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Regierung setzt in der Landwirtschaft auf neue Technologien

Regierung setzt in der Landwirtschaft auf neue Technologien

Regierung setzt in der Landwirtschaft auf neue Technologien

dodo
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Landwirtschaftsminister Prehn und seine Ministerkolleginnen und -kollegen haben den neuen Plan der Regierung präsentiert. Foto: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix

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Forschung ist der Grundstein dafür, um den Kohlendioxid-Ausstoß im Agrarsektor in Zukunft zu reduzieren, meint Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn, der am Mittwochvormittag gemeinsam mit Ministerkolleginnen und -kollegen die neue Klimainitiative der Regierung vorgestellt hat.

Pyrolyse

Pyrolyse bezeichnet verschiedene thermo-chemische Umwandlungsprozesse, in denen organische Verbindungen bei hohen Temperaturen und in Abwesenheit von Sauerstoff gespalten werden. Durch die hohen Temperaturen werden die Bindungen innerhalb der Moleküle gespalten, und durch den Sauerstoffausschluss wird eine Verbrennung verhindert. Die entstehenden Produkte sind vielfältig. So kann Biomasse dadurch gezielt in höherwertige Produkte wie Brennstoffe oder Chemikalien umgewandelt werden, aber auch beim klassischen Verkoken von Kohle und bei der Herstellung von Holzkohle finden Pyrolysevorgänge statt.

Quelle:Wikipedia

Neue Technologien sollen den größten Teil der Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft sicherstellen. Dabei wird der Schwerpunkt auf der „Pyrolyse“ liegen. Das geht aus der Präsentation des Vorschlags der Regierung hervor, den diese am Mittwoch präsentiert hat.

Durch Pyrolyse können zum Beispiel Stroh und Tierkot in Flugtreibstoff und Biokohle umgewandelt werden. Letzteres kann unter anderem auf den Landwirtschaftsfeldern verteilt und zur Speicherung von Kohlenstoff im Boden verwendet werden, was sich positiv auf den ökologischen und klimatischen Fußabdruck der Landwirtschaft auswirkt.

Mit dem Vorschlag hofft die Regierung, die Emissionen im Agrarsektor bis 2030 um 7,1 Millionen Tonnen zu senken.

Große Investitionen

Der Regierung zufolge sollen 222 Millionen Kronen für die Forschung und Entwicklung neuer Technologien wie der Pyrolyse bereitgestellt werden.

Insgesamt sollen 700 Millionen Kronen in die grüne Forschung im Landwirtschaftsbereich fließen.

Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn (Sozialdemokraten) räumte auf der Pressekonferenz ein, dass die Investitionen in neue Technologien mit einer Unsicherheit behaftet sind.

„Wir müssen den Mut haben, es zu wagen, in Technologie zu investieren, genau wie wir es bei den Windkraftanlagen getan haben. Damals glaubten viele nicht, dass Windkraftanlagen viel Strom liefern würden. Heute stammen 50 Prozent unseres Stroms aus Windkraftanlagen“, so der Minister.

Biokohle (biokul)

Wenn pflanzliche oder tierische Biomasse, wie zum Beispiel Stroh oder Viehdung einem Pyrolyseprozess unterzogen werden, können sie in Biokohle sowie ein Gemisch aus Gas und Öl umgewandelt werden. Biokohle ist somit verkohltes Restmaterial und Nebenprodukt biologischer Abfallquellen. Biokohle wird durch Pyrolyse hergestellt, bei der es sich um eine Verbrennung bei ca. 500 Grad unter sauerstoffarmen Bedingungen handelt, und hat eine CO2-Emission nahe null. Biokohle zeichnet sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu zum Beispiel Stroh sehr stabil ist und den Kohlenstoff 500 bis 1.000 Jahre lang bindet. Es kann unter anderem in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer, als Futtermittelzusatz, als Nahrungsergänzungsmittel, als Dämmstoff in der Gebäudekonstruktion, in der Abwasser- und Trinkwasserbehandlung, als Abgasfilter und in der Textilindustrie verwendet werden.

Quelle: Landbrug & Fødevarer

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