Verteidigung

„Historische Wende für die nordische Sicherheitspolitik“

„Historische Wende für die nordische Sicherheitspolitik“

„Historische Wende für die nordische Sicherheitspolitik“

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Oslo
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Jonas Gahr Støre vor dem Munch-Museum in Oslo mit Mette Fredriksen, Magdalena Andersson, Sanna Marin und Katrin Jakobsdottir (von links) Foto: Ntb/Reuters/Ritzau Scanpix

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Die nordischen Länder stärken die Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung und Sicherheit weiter. Die Nato-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens war Thema bei einem Treffen der Regierungsoberhäupter Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens in Oslo.

Die Sicherheitspolitik war eines der Hauptthemen beim Treffen der nordischen Regierungschefinnen und -chefs in Oslo. Die Länder vereinbarten, die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung weiter auszubauen.

„Die Tatsache, dass Finnland und Schweden die Mitgliedschaft in der Nato anstreben, ist eine historische Wende für die nordische Sicherheitspolitik und die Verteidigungszusammenarbeit. Mein Ziel ist es, eine bereits gute Zusammenarbeit noch enger zu gestalten“, so Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

„Die Nato-Erklärungen Finnlands und Schwedens machen es möglich, die nordische Verteidigung in einem größeren und verbindlicheren Kontext zu sehen. Wir müssen zusammenarbeiten und als Verbündete in einer möglichen Krise und einem Krieg agieren. Eine geeinte nordische Region in der Nato wird uns mehr Gewicht im Nato-Bündnis geben, und unsere gemeinsamen Werte werden sichtbarer und wirkungsvoller sein", so Støre.

Die sozialdemokratischen Regierungschefinnen und -chefs von Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland sowie die Regierungschefin Islands, Katrín Jakobsdóttir von der Links-Grünen Bewegung, haben sich auf eine gemeinsame Erklärung zu Verteidigung und Sicherheit geeinigt.

Darin ist unter anderem davon die Rede, dass die nordischen Länder gemeinsame Übungen und Schulungen verstärken und zur Entwicklung der Nato als militärisches und politisches Bündnis beitragen wollen.

Skrydstrup wichtiger Baustein der engeren Zusammenarbeit

Aktuelle Bereiche für eine verstärkte Zusammenarbeit in einer frühen Phase sind laut Pressemitteilung des norwegischen Staatsministeriums Luftverteidigung, Logistik und Versorgung sowie gemeinsame Übungen und Trainings in der nordischen Region und im Nato-Kontext.

Die gesamte nordische Region in der Nato bedeutet, dass die Länder ein besseres gemeinsames Situationsbewusstsein für den Luftraum haben und die Luftwaffenstützpunkte der anderen Länder leichter nutzen können. So der wichtigste Stützpunkt der dänischen Luftwaffe in Skrydstrup in Nordschleswig.

Zusammen werden die nordischen Länder in der Nato über eine erheblich größere Luftwaffe mit mehreren Hundert modernen Kampfflugzeugen verfügen.

„Von norwegischer Seite werden wir uns anhören, was Finnland und Schweden selbst als notwendig erachten, wenn wir jetzt gemeinsam überlegen, wie wir die nordische Zusammenarbeit noch weiter stärken können, wenn die ganze Region in der Nato vereint ist. Vergangene Woche haben Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden einen Rahmen für Vereinbarungen über Verteidigungsgüter und Versorgungssicherheit geschaffen“, so Støre.

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