Vor Nato-Gipfel

Trump fordert von Dänemark höhere Militärausgaben

dodo
Kopenhagen
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Lars Løkke Rasmussen beim Besuch im Weißen Haus im März 2018. Foto: Scanpix

In einem Brief lobt der US-Präsident den dänischen Beitrag in der Nato, fordert aber trotzdem deutlich höhere Militärausgaben von Regierungschef Lars Løkke Rasmussen. Dieser verweist hingegen auf die hohe Entwicklungshilfe, die Dänemark leistet.

„Dänemark leistet einen unschätzbaren Beitrag für die Nato-Missionen und ist ein Beispiel, dem andere Verbündete folgen sollten“, so die einleitenden Worte eines Briefes von US-Präsident Donald Trump an den dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre), vor dem Nato-Gipfel in der kommenden Woche.

Doch ein vorbildliches Einbringen befreie Dänemark nicht davon, mehr Geld für das Militär auszugeben, so Trump weiter.

„Starkes Engagement in einem Bereich befreit nicht vor den Verpflichtungen in den anderen. Wir sehen, dass Dänemark dabei ist, die Militärausgaben zu erhöhen. Doch das ist keine Erklärung dafür, warum die USA weiterhin so viele Ressourcen für die Verteidigung Europas aufbringen muss, obwohl es der Wirtschaft auf dem Kontinent, inklusive der dänischen, so gut geht“, schreibt der US-Präsident in dem Brief.

Zwei Prozent des BNP

Er fordert weiterhin, dass alle Nato-Staaten mindestens zwei Prozent ihres Bruttonationalproduktes (BNP) für das Militär ausgeben. Er verweist auf die Zusicherung, die die Nato-Mitglieder bei einem Treffen 2014 in Wales dazu gegeben haben.

Dänemark steckt derzeit 1,2 Prozent seines BNP für das Militär aus. Lars Løkke Rasmussen betont die Bindung zur Nato, weist aber darauf hin, dass der Präsident nicht nur diese Prozentzahl bewerten dürfe. In einem schriftlichen Kommentar hebt er hervor, dass Dänemark gleichzeitig 0,7 Prozent seines BNP für die Entwicklungshilfe ausgebe, was wiederum, so die Aussage Løkkes, ebenfalls „ein Beitrag zu Stabilität und Sicherheit“ sei.

Løkke ist mit dänischem Beitrag zufrieden

Der dänische Regierungschef verweist zudem auf das kürzlich abgeschlossene Militärabkommen, in dem beschlossen wurde, dass 4,8 Milliarden Kronen bis 2023 mehr für Rüstung ausgegeben werden.

„Wir können mit unserem Beitrag für die gemeinsame Sicherheit zufrieden sein. Dänemark fährt erhobenen Hauptes zum Nato-Gipfel in der kommenden Woche“, so Løkke zur Nachrichtenagentur Ritzau.

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