Eishockey

SønderjyskE verliert den Kopf

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William Boysen und SønderjyskE sind ins Straucheln geraten.

Beim dänischen Eishockeymeister ist weiter der Wurm drin. Der Frust war nicht zu übersehen, als die Eishockeyspieler von SønderjyskE gegen die Herlev Eagles mit 1:4 verloren. So fehlten die Abgeklärtheit und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Die Formkrise von SønderjyskE hält weiter an. Seit der Qualifikation fürs Pokal-Final-Four hat der dänische Eishockeymeister lediglich sieben Punkte aus acht Spielen geholt, und die Formkurve zeigt auch nach der 1:4-Heimpleite gegen die Herlev Eagles nicht nach oben. Es ist weiter der Wurm drin. Der Frust war nicht zu übersehen.

Der Frust über die Schiedsrichter war verständlich. Das war nicht gut, was Nicolaj Juhl Binderup und Niklas Knøsen auf dem Eis boten, aber ein, diplomatisch formuliert, schwankendes Schiedsrichter-Niveau ist im dänischen Eishockey nicht ungewöhnlich. Da müssen sich die SønderjyskE-Spieler besser im Griff haben.

Abgeklärtheit und Kaltschnäuzigkeit fehlen

Die Hellblauen müssen sich in erster Linie an die eigene Nase fassen. Der Frust über die Schiedsrichter und über die Talfahrt der vergangenen Wochen haben die SønderjyskE-Spieler den Kopf verlieren lassen.

So fehlten nicht zuletzt die Abgeklärtheit und die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Unüberlegt und überhastet wurde aufs Tor geschossen, und so konnte die optische Überlegenheit, die die Gastgeber in mehreren Phasen der Partie hatten, nicht umgesetzt werden.

Herlev hätte in der ersten Hälfte der Partie mit Sicherheit mehr Zeit auf der Strafbank verbringen müssen. Die Schiedsrichter drückten mehrmals beide Augen zu, doch die Frage ist, ob es überhaupt etwas genützt hatte.

Powerplay ungefährlich

Das Powerplay von SønderjyskE war schlichtweg schlecht. Der dänische Meister ließ eine Handvoll Möglichkeiten in Überzahl verstreichen und war dabei nur selten gefährlich. Selbst über eineinhalb Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis wurde es kaum gefährlich.

SønderjyskE kam fünf Sekunden vor Ende der doppelten Überzahl doch noch zum Torerfolg. Das 1:2 war aber nicht herausgespielt, sondern eine Einzelaktion und ein Verzweiflungsschuss von Oskar Drugge.

Das Powerplay muss verbessert werden, wenn SønderjyskE in dieser Saison an der Spitze mitspielen will. Der Titelverteidiger ist erst einmal abgehängt und auf Tabellenplatz fünf abgerutscht.

SønderjyskE - Herlev Eagles (0:1,0:1,1:2) 1:4

0:1 Tim Daly (18:47), 0:2 Tim Daly (33:19/5 gegen 4), 1:2 Oskar Drugge (49:18/Ass.: Joseph Jonsson, Cameron Brown/5 gegen 3), 1:3 Isac Skedung (51:06), 1:4 Magnus Povlsen (58:15).

Zeistrafen: SE 4x2 – Herlev 6x2 Minuten. Schiedsrichter: Nicolaj Juhl Binderup/Niklas Knøsen. Zuschauende: 1.846.