Flucht und Einwanderung

Hunderte Somalier sollen zurückgeschickt werden

Hunderte Somalier sollen zurückgeschickt werden

Hunderte Somalier sollen zurückgeschickt werden

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Mogadischu: Die Hauptstadt Somalias ist weiterhin gefährlich. Foto: Scanpix

Mehrere hundert Somalier mit vorübergehender Aufenthaltsgenehmigung könnten, trotz Warnungen seitens der UN, zurückgeschickt werden.

Obwohl das dänische Außenministerium von Reisen nach Somalia aufgrund von Gewalt und Terror abrät, stehen mehrere Hundert Somalier mit vorübergehender Aufenthaltsgenehmigung in Dänemark kurz davor, zurückgeschickt zu werden. Das berichtet die Tageszeitung Jyllands-Posten.

„Die Vereinten Nationen warnen davor, Somalier in das südliche und zentrale Somalia zurückzuschicken“, sagt die Asylchefin der dänischen Flüchtlingshilfe, Eva Singer. Laut Jyllands-Posten werden derzeit 800 Aufenthaltsgenehmigungen bearbeitet und überprüft, ob Somalia ein sicheres Land geworden ist. Von den Betroffenen können 310 wieder nach Somalia geschickt werden, so die Zeitung.

Die Annahme, dass Somalia sicherer geworden sei, beruht auf Interviews mit Quellen in Kenia im Jahre 2016 – weil eine Einreise nach Somalia als zu unsicher eingestuft wurde. „Die Interpretation des dadurch entstandenen Berichtes ist problematisch. Wir können dadurch zehn Stellen im Land ausmachen, die zu unsicher sind, während die Ausländerbehörde auf eine Stelle zeigen kann, die vermutlich sicherer geworden ist und entscheidet dann, ihre Schlussfolgerungen darauf zu beruhen“, sagt Singer zu Jyllands-Posten.

Die dänische Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg verteidigt die Entscheidungen der Ausländerbehörde und erklärt gegenüber Jyllands-Posten: „Ich vertraue der Ausländerbehörde, dass sie bezüglich der Asylbearbeitung richtig entscheidet.“

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