Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Tobias Kleinschmidt/DPA

Schärfere Regeln für sexuelle Belästigung, Kritik am verordneten Händedruck, auch Dänen vom Hackerangriff auf British Airways betroffen und EU-Mitgliedsbeitrag steigt: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick

Thunfische im Visier der dänischen Fischerei

In dänischen Gewässern sind wieder Thunfische unterwegs. Im Skagerrak haben Fischer im Auftrag der Wissenschaft zahlreiche große Exemplare gefangen – und wieder freigelassen, berichtet Politiken. Die dänischen Fischer wollen sie am liebsten so bald wie möglich fangen – und die Regierung macht bereits Druck bei der EU. Schließlich bringt ein großer Thunfisch alleine bis zu 100.000 Kronen auf dem internationalen Markt.

Polizisten wegen Diebstahls verurteilt

Ein 46-jähriger Polizist muss für sechs Monate ins Gefängnis, weil er nach Auffassung des Kopenhagener Stadtgerichts Designerlampen im Wert von 310.000 Kronen aus dem Kopenhagener Polizeipräsidium gestohlen hat. Der Richter kam zu dem Schluss, dass es nachgewiesen ist, dass der Beamte, der rund 20 Jahre im Polizeidienst ist, die kostbaren Aage Rafn-Lampen gestohlen hat.

Drei weitere Männer waren angeklagt, darunter ein 62-jähriger ehemaliger Kollege des Polizisten. Er wurde zu 40 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt. Die beiden anderen Mitangeklagten bekamen Strafen von jeweils 60 Tagen Haft auf Bewährung, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Zwei Milliarden mehr Mitgliedsbeitrag

Dem Haushaltsvorschlag der Regierung nach steigt der EU-Mitgliedsbeitrag Dänemarks um zwei Milliarden Kronen von 17,7 auf 19,7 Milliarden Kronen. Dies berichtet Altinget. Der Beitrag richtet sich nach dem allgemeinen Wohlstand eines Landes und den geschätzten Steuereinnahmen. Hinzu kommen noch Zolleinnahmen, die Dänemark für die EU eingezogen hat, sodass Dänemark voraussichtlich 22,3 Milliarden Kronen überweisen wird. Altinget zufolge ist der Sprung von zwei Milliarden Kronen darauf zurückzuführen, dass die EU mit einem über sieben Jahre laufenden Budget arbeitet und viele Projekte, die vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurden, nun am Ende des Rechnungsintervalls bezahlt werden müssen.

Hackerangriff auf British Airways betrifft auch Dänen

Bei einem Hackerangriff auf die Fluggesellschaft British Airways haben die Täter 380.000 sensible Daten von Kreditkarten gestohlen. Dies teilt die Zahlungsdienstleister Nets mit. Es seien viele Anfragen von Dänen eingegangen, die berichteten, British Airways habe ihnen mitgeteilt, dass ihre Kreditkarte höchstwahrscheinlich gehackt wurde. Nets will die Karten in Zusammenarbeit mit den betreffenden Banken austauschen. Wie viele dänische Staatsbürger betroffen sind, konnte Nets noch nicht sagen. British Airways hatte am Donnerstag bekannt gemacht, dass zwischen dem 21. August und 5. September die Daten vieler Kreditkarten gestohlen wurden. Es seien aber keine Daten über Reiseziele oder Passnummern entwendet worden.

Unternehmen suchen Mitarbeiter in hoher Zahl

Laut Danmarks Statistik ist die Zahl der Stellenanzeigen, die Unternehmen der Privatwirtschaft schalteten, auf 32.600 im zweiten Quartal gestiegen. Die Zahl der offenen Stellen befindet sich somit auf einem historisch betrachtet hohen Niveau. Der Branchenorganisation Dansk Industri (DI) nach haben die Unternehmen es landesweit schwer, offene Stellen zu besetzen. Konsequenz daraus sei, dass jedes zehnte Unternehmen Aufträge nicht annehmen könne, und Dänemark damit Wachstum und Wohlstand verliere, mahnt DI.

Regierung: Lockerer Umgangston entschuldigt sexuelle Belästigung nicht

Im Zuge der weltweiten MeToo-Kampagne will die dänische Regierung die Regeln für sexuelle Belästigung verschärfen, berichtet Politiken. So soll ein lockerer Ton am Arbeitsplatz keine Erklärung oder Entschuldigung mehr für sexuelle Belästigung sein. Zudem soll die Entschädigung von 25.000 Kronen auf 33.000 Kronen angehoben werden. Die Regierung strebt zudem an, im Gleichstellungsgesetz festzusetzen, dass gleiche Arbeitsbedingungen auch ein Verbot von sexueller Belästigung bedeuten. Die Dänische Volkspartei unterstützt den Vorstoß, die Sozialdemokraten fordern eine höhere Entschädigung. Auch die Gewerkschaft Djøf signalisiert Unterstützung, regt aber auch eine höhere Zahlung an.

Weitere Kritik zum verordneten Händedruck

Der Vorschlag der Regierung, Ausländern per Gesetz einen besiegelnden Händedruck abzuverlangen, wenn diese die dänische Staatsbürgerschaft annehmen, stößt bei zwei politischen Sprechern der Regierungspartei Venstre auf Kritik. Dies berichtet Berlingske. Zuvor hatten bereits einige Venstre-Bürgermeister den Vorstoß kritisiert. Trotz ihrer Einstellung zum Thema wollen die von Berlingske befragten Parteisprecher aber für das Gesetz stimmen.

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