Gesundheit

Im Winter bei offenem Fenster schlafen: Ist das gesund?

Im Winter bei offenem Fenster schlafen: Ist das gesund?

Im Winter bei offenem Fenster schlafen: Ist das gesund?

Daniel Benedict/shz.de
Berlin
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Fenster auf oder zu? Wie schläft man am besten? Foto: imago images/Westend61/Kiko Jimenez

Härtet Schlaf bei geöffnetem Fenster ab? Kann er sogar schaden? Was Experten zum Lüften raten.

Wer vom Homeoffice bis zur Nachtruhe Tage und Nächte in den eigenen vier Wänden verbringt, sehnt sich womöglich nach Frischluft. Und in der Pandemie ist das Lüften ohnehin eine der wichtigen Regeln zur Gesundheitsvorsorge. Ist es also angeraten, bei geöffnetem Fenster zu schlafen?

Kraftspender oder Gesundheitsrisiko?

Für die verbreitete These, wonach der Schlaf in kalter Nachtluft das Immunsystem stärkt, gibt es wissenschaftlich jedenfalls keine Belege. Das sagte Peter Geisler, Leiter des Schlaflabors am Bezirksklinikum Regensburg, der „Apotheken-Umschau“. Überhaupt sei es schwer, bei einem so individuellen Thema wie dem Schlaf zu generalisieren. Geisler: "So lange man damit gut zurechtkommt und sich morgens fit fühlt, darf man beim Schlafen eigentlich alles machen." Ideal sei eine Raumtemperatur, bei der man weder schwitzt noch friert. Besonders im Sommer könne das geöffnete Fenster in aufgeheizten Zimmer deshalb eine angenehme Abkühlung bringen.

Foto: imago images/Mint Images

Zu den Nachteilen, die den Nachtschlaf behindern, gehören dann allerdings Pollen; ein Problem das im Winter wiederum kein Risiko darstellt. Auf Kosten der Erholung könnten aber auch in der kalten Jahreszeit Geräusche von außen gehen, etwa durch vorbeifahrende Autos oder krakeelende Passanten. "Man muss die lärmbedingten Aufwachphasen gar nicht bewusst mitbekommen", sagte Geisler. "Trotzdem führen sie zu Adrenalinausschüttung, Blutdruck- und Pulsanstieg – und damit zu einem weniger erholsamen Schlaf." Eine Studie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ergab außerdem, dass nächtlicher Lärm das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht; auch Depressionen und Angststörungen würden durch eine unterbrochene Nachtruhe begünstigt.

Kaltluft als Kostenfresser

Die gesundheitlichen Effekte eines gut gelüfteten Schlafs sind individuell verschieden. Die finanziellen Auswirkungen sind dagegen allgemein und unwiderlegbar: Wer im Winter über Stunden das Fenster offenhält, merkt es später an den Heizkosten. "Lassen Sie Räume nicht auskühlen", rät daher die Verbraucherzentrale NRW. "Beim Dauerlüften geht viel Wärmeenergie verloren und die Wände im Raum kühlen ab. Dann dauert es lange, bis der Raum wieder warm wird und es besteht Schimmelgefahr."

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