KREIS SCHLESWIG-FLENSBURG

Steinwürfe auf die A7: Polizei nimmt zwei Tatverdächtige fest

Gerrit Hencke/shz.de
Flensburg
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Der Steinwurf auf der A7 wäre um ein Haar tödlich ausgegangen. Foto: dpa

Eine Frau wird Anfang Mai von einem Stein lebensgefährlich verletzt. Ermittlungen führten nun zu zwei jungen Männern.

Am Donnerstagabend hat die Polizei zwei junge Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, für eine Serie von Steinwürfen von Brücken auf die Fahrbahnen im nördlichen Streckenabschnitt der A7 und der B200 verantwortlich zu sein. Das teilte die Polizei am Freitag mit.

Der erste Steinwurf ereignete sich im Februar 2018. Bisher werden der Serie 19 Taten zugeordnet. Eine Vielzahl der Taten ging glimpflich aus, in einigen Fällen entstand geringer Sachschaden. Die Polizei stellte jedoch fest, dass die geworfenen Steine mit der Zeit größer wurden.

Am Dienstag, dem 8. Mai, kam es gegen 22.30 Uhr dann zu dem folgenschweren Steinwurf, bei dem eine Autofahrerin von einem großen Stein schwer verletzt wurde. Er wurde von einer Autobahnbrücke bei Gottrupel nahe Handewitt auf die A7 geworfen. Der Brocken durchschlug die Frontscheibe des BMW der Frau, verletzte sie am Oberkörper und durchbrach die Heckscheibe des Autos.

Die Tat hätte durchaus tödlich enden können, sagt die Polizei. Das Opfer werde noch lange an den Folgen der Verletzungen leiden. Seit der Tat ermittelte die Kriminalpolizei Flensburg wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

Tatverdächtige bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten

Die beiden festgenommenen 18 und 19 Jahre alten Männer gerieten nun in den Fokus der Ermittler. Nach intensiven polizeiliche Maßnahmen in den vergangenen Wochen, an denen verschiedene Dienststellen der Polizeidirektion Flensburg beteiligt waren, wurden die zwei Tatverdächtigen am Donnerstagabend gegen 21 Uhr festgenommen. Die Heranwachsenden kommen aus dem Kreisgebiet Schleswig-Flensburg und sind polizeilich bisher nicht einschlägig in Erscheinung getreten.

In der Vernehmung räumten sie ein, für zahlreiche Steinwürfe von verschiedenen Autobahnbrücken verantwortlich zu sein. Die Motivlage lässt sich derzeit nicht erklären. Die genaue Beteiligung der Tatverdächtigen an den jeweiligen Taten ist nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Die beiden Beschuldigten werden am heutigen Freitag dem Haftrichter beim Amtsgericht Flensburg vorgeführt.

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