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Long Covid: 17 von 100 Personen mit Corona-Infektion erleben Spätfolgen

Long Covid: 17 von 100 Personen mit Corona-Infektion erleben Spätfolgen

17 von 100 Personen mit Corona-Infektion erleben Spätfolgen

ghe/Ritzau
Kopenhagen
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Corona-Studie des SSI
Die Erhebung begann im August 2021. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

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Mehr als 840.000 Menschen in Dänemark haben an der Umfrage der dänischen Behörde für Infektionskrankheiten (SSI) teilgenommen. Die Ergebnisse halten ein paar Überraschungen parat, etwa den Einfluss von Impfungen auf das Risiko für Spätfolgen. Noch sind viele Fragen offen, weshalb das SSI Personen, die unter Long Covid leiden, noch weitere Jahre begleiten will.

Mehr als 840.000 Menschen in Dänemark haben an einer Studie der dänischen Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten (SSI) teilgenommen, in der die Spätfolgen von COVID-19 erfasst wurden. 

Bei 17 von 100 Personen, die sich zu Beginn der Pandemie mit Covid-19 infiziert hatten, traten bis zu 12 Monate nach dem positiven Test Spätfolgen auf. Dies geht aus der vom SSI durchgeführten „After-Covid“-Studie hervor. Laut Anders Hviid, Leiter der Abteilung für epidemiologische Forschung am SSI, ist es wichtig, dies zu erfassen.

„Es ist wichtig, weil es etwas ist, das die Menschen im täglichen Leben belastet. Viele Menschen haben sich während der Pandemie infiziert. Natürlich benötigen wir dazu Zahlen“, sagt er.

Impfung reduziert Risiko für Spätfolgen

Mehr als 840.000 Menschen in Dänemark haben an der Umfrage teilgenommen. Nach Angaben des SSI ist dies die weltweit größte ihrer Art. Die Erhebung begann im August 2021.

„Die Studie zeigt, was Spätfolgen sind, wie sie sich äußern, wie viele Menschen darunter leiden, wie stark sie das tägliche Leben beeinflussen und wer am meisten gefährdet ist“, sagt Anders Hviid. „Die Studien, die wir bisher durchgeführt haben, deuten darauf hin, dass die Impfung das Risiko von Spätfolgen zu verringern scheint“, sagt er. 

Auch die Corona-Variante habe Einfluss darauf. Bei Omikron sehe man, dass sie mit weniger Spätfolgen verbunden ist, als beispielsweise die Delta-Variante, so Hviid.

Die Studie zeigt, was Spätfolgen sind, wie sie sich äußern, wie viele Menschen darunter leiden, wie stark sie das tägliche Leben beeinflussen und wer am meisten gefährdet ist

Anders Hviid

Anders Hviid zufolge hat sich während des Zeitraums, in dem die Wirkung der Impfstoffe untersucht wurde, gezeigt, dass die dritte Impfung – der sogenannte Booster-Impfstoff – vor Spätfolgen schützt.

Eine Altersgruppe besonders betroffen

Nach Angaben des SSI zeigt die Studie, dass Menschen im Alter von 30 bis 60 Jahren im Vergleich zu jüngeren und älteren Menschen eher von Spätfolgen betroffen sind.

„Wir können auch feststellen, dass diejenigen, die eine schwierige Behandlung hinter sich haben, mehr Spätfolgen erleben, und wir können feststellen, dass Frauen mehr Spätfolgen erleben als Männer“, sagt Anders Hviid.

Die Arbeit an der Studie ist jedoch noch nicht zu Ende. Es ist geplant, dass das SSI infizierte Personen mit Spätfolgen bis zu zwei, drei oder vier Jahre lang begleitet, sagt er.

Noch viele Fragen offen

Denn es gibt immer noch unbeantwortete Fragen. Dazu gehört, ob man weniger oder mehr Spätfolgen bekommt, wenn man sich mehr als einmal mit Covid-19 infiziert hat, und wie lange die Spätfolgen anhalten. „Es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns. Es gibt viele Fragen im Zusammenhang mit diesen Spätfolgen“, sagt Anders Hviid.

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