Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Roland Weihrauch/dpa (Symbolfoto)

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Løkke reist nach Marrakesch

Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen hat sich dazu entschieden, persönlich nach Marokko zu reisen, um am UN-Migrationsgipfel teilzunehmen und den Migrationspakt für Dänemark zu unterzeichnen. „Die UN-Erklärung ist ein Symbol dafür, ob man Teil einer internationalen Gemeinschaft sein will oder nicht und ich freue mich, dass eine breite Mehrheit im Folketing bei der Debatte am Mittwoch klare Unterstützung dafür signalisiert hat, dass Dänemark sich der Erklärung anschließt“, so Løkke in einer Pressemitteilung am Donnerstagabend. „Grenzüberschreitende Probleme verlangen grenzüberschreitende Zusammenarbeit – nicht Isolation“, so Løkke weiter.

Studierende gegen kürzere Studiengänge

Die Vorsitzende des Studierendenverbandes DSF, Sana Mahin Doost, ist um die Qualität der dänischen Studiengänge besorgt, nachdem das Folketing am Donnerstag einhellig entschieden hat, einjährige Aufbaustudiengänge zuzulassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.
„Es wirkt merkwürdig, etwas zu machen, das niemand nachfragt und das zudem bedeutet, dass einige weniger Ausbildung bekommen werden“, sagt sie. Auch der Chef des Universitätsverbandes DU, Jesper Langergaard, kritisiert die Regelung – trotz für die Unis lukrativer Boni – als „nicht das, was die Wirtschaft nachfragt“.

S will volle Kontrolle

Die Sozialdemokraten im Folketing wollen die Möglichkeit wieder einführen, dass die Steuerbehörde Skat auf Privatgrundstücken kontrolliert. Diese hat die Regierung 2015 abgeschafft. Seither ist die Schwarzarbeit laut Analyse der Rockwool-Stiftung stark angestiegen. Venstre bezweifelt laut Nachrichtenagentur Ritzau.einen Zusammenhang.

Die Börse am Donnerstag

Wie schon in den vergangenen Tagen hat das Weltgeschehen auf dem virtuellen Kopenhagener Parkett weniger für Wirbel gesorgt, als anderswo. Der C25-Index fiel um lediglich 2,0 Prozent auf 1.024,85. Allerdings erwischte es das Schwergewicht, die Mærsk B-Aktie, schwer. Sie verlor 4,7 Prozent auf 8.760 Kronen. Die Sorge um den Welthandel angesichts neuer amerikanisch-chinesischer Krisenmeldungen wiegt schwer.

EU-Innenministertreffen: Frontex-Aufstockung unrealistisch

Am Donnerstag, 6. Dezember, haben sich in Brüssel die EU-Innenminister getroffen. Auf der Agenda standen die Themen Asylpolitik und Migration. Die Minister befassten sich in diesem Zusammenhang auch mit dem Ausbau der Grenzschutzbehörde Frontex. Der Zeitung Welt zufolge stellte der österreichische EU-Vorsitz fest, dass ein Aufstocken der europäischen Grenzschutzbehörde um 10.000 Beamte bis 2020 nicht machbar ist. Die Zahl hatte die EU-Kommission vorgeschlagen. Nun wird nach einem Kompromiss gesucht.

Wasserverbrauch in Dänemark fällt

Der Wasserverbrauch dänischer Bürger fällt kontinuierlich, und das seit nunmehr 30 Jahren. Das berichtet die Interessenorganisation der Wasserversorger Danva in einer Pressemitteilung. So lag der Verbrauch pro Kopf vor 20 Jahren noch bei 200 Litern Wasser. 2017 ist er auf 103 Liter geschrumpft. Trotz der guten Zahlen ist es in diesem Jahr schwer, ein solches Niveau zu halten, erklärt Danva Direktor Carl-Emil Larsen. „Aufgrund des historisch trockenen Sommers berichten viele Wasserwerke von einem steigenden Verbrauch“, so Larsen.

Steigende Zahl von freien Stellen

Die Zahl der Stellenausschreibungen in Dänemark ist rekordhoch. Allein im privaten Sektor ist die Zahl im dritten Quartal um 3.000 Stellen auf 35.800 gestiegen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde. Damit sind rund 2,1 Prozent aller Stellen nicht besetzt. Für den Direktor des Arbeitgeberverbandes Dansk Industri, Steen Nielsen, ist das ein Zeichen, dass die dänische Wirtschaft gut läuft. Zugleich macht er sich um die fehlenden Arbeitskräfte in den Unternehmen Sorgen. „Das ist ein sehr hoher Anstieg in der Zahl der freien Stellen. Das zeigt uns, dass es für Unternehmen schwerer geworden ist, die richtigen Mitarbeiter zu finden“, so Nielsen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

UN: Insel-Pläne sehr besorgniserregend

„Ich mache mir ernsthafte Sorgen über die Pläne der dänischen Regierung“, erklärt die UN-Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, zum Vorhaben, kriminelle ausgewiesene Ausländer auf einer kleinen Insel zu sammeln.

Immobilien: Preise für Wohnungen fallen

In den vergangenen Jahren sind die Immobilienpreise in Dänemark stetig gestiegen. Doch damit ist jetzt Schluss. Im September fielen die Preise um 1,4 Prozent für ein Haus und 0,4 Prozent für eine Eigentumswohnung. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde. Insbesondere bei den Eigentumswohnungen wird sich der Markt nun normalisieren, schätzt die Chefanalytikerin bei Nordea, Lise Nytoft Bergmann. „Die lukrativen Jahre bei den Eigentumswohnungen sind vorüber. Die hohen Preise der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass immer weniger sich eine Wohnung leisten können“, so Bergmann zur Nachrichtenagentur Ritzau. Anders sieht es ihr zufolge bei den Häusern aus. Dort schätzt sie, dass der fallende Preis nur vorübergehend ist. Insgesamt wurden im September 3.936 Häuser und 1.381 Eigentumswohnungen verkauft.

500 Geschäfte: Netto erreicht Meilenstein

Am Donnerstag wird ein neues Kapitel in der 37-jährigen Geschichte des dänischen Supermarkt-Discounters Netto geschrieben. Der Discounter eröffnet seinen 500. Laden in Dänemark, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Das Jubiläumsgeschäft ist in Kopenhagen in der Carlsbergstadt angesiedelt. „Das ist ein Meilenstein für uns. 1981 hatte sich wahrscheinlich keiner vorstellen können, dass wir nach 37 Jahren mit 500 Geschäften dastehen würden“, erklärt Netto-Direktor Michael Løve.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Schöne Zahlen“