Parteiwechsel

Jens Rohde wird Mitglied bei den Christdemokraten

Jens Rohde wird Mitglied bei den Christdemokraten

Jens Rohde wird Mitglied bei den Christdemokraten

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Von der Partei Venstre über die Radikalen zu den Christdemokraten. Das politische Leben des Jens Rohde geht weiter. (Archivfoto) Foto: Claus Bech/Ritzau Scanpix

Jens Rohde, der im Januar die Radikalen verlassen hat, ist Mitglied bei den Christdemokraten geworden.

Jens Rohde, der vor Kurzem die Radikalen verlassen hat, ist Mitglied bei den Christdemokraten geworden. Dort ist er neuer parteipolitischer Sprecher.

Das berichtet „Jyllands-Posten“.

Jens Rohde bringt Christdemokraten zurück ins Folketing

Die Christdemokraten kamen bei der Wahl zum Folketing 2019 nicht über die Sperrgrenze, aber mit Jens Rohde hat die Partei zum ersten Mal seit fast zehn Jahren wieder einen Platz im Folketing.

„Bei anderen Parteien bin ich politisch mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen. Das bin ich hier nicht. Wir kommen mit einem ambitiösen, pragmatischen und bürgerlichen politischen Projekt“, sagt Jens Rohde gegenüber „Jyllands-Posten“.

Er will für die bürgerliche Partei der Mitte arbeiten

„,Dänemarks bürgerliche Partei der Mitte‘ wird das Mantra“, sagt er.

Zusammen mit der Landesvorsitzenden Isabella Arendt präsentiert er am Mittwoch ein politisches Manifest für 2030. Wie „Jyllands-Posten“ berichtet, soll es dabei auch um eine Aufarbeitung des für die Partei zentralen Themas Abtreibung gehen; weniger Menschen sollen den Spitzensteuersatz zahlen, Dänemark soll eine Obergrenze von 1.000 Flüchtlingen pro Jahr bekommen, die kommunale und regionale Selbstverwaltung sollen gestärkt und die Auslandshilfe erhöht werden.

Keine bestimmten politischen Prioritäten

Jens Rohde schreibt auf der Internetseite der Christdemokraten, dass seine politische Priorität darin besteht, keine politische Priorität für ein bestimmtes Thema zu haben.

„Ich bestehe auf einer gesamtpolitischen Anschauung, und politische Prioritäten werden oft zu Dogmen, die auf längere Sicht entweder in Widersprüchen enden oder zum Hindernis für einen pragmatischen Kompromiss werden“, sagt er.

Minderheitenschutz wichtig

Rohde betrachte breite Mehrheiten als Selbstzweck, schreibt er und führt weiter aus, dass Demokratie in seinen Augen niemals daran gemessen werden dürfe, dass „die Mehrheit das Recht hat, mit der Minderheit zu machen, was man will“.

Außerdem ist er der Auffassung, „dass wir in einer schwierigen Zeit leben, wenn es darum geht, politische Kompromisse zu schließen“.

„Die politische Rhetorik wird mehr und mehr konfrontativ – das gibt offenbar Wählerstimmen, und die Algorithmen in den sozialen Medien unterstützen diese Entwicklung“, sagt er.

Politische Karriere seit 1993

Jens Rohde ist 51 Jahre alt. Er begann seine politische Karriere 1993 als Mitglied bei Venstre. 2009 wurde er ins EU-Parlament gewählt und erlangte die Wiederwahl im Jahr 2014.

2015 wechselte er zu den Radikalen, bei denen er bis vor Kurzem Mitglied war.

Rohde wohnt mit seiner Frau und drei Kindern in Viborg.

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