Gebietsreform

Zentralisiertes Dänemark

Zentralisiertes Dänemark

Zentralisiertes Dänemark

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Dänemark
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Skagen: Polizeistation zu verkaufen Foto: René Schütze/Ritzau Scanpix

In den vergangenen zehn Jahren hat die Gebietsreform Dänemark verändert. Nicht nur zu dessen Vorteil, meinen Kritiker.

Seit 2007 hat Dänemark eine massive Zentralisierung öffentlicher Einrichtungen erlebt, berichtet die Zeitung „Avisen Danmark“. Der Zeitung nach ist durch die Kommunalreform die Zahl der Krankenhäuser landesweit seit 2007 um 20 Prozent geschrumpft, die Zahl der Polizeistationen verringerte sich um 40 Prozent. Die Zahl der Gerichte wurde um Zweidrittel reduziert und auch die Zahl der Volksschulen (folkeskoler) ist geschrumpft.

14 Ämter wurden zu fünf Regionen, 275 Kommunen wurden zu 98 zusammengelegt. Davon hätten vor allem die größeren Städte profitiert, schreibt die Zeitung, die Material des Justiz-, Gesundheits- und Unterrichtsministeriums ausgewertet hat. Die Auswertung zeigt auch, dass einige Kommunen mehr, andere weniger von der Zentralisierung betroffen sind. Nordschleswig kommt demnach vergleichsweise glimpflich davon, stark betroffen sind beispielsweise Lolland, Faaborg-Midtfyn auf Fünen und einige Kommunen in Mittjütland und auf Seeland, wo öffentliche Institutionen abgebaut wurden.

Lotte Rod, rechts- und gesundheitspolitische Sprecherin der Radikalen, kritisiert in Jydske Vestkysten diese Zentralisierung. Es wirke unecht, wenn Regierungschef Lars Løkke Rasmussen von mehr Bürgernähe spreche, wenn diese Bürger real immer längere Wege in Kauf nehmen müssten.

Die gesundheitspolitische Sprechern der sozialistischen Volkspartei ist in „Jydske Vestkysten“ der Meinung, dass die Zentralisierung zu weit geht und ein Gefühl der Unsicherheit bei den Bürgern zunehme.

Grete Christensen, Vorsitzende des Rates der Krankenpfleger (Dansk Sygeplejerråd), kritisiert die schnelle Reduktion der Krankenhäuser, erkennt in „Jydske Vestkysten“ aber an, dass die Zentralisierung auch Vorteile mit sich bringt. Diese habe zu einer Spezialisierung und zu mehr Fachkompetenz geführt, so Christensen.

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