Banknote abschaffen

Politiker und Verbände machen Front gegen den „kriminellen" Tausender

Politiker und Verbände machen Front gegen den „kriminellen" Tausender

Politiker und Verbände machen Front gegen den „kriminellen" Tausender

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Einen Tausender im Geldautomat abheben könnte bald Geschichte sein. Foto: Scanpix

Ein ungewöhnliche Allianz von Arbeitgebern, Senioren und Sozialisten will den Tausender als Banknote abschaffen. Die Sozialdemokraten und die Dänische Volkspartei zögern noch.

Ein ungewöhnliche Allianz von Arbeitgebern, Senioren und Sozialisten will den Tausender als Banknote abschaffen. Die Sozialdemokraten und die Dänische Volkspartei zögern noch.

Was sollen die Dänen mit einem Tausenderschein? Gar nichts, wie die linke Einheitsliste, der Wirtschaftsverband Dansk Erhverv und der Seniorenverband Ældresagen meinen. Sie sind sich einig, dass der Tausender abgeschafft werden muss. Ihr Argument: Der Schein wird nur von Kriminellen genutzt.

„Wir sind zwar kein Befürworter der bargeldlosen Gesellschaft, aber kein Mensch kauft sich einen Liter Milch und eine Butter und bezahlt daraufhin mit einem Tausender“, sagt Rechtsausschuss-Mitglied Søren Søndergaard (EL) zur dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten. Auch der Bezahlrat der dänischen Nationalbank, der sich für den sicheren digitalen Zahlungsverkehr einsetzt, hat im vergangenen Frühjahr die Idee unterstützt.

„Der Tausender ist im normalen Handel überflüssig. Er wird lediglich als Schwarzgeld für Kriminelle verwendet“, sagt der Professor der Digitalisierung und Mitglied des Bezahlrates, Jan Damsgaard.

Obwohl viele Senioren heutzutage lieber mit Bargeld als mit Kreditkarten bezahlen, empfiehlt auch Ældresagen, dass der Tausenderschein abgeschafft wird. „Auch den meisten Senioren genügt unser 500-Kronen-Schein“, so der Chefberater des Verbandes, Olav Felbo, zu Jyllands-Posten.

Die Sozialdemokraten und die Dänische Volkspartei verhalten sich zögernd zu dem Vorschlag – stehen jedoch der Idee nicht abweisend gegenüber, wie Jyllands-Posten berichtet.

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