Dänische Skateboardmeisterschaft

Street Dome: Junge Talente rollen um Platzierungen

Street Dome: Junge Talente rollen um Platzierungen

Street Dome: Junge Talente rollen um Platzierungen

Hadersleben/Haderslev
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Junge skatet
Kim Strær (l.) moderierte die diesjährigen Dänische Skateboardmeisterschaften der U15 in Hadersleben. Foto: StreetDome Haderslev

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Am vergangenem Sonnabend fanden in Hadersleben die Dänischen Skateboardmeisterschaften der U15 statt. Neben dem entfachten Kampfgeist war vor allem eine Menge Spaß dabei. Eine junge Kopenhagenerin überzeugte mit ihrem Können und zeigte dabei, dass Mädchen und Frauen schon längst im Straßensport angekommen sind.

Isabelle Bourraux steht am Rande der Bowl, so nennt sich die Einbuchtung, in der die jungen Skateboarderinnen und Skateboarder am Sonnabend ihr Können bei den Dänischen Meisterschaften im Skateboarden unter Beweis stellen.

Ihren Kopf schützt ein dicker Helm, ihr Blick ist nach unten gerichtet, konzentriert fixiert sie eine feste Stelle in der Bowl und horcht auf das Startsignal. Als dieses erklingt, legt sie los und der Jubel hört bei ihrer starken Performance gar nicht erst auf. Es ist kein Wunder, dass Isabelle an diesem Tag den ersten Platz macht.

Isabelle skatet sich zum Sieg

Isabelle ist zwölf Jahre alt und kommt aus Kopenhagen. Für die Meisterschaft ist sie nach Hadersleben gekommen. Im Gepäck hat sie neben ihrem Talent sportliche Ziele für die Zukunft: „Irgendwann habe ich mit dem Skaten angefangen, eher um mit meinen Freundinnen zusammen zu sein. Mir machte es aber so großen Spaß, dass ich anfing, an Wettbewerben teilzunehmen. Erst national. Aber ich möchte auch gerne international fahren.“

Ihrem Traum ist Isabelle nach diesem Wochenende wohl etwas näher gekommen, denn die junge Kopenhagenerin hat die Jury in der Kategorie „Mädchen U15“ überzeugt und nahm die Goldmedaille mit nach Hause.

Dass diese Kategorie überhaupt zustande kommt, liegt am größeren Interesse der Mädchen und Frauen am Skaten. Das findet auch Isabelle gut: „Als ich mit dem Skaten vor etwa drei Jahren begonnen habe, habe ich bei Veranstaltungen noch immer gehofft, dass ich nicht die Einzige bin. Das hat sich eindeutig geändert.“ Und es stimmt, war der Sport früher primär männlich geprägt, sieht man nun immer mehr Frauen im Park ihr Können unter Beweis stellen.

Die Kopenhagenerin Isabelle Bourraux skatet seit drei Jahren. Foto: Amanda Klara Stephany

Auch deutsche Besucherinnen und Besucher dabei

Til und Ben aus Eckernförde hätten gerne bei den Dänischen Meisterschaften ihr Können unter Beweis gestellt, nach Abstimmung der Jury müssen die Jungs aber leider dieses Jahr auf eine Teilnahme verzichten.

„Letztendlich wollten sie den Wettbewerb den dänischen Kindern überlassen. Das ist absolut fair und das verstehen wir natürlich auch. Allein der Besuch des Street Domes ist schon Höhepunkt genug“, erzählt Evelyn, Tils Mutter.

Sie begleitet die zwei Freunde nach Hadersleben. Dass die Familie den Street Dome entdeckt hat, war für sie ein absoluter Segen: „Die Eltern von Ben haben ein Sommerhaus auf Römö, und irgendwann haben wir nach Möglichkeiten zum Skaten in der Nähe gesucht und waren von der Ausstattung hier in Hadersleben begeistert. Die Jungs kommen so gerne hierher. Wir sind alle zwei, drei Monate hier oben.“

Til und Ben stimmen Evelyn zu und betonen: „Solche Skateparks gibt es in Eckernförde leider nicht.“

Doch lange halten Til und Ben nicht für ein Gespräch still, sie wollen so schnell wie möglich wieder zurück aufs Board. Die Zeit im Street Dome möchte so gut wie möglich ausgekostet werden. Die Jungs sind begeistert vom Sport.

Tils Mutter Evelyn schmunzelt: „Til und Ben haben im Internet vom Skaten erfahren und wollten es unbedingt ausprobieren. Nun sind sie eine Weile dabei und sind vom Sport und der Szene total angetan. Das geht auch mit einigen kaputten Boards, kaputten Schuhen und kaputten Hosen einher, damit rechnet man am Anfang gar nicht. Irgendwann haben wir Tils Schuhe mit Panzertape repariert. Damit wir nicht alle paar Monate neue Schuhe kaufen müssen.“

Zwei junge Skater vor eine Boulderwand
Den beiden Freunden Til und Ben (v.l.) aus Eckernförde macht das Skaten in Hadersleben sehr viel Spaß. Foto: Amanda Klara Stephany

StreetDome

Charmant am Wasser gelegen ist das Street Dome in Hadersleben einer der größten Skateparks in Skandinavien. Sowohl Profis als auch Hobbysportlerinnen und Hobbysportler kommen bei der weitläufigen Anlage mit vielen verschiedenen Einrichtungen auf ihre Kosten. Neben einem gut ausgestattetem Innenbereich gibt es auch einen großen Außenbereich. Neben der Ausstattung für Sportarten wie Skateboard, BMX, Tretroller oder Rollschuhe gibt es auch die Möglichkeit neben dem klassischen Klettern auch zum Bouldern ( Klettern ohne Seil), zum Parkour, also der Fortbewegung ohne Hilfsmittel über Hindernisse und Calisthenic, eine Disziplin in der Übungen mit Eigengewicht gemacht werden.

Mehr als nur ein Wettkampf

Die Begeisterung der beiden Jungen aus Eckernförde fürs Skateboardfahren und dem Lebensstil, der damit verbunden ist, kann auch Kim Strær gut nachvollziehen. Kim selbst ist lange erfolgreich Wettbewerbe gefahren und übernimmt bei der Meisterschaft in Hadersleben die Moderation.

Spricht er mal nicht ins Mikrofon, sieht man ihn an diesem Sonnabend selbst auf dem Board. Kim Strær arbeitet als Lehrer in Aarhus, doch in seiner Freizeit widmet er sich seiner großen Leidenschaft: dem Skateboard fahren.

„Wir sind eine riesige Familie, das macht den Sport aus. Wenn ich etwa nach Deutschland reisen würde, könnte ich dort direkt Anschluss finden, weil wir alle so zusammenhalten. Das finde ich großartig.“

Und genauso sehr freut ihn, dass Skaten nach wie vor die Jugend begeistert: „Es macht Spaß, die jungen Talente bei der Meisterschaft zu sehen. Auch wenn wir dieses Jahr starke Konkurrenz hatten, weil zeitgleich ein Skate-Turnier in Kopenhagen stattfindet, das ein hohes Preisgeld angesetzt hat.“

Junge skatet
Zwischen den einzelnen Wettkämpfen wird vor allem eins: Geskatet. Foto: Amanda Klara Stephany

Gold, Silber und Bronze für die Mädchen und Jungen

Trotz der Konkurrenzveranstaltung in Kopenhagen war die Skateboardmeisterschaft im Street Dome gut gefüllt. Am Ende des Tages gingen sechs Kinder mit einer Platzierung nach Hause.

Mädchen U15

1. Platz: Isabelle Bourraux
2. Platz: Karen-Mathilde Jespersen
3. Platz: Agnete Aakemann

Jungen U15

1. Platz: Alfred Bech Vinther
2. Platz: Karl Bay Nansen
3. Platz: Anton Bech Vinther

Die drei platzierten Mädchen (v.l.): Karen-Mathilde Jespersen, Isabelle Bourraux, Agende Aakemann Foto: Street Dome Haderslev
Die platzierten Jungen (v.l): Karl Bay Nansen, Alfred Bech Vinther und Anton Bech Vinther Foto: Street Dome Haderslev
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Minderheit mit Mut zur Zukunft“