Landwirtschaft

Bauern: Geht nicht ohne Ausländer

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Kopenhagen
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Die Direktorin von „Landbrug & Fødevarer“ warnt vor erheblichem Arbeitskraftmangel in Dänemark.

Karen Hækkerup, die Direktorin des dänischen Bauernverbandes, „Landbrug & Fødevarer“, meint, es sei illusorisch zu glauben, dass man in der dänischen Gesellschaft Wachstum und Wohlfahrt haben könnne ohne ausländische Arbeitskraft. Die frühere sozialdemokratische Ministerin macht für die Dachorganisation der dänischen Bauern klar, dass Dänemark kluge Köpfe und Hände braucht, die anpacken können.

Damit kommentiert sie die Meldung, dass die Zahl der EU-Bürger, die nach Dänemark kommen, um zu arbeiten, innerhalb von nur 15 Monaten um 65 Prozent gefallen ist. Insbesondere die dänische Landwirtschaft beschäftigt viele Arbeiter aus Osteuropa. „Das ist etwas, was uns allen Sorge machen muss – ob man nun in der Landwirtschaft oder in einer gewöhnlichen Firma ist“, so Karen Hækkerup gegenüber „Landbrugsavisen“:

„Wir brauchen mehr Arbeitskraft, als sie bei uns im Lande vorhanden ist – egal ob es Menschen sind, die Nerzen das Fell abziehen, oder Forscher, die einen Beitrag liefern sollen für unsere Lebensmittelcluster und für unser Gewerbe insgesamt.“ Aktuelle Zahlen vom Bauernverband zeigen, dass 37 Prozent der Unternehmen in der Agrarindustrie mehr Arbeitskräfte brauchen – für 22 Prozent der Lebensmittelunternehmen gilt dies aktuell ebenfalls.
Das bringt die Vorsitzende des dänischen Gewerkschaftsbundes LO, Lizette Risgaard, auf den Plan.

Sie weist darauf hin, dass 100.000 Dänen ohne Job dastehen und hofft, dass man diese fortbilden kann, damit sie Teil des dänischen Arbeitsmarktes werden können. Das, so Karen Hækkerup, sei aber bei Weitem nicht genug. Die in Dänemark vorhandene Arbeitskraft sei nicht ausreichend: „Natürlich wäre es herrlich, wenn es dänische Arbeitslose gibt, die gerne einen Job haben wollen. Aber wir haben gar nicht genug Arbeitslose, um Dänen für alle offenen Stellen zu finden.“

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