Blutmond im Januar

Mondfinsternis 2019: Wann ist sie zu sehen?

Corinna Berghahn
Flensburg
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Foto: Friso Gentsch/shz

Am 21. Januar 2019 lohnt sich das frühe Aufstehen, denn dann wird der Mond im Kernschatten der Erde verschwinden.

Der Vollmond „leuchtet“ bei einer Totalen Mondfinsternis nicht silberhell, sondern wirkt kupferrot. Wegen dieser Farbe wird er auch als Blutmond bezeichnet. Der Grund dafür liegt in der atmosphärischen Lichtstreuung, wenn das Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre in den Kernschatten gelenkt wird.

Wie diese Färbung ausgeprägt ist, hängt allerdings davon ab, wie viel Staub sich in der Erdatmosphäre befinde, erklärter Andreas Hänel, Leiter des Planetariums am Schölerberg in Osnabrück. „Je mehr Staub sich in der Atmosphäre befindet – beispielsweise durch einen Vulkanausbruch –, desto bräunlicher erscheint der Erdtrabant.“

Wann startet die Mondfinsternis am 21. Januar 2019?

Gegen 3.35 Uhr am Montagmorgen wird der Vollmond in den Halbschatten der Erde eintreten, gegen 4.34 Uhr in den Kernschatten. Die totale Phase wird gegen 5.41 Uhr beginnen. Maximal am finstersten ist der Mond um 6.12 Uhr. Danach wird er langsam wieder aus dem Schatten heraustreten.

Das Ende der Mondfinsternis, wird in Deutschland fast überall nicht zu sehen sein: Sein Untergang am Montagmorgen ist in der Region Kiel gegen 8.39 Uhr, während er sich erst gegen 8.50 Uhr wieder komplett außerhalb des Halbschattens der Erde befindet.

Der Norden sieht mehr Finsternis

Je weiter nördlich man in Deutschland die Mondfinsternis beobachtet, desto mehr hat man von ihr – und das aus zwei Gründen. Zum einen geht der Mond im Norden später unter: In München am 21. Januar beispielsweise um 8.06 Uhr, in Kiel aber erst gegen 8.39 Uhr.

Darüber hinaus startet im Norden auch die Dämmerung später, sodass kein beginnendes Tageslicht beim Betrachten stört. Auf Sylt und Borkum, wo der Mond an diesem Tag gegen 8.49 Uhr untergeht, kann die Mondfinsternis sogar fast in voller Länge betrachtet werden. In Flensburg verschwindet der Mond um 8.44 Uhr.

Wo kann ich die Mondfinsternis beobachten?

Der Mond befindet sich an diesem Morgen am westlichen Himmelszelt. Allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt: Bei strömenden Regen und komplett bedecktem Himmel fällt die Veranstaltung aus. Laut einer Fernprognose des Deutschen Wetterdienstes ist am 21. Januar 2019 mit teils aufgelockerter, teils starker Bewölkung zu rechnen.

Für die Augen ist das Mondschauspiel im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis übrigens unbedenklich.

Wann ist die nächste totale Mondfinsternis?

Erst am 31. Dezember 2028 kann man in unserer Region wieder beobachten, wie der Mond in absoluter Dunkelheit total verfinstert ist. Die totale Mondfinsternis am 7. September 2025 wird hingegen nur in Teilen in Deutschlands zu sehen sein.

Im vergangenen Juli tauchte der Mond bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst am 9. Juni 2123 – um zwei Minuten.

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Gwyn Nissen
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