Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Invasion im Krebsgang

Ende Januar hat ein Bürger einen Marmorkrebs in der Karup Å in Skive gefunden und beim örtlichen Aquarium abgegeben. Laut Umweltbehörde ein Vorbildliches Vorgehen – aber keine gute Nachricht: Die Tierchen sind invasiv, selbstbefruchtend, äußerst zäh und: Sie können die Krebspest mitbringen. In der Behörde herrscht nun Sorge um den dänischen Flusskrebs. Wie verbreitet der Krebs bereits in Dänemark ist, soll nun herausgefunden werden – es gab bereits einige Sichtungen, die jedoch nicht bestätigt werden konnten. Die Tiere sind beliebte Aquarienbewohner und stammen aus den USA.

Der Marmorkrebs, der die Umweltbehörde beunruhigt. Foto: Michael Hansen / AQUA Akvarium & Dyrepark / Ritzau Scanpix

Die Börse am Donnerstag

Lundbecks gescheiterter Versuch mit Brexpiprazol ließ das Papier um 1,5 Prozent an Wert auf 283 Kronen verlieren. Auch Schmuckanbieter Pandora verlor zunächst deutlich an Wert, weil es noch immer keinen neuen Chef zu vermelden gab. Doch als der Name Alexander Lacik bekannt wurde, ging es noch auf 336,6 Kronen herauf (+0,7 Prozent). Der C25 schloss bei 1.083,61 (+0,7 Prozent).

Dänische Kreuzfahrerbranche steuert auf Rekordjahr zu

2019 wird ein neues Rekordjahr in Sachen Kreuzfahrtpassagiere in Dänemark. Mehr als 1,2 Millionen Gäste werden in den Häfen erwartet. Die wichtigste Anlaufstelle ist dabei neben Skagen im Norden und Rønne im Osten weiterhin die Hauptstadt Kopenhagen. Alleine dort wird dieses Jahr mit 158 Schiffsanläufen gerechnet. Insgesamt geht die Kreuzfahrerbranche laut der Nachrichtenagentur Ritzau von einem Umsatz von circa 1,6 Milliarden Kronen und 2.200 neuen Vollzeitjobs in 2019 aus.

Zu langsam: Eva Kjer droht parlamentarischer Rüffel

Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) steht kurz davor, einen politischen Rüffel (næse) zu erhalten. Aus Sicht der Dänischen Volkspartei und der Sozialdemokraten lässt sie sich zu viel Zeit damit, die Quoten für das Fangen von Muscheln und Austern zu verringern. Sie soll eine parlamentarische Rüge dafür bekommen, das sie „eingeschlafen" ist, so die Forderung. An einem neuen Gesetz zu arbeiten, müsse deutlich schneller gehen, so der Sprecher für Fischereipolitik von DF, Ib Poulsen, zu TV Midtvest. Die Ministerin selbst weist die Kritik zurück. Es wird erwartet, dass auch die Einheitsliste und die Sozialistische Volkspartei sich dem Beschluss für eine Rüge anschließen werden.

Trotz Jobrekord: Drei Branchen mit weniger Mitarbeitern

Obwohl im vergangenen Jahr die Zahl der Arbeitsplätze alle Rekorde knackte, gibt es derzeit in der Industrie, in der Baubranche und in der Finanz- und Versicherungsbranche, verglichen mit 2008, weniger Angestellte. Das zeigen neue Zahlen des Beschäftigungsministeriums. Insbesondere in der Industrie ist die Zahl zwischen 2008 und 2018 um 70.411 Mitarbeiter gesunken. Laut Morten Granzau Nielsen, Chefökonom beim Arbeitgeberverband Dansk Industri (DI), spielt die Finanzkrise dabei eine entscheidende Rolle. Diese habe Unternehmen dazu gezwungen, viele Mitarbeiter zu entlassen. Zudem habe auch die Automatisierung einen Einfluss auf die Mitarbeiterzahlen gehabt. „Die Industrie ist eine der effizientesten Branchen und kann leichtfertig neue Technologien in den Arbeitsalltag integrieren. Das bedeutet, dass man zunehmend die gleichen Produktionsmengen mit immer weniger werdenden Mitarbeitern schaffen kann“, so Nielsen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Auch vergessen? Heute ist Valentinstag

Trotz einer gehörigen Skepsis und möglicherweise auch einer vorsätzlichen Vergesslichkeit gegenüber neuen – insbesondere amerikanischen – Traditionen, haben die dänischen Bürger den Valentinstag liebgewonnen. Vorwiegend junge Leute und frisch Verliebte feiern den Tag mit einem Kinobesuch, Blumen oder einem liebevollen Abendessen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Britta Nielsens Tochter konkurs

Die Tochter von Britta Nielsen, die des Schwindels mit staatlichen Geldern in Höhe von 111 Millionen Kronen angeklagten ist, muss Insolvenz anmelden. Das berichtet die Tageszeitung Jyllands-Posten. Nadia Samina Hayat hatte über mehrere Jahre Geld von Ihrer Mutter für die Finanzierung von Pferden und Unternehmen in Deutschland und den Niederlanden bekommen. Weil sie das Geld nicht zurückzahlen konnte, wurde sie vom Kurator für zahlungsunfähig erklärt, so Jyllands-Posten.

DF: Physiotherapie ohne ärztliche Bescheinigung

Patienten sollen direkt zur Behandlung zu einem Physiotherapeuten gehen können – und das mit einem öffentlichen Zuschuss und ohne ärztliche Bescheinigung. Das fordert die Dänische Volkspartei kurz vor den Verhandlungen zu einer neuen Gesundheitsreform in der kommenden Woche, berichtet die Tageszeitung Politiken.

Kürzere Arbeitstage teuer für Staatskasse

Der steigende Wunsch dänischer Arbeitnehmer nach mehr Teilzeitarbeit, mehr Urlaub und einem frühen Feierabend wird laut neuesten Berechnungen der Denkfabrik Kraka bis 2040 eine typische Arbeitswoche um zwei Stunden verkürzen. Diese Tendenz kann das dänische Bruttonationalprodukt um fünf Prozent reduzieren und die öffentlichen Finanzen um 50 Milliarden Kronen senken, berichtet die Wirtschaftszeitung Finans. Seit 1970 ist die Zahl der jährlichen Arbeitsstunden pro Kopf von 1.850 auf 1.410 Stunden in 2018 gesunken.

Steuerbetrug am Facebook-Bau

Am Mittwoch berichtete das Gewerkschaftsmagazin Fagbladet 3F über Hungerlöhne für Bauarbeiter, die derzeit das Facebook-Datencenter bei Odense bauen. Nun wird zudem noch der Vorwurf erhoben, dass auch mit Steuern betrogen wurde. Dabei dreht es sich um das Unternehmen Tag og Facade DK. Das Unternehmen hatte am vergangenen Freitag in einer Vereinbarung mit 3F Lohndumping in Höhe von 6,8 Millionen Kronen gestanden, die nun nachgezahlt werden müssen. Doch die Lohnzettel und Kontoauszüge einiger Bauarbeiter weisen zudem auf, dass ein Teil ihres Lohns in Dänemark nicht versteuert wurde. Dabei dreht es sich insbesondere um die Überstunden der Bauarbeiter, die an ausländische Konten ausgezahlt wurden, so 3F.

Mehr lesen