Fall Støjberg

Save the Children: Støjberg verdreht unsere Botschaft

Save the Children: Støjberg verdreht unsere Botschaft

Save the Children: Støjberg verdreht unsere Botschaft

Kopenhagen
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Inger Støjberg Foto: Scanpix

Sie soll illegale Anweisungen an die Ausländerbehörde gegeben haben – und verteidigte sich bis zur zweiten Befragung am Freitag mit der politischen Motivation dahinter. Doch die Kinderrechtsorganisation Save the Children fühlt sich von Ausländerministerin Inger Støjberg für politische Zwecke missbraucht – und sieht die eigene Botschaft verdreht.

Sie soll illegale Anweisungen an die Ausländerbehörde gegeben haben – und verteidigte sich bis zur zweiten Befragung am Freitag mit der politischen Motivation dahinter. Doch die Kinderrechtsorganisation Save the Children fühlt sich von Ausländerministerin Inger Støjberg für politische Zwecke missbraucht – und die sieht eigene Botschaft verdreht.

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children, in Dänemark unter dem Namen Red Barnet bekannt, verwahrt sich gegen die Vereinnahmung durch Dänemarks Ausländerministerin Inger Støjberg (Venstre). In einem Facebook-Beitrag hatte Støjberg ein Foto der internationalen Chefin der Organisation, Dänemarks ehemalige Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt, veröffentlicht und geschrieben, es müsse „alles dafür getan“ werden, „Kinderbräute zu verhindern“. „Ich würde mir wünschen, dass mehr Sozialdemokraten und der Rest des linken Flügels unserer ehemaligen Staatsministerin in dieser Sache zuhören würde“, so Støjberg.

Der dänische Generalsekretär von Red Barnet, Jonas Keiding Lindholm, ist über diese Aussagen Støjbergs verwundert. „Wir sprechen von 700 Millionen Mädchen auf der Welt, denen ihre Kindheit gestohlen wird. Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit wird verletzt und ihr Recht darauf, selbst zu entscheiden, wen sie heiraten wollen“, sagt er. „Und in diesem Fall geht es um eine Handvoll Mädchen in dänischen Asylbewerberheimen. Unsere Empfehlung in diesem Fall war es, eine individuelle Beurteilung durchzuführen, ob Zwang im Spiel ist. Wenn dies der Fall ist, muss das Mädchen vor weiteren Übergriffen geschützt werden“, so der Kinderrechtler.

Thorning selbst will den Fall nicht kommentieren. Støjberg wird vorgeworfen, Behördenmitarbeiter angewiesen zu haben, gesetzeswidrig auf die Einzelfallprüfung zu verzichten und Ehepartner oder Lebensgefährten in Asylbewerberheimen voneinander zu trennen, selbst wenn diese gemeinsame Kinder haben.

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