Tötungsdelikt

Trauer um Jonas: „Keiner soll ein Messer mit sich tragen“

Trauer um Jonas: „Keiner soll ein Messer mit sich tragen“

Trauer um Jonas: „Keiner soll ein Messer mit sich tragen“

Julian Heldt/shz.de
Flensburg
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Jugendpressesprecher Justin Nowaczyk war in den vergangenen Tagen oft auf der Aussichtsplattform. Foto: Julian Heldt

Jugendpressesprecher Nowaczyk appelliert an die jungen Leute. Die Aussichtsplattform ist zur Trauerstätte geworden.

Briefe, Kerzen, Blumen und ein paar frische Zigaretten liegen auf der Aussichtsplattform an der Duborg-Skolen. „Smoki“ wurde in Erinnerung an den am Karfreitag erstochenen 16-jährigen Jonas mit lila Farbe an die Steinwand gesprüht.

Justin Nowaczyk (ebenfalls 16) ist Jugendpressesprecher der Stadt Flensburg und war in den vergangenen Tagen öfter hier. Bereits am Dienstag hat er ein Foto von Jonas mit einer schwarzen Schleife aufgestellt. Justin kennt die Familie des Getöteten. Er ist mit dessen älterem Bruder gut befreundet. Jonas kennt er von den Pfingstwochenenden der Feuerwehr.

„Er war immer sehr offen, ein netter Kerl“, sagt Justin. Er kennt viele der jungen Leute, die an der Trauerstätte für Jonas vorbeischauen. Ein Jugendlicher fährt von der Aussichtsplattform mit dem Fahrrad weg. „Er ist jeden Tag hier“, so Justin.

Was sich genau am Karfreitag gegen 18.15 Uhr an der Duborg-Skolen abgespielt hat, ist weiter unklar. Fest steht, dass Jonas durch einen Messerstich in den Kopf starb. Dringend tatverdächtig ist ein 19-jähriger Flensburger, der zu den Vorwürfen schweigt.

Große Betroffenheit

„Weswegen sie Streit hatten? Keine Ahnung. Das weiß wohl keiner im Moment“, sagt Justin. Er berichtet von großer Betroffenheit im Freundeskreis von Jonas. „Viele seiner Freunde packen es nicht, hierhin zu fahren. Sie sind alle fassungslos.“

Den Tatverdächtigen kennt Justin flüchtig. Dass er zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war, bestätigt die Polizei bisher nicht. Auch zu der Tatwaffe, einem Messer, machen die Ermittlungsbehörden weiterhin keine näheren Angaben.

Appell an die Jugendlichen

Justin appelliert an alle Jugendlichen: „Keiner soll bitte ein Messer mit sich tragen. Wer dies tut, würde es meist auch benutzen.“

Nach Informationen von shz.de war der Messerstich unmittelbar tödlich. Auch ein früheres Eintreffen der Rettungskräfte hätte Jonas nicht mehr helfen können. Der Polizei soll zunächst von Zeugen ein falscher Einsatzort mitgeteilt worden sein.

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