Verteufelt

US-amerikanische Medien setzen sich zur Wehr

Ritzau/hm
Kopenhagen/Washington
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Foto: DPA/Ole Spata

Viele Medien in den USA thematisieren am Donnerstag das Klima, in dem sie seit dem Amtsantritt von Donald Trump arbeiten. Auch für dänische Zeitungen ist es Zeit, darüber zu schreiben.

Am Donnerstag beziehen mindestens 300 US-amerikanische Medien Stellung. In ihren Leitartikeln verteidigen sie die freie Presse und richten ihre Worte auch gegen den Präsidenten des Landes, Donald Trump. Dieser bezeichnet die Medien als Feinde des Volkes und nennt sie verlogen.

Solidarisch mit der Initiative zeigen sich in Dänemark die Zeitungen Politiken, Berlingske, Kristeligt Dagblad und Information, die ebenfalls am Donnerstag in Leitartikeln das Thema aufgreifen.

Politiken zeigt sich besorgt, wie Trump sein Amt dafür missbraucht, die freie Presse zu dämonisieren. Die schmutzigen Methoden des Präsidenten seien gefährlich in einer Zeit, in der soziale Medien Gerüchte und Vorurteile in kürzester Zeit verbreiten, was Donald Trump mit erschreckendem Zynismus ausnutze, so Politiken. Die Zeitung resümiert: „Donald Trump zerstört einen entscheidenden Kontrollmechanismus einer gut funktionierenden Gesellschaft.“

Furcht vor Gewalt gegen Journalisten

Die Zeitung Berlingske warnt vor möglichen Folgen eines solchen Verhaltens, wie es der US-Präsident an den Tag lege: „Die Vorwürfe werden derart aggressiv vorgetragen, dass Journalisten sich vor Gewalt fanatisierter Trump-Anhänger fürchten müssen.“ Nach Ansicht von Berlingske haben sich aber einige Zeitungen in Amerika von Trump auch in einen Kleinkrieg locken lassen.

Kristeligt Dagblad ist der Meinung, dass die Art und Weise, gegen Medien Stimmung zu machen, tendenziell auch in Dänemark anzutreffen sei.Sie führt aus: „Auch hier erleben wir, wie Politiker einen größeren Appetit bekommen, Inhalte in der Presse zu kontrollieren und zu bestimmen.“

Die vier dänischen Medien weisen aber auch darauf hin, wie wichtig es sei, dass Medien Kritik annehmen.

Die Zeitung Information hinterfragt, ob Zeitungen sich überhaupt verteidigen sollten, stellt aber fest, sie sollten sich im vorliegenden Fall nicht passiv verhalten, sondern aktiv auf das Problem hinweisen. Dies sei eine Notwendigkeit.

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