die Parteien Neue Bürgerliche bzw. Dänische Volkspartei zu erhalten.

Sozialdemokraten wollen Ausgaben für Berater begrenzen

Die Sozialdemokraten wollen die Ausgaben der öffentlichen Hand für Berater aus der Privatwirtschaft begrenzen. Dies teilte die Partei am Montag mit. Der Vorschlag ist Teil eines Wohlfahrtsvorschlags der Partei, der im Laufe des Montags von den Sozialdemokraten präsentiert wird. Laut Sozialdemokraten könnten 3 Milliarden Kronen eingespart werden, die der Wohlfahrt zugutekommen sollen. Selbstverständlich gebe es einen Bedarf an externen Beratern, so die Parteivorsitzende Mette Frederiksen, die öffentliche Hand habe aber viele gut ausgebildete Mitarbeiter, die einige Aufgaben der Berater übernehmen könnten. Die Partei Venstre zeigt sich offen für den Vorschlag.

Zündender Wahlkampf

Eine Wahlkampfaktion der Partei Venstre hat zu einigen Bränden in der Natur geführt. Wie die Polizei im regionalen Fernsehsender TV Midtvest erläuterte, hatte der verkehrspolitische Sprecher der Partei, Kristian Pihl Lorentzen, eine Dampflok geliehen, um mit weiteren Politikern Wahlkampf im Landesteil zu machen. Wie Wachleiter Henrik Nielsen im Sender erklärte, seien zehn Hinweise auf Brände eingegangen, vermutlich ausgelöst durch Funkenflug aus dem Schornstein des Dampfrosses. Nielsen zufolge waren die Brände nicht besonders groß, solche Art von Bränden könnten aber groß werden, blieben sie unentdeckt. Wahlkämpfer Lorentzen sagte, er habe nicht vorgehabt, Feuer zu legen, nannte die Angelegenheit „ärgerlich“ und verwies auf behördliche Genehmigungen.

Sozialdemokraten wollen Rentenalter anheben

Sollten die Sozialdemokraten eine Regierung anführen, will die Partei bereits im kommenden Jahr das Rentenalter anheben. Mattias Tesfaye (Sozialdemokraten) bestätigte dies gegenüber der Zeitung „Berlingske“. Grundlage des Vorhabens ist die Wohlfahrtsabsprache (velfærdsaftalen) von 2006, nach der das dänische Parlament alle fünf Jahre entscheiden muss, ob das Rentenalter angehoben wird – als Folge der steigenden Lebenserwartung. Laut Absprache darf das Rentenalter nur um maximal ein Jahr pro Entscheid angehoben werden mit einem Zeitraum von 15 Jahren bis zum Inkrafttreten. Pernille Skipper, politische Sprecherin der Einheitsliste, führt an, die Berechnungen hinter der Absprache seien unsicher, zudem sei es vollkommen unrealistisch zu denken, Menschen könnten bis in ihre 70er Lebensjahre arbeiten. Das letzte Mal wurde die Anhebung 2015 beschlossen – um ein Jahr ab 2030, 2020 ist es somit laut Turnus wieder soweit.

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C. O.
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Gemeinsinn statt Hygge“