Coronavirus

Kontaktpersonen von Infizierten sollten weiter zur Schule gehen

Kontaktpersonen von Infizierten sollten weiter zur Schule gehen

Kontaktpersonen sollten weiter zur Schule gehen

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Selbst wenn sie selbst nicht infiziert sind, werden Mädchen und Jungen nach Hause geschickt, weil sie engen Kontakt zu einer infizierten Person an ihrer Schule hatten. Das muss sich ändern, sagen mehrere Experten und Parteien. Foto: Anthon Unger/Ritzau Scanpix

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Experten und Parteien fordern eine Änderung der Vorschriften, damit Schülerinnen und Schüler, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, nicht nach Hause geschickt werden.

Kinder in der Schule, die enge Kontaktpersonen von Covid-19-Infizierten sind, sollten nicht mehr in Quarantäne nach Hause geschickt werden. Dies ist die Meinung mehrerer Fachleute und Parteien im Folketing, schreibt „Berlinske“.

Es ist nicht angemessen und verhältnismäßig, dass wir gesunde Kinder nach Hause schicken.

Per Larsen, gesundheitspolitische Sprecher der Konservativen

Einer derjenigen, der eine Änderung der Richtlinien in Schulen und Kindertagesstätten fordert, ist der gesundheitspolitische Sprecher der Konservativen, Per Larsen.

„Diejenigen, die infiziert sind, sollten natürlich nach Hause gehen, aber es ist nicht angemessen und verhältnismäßig, dass wir gesunde Kinder nach Hause schicken. Wenn irgendjemand unter den Beschränkungen von Covid-19 gelitten hat, dann sind es die Kinder, die nach Hause geschickt wurden“, sagt er der Zeitung.

Unterstützt wird er unter anderem vom gesundheitspolitischen Sprecher von Venstre, Martin Geertsen, und der schulpolitischen Sprecherin der Radikalen, Lotte Rod, die von der Regierung Maßnahmen fordern.

Zustimmung von Fachleuten

Auch mehrere Expertinnen und Experten fordern, dass Kinder nicht mehr als enge Kontaktpersonen nach Hause geschickt werden dürfen.

Zu ihnen gehört der ehemalige Direktor der dänischen Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, Statens Serum Institut (SSI), Nils Strandberg Pedersen.

Er erklärt gegenüber „Berlingske“, dass es bei der Delta-Variante unvermeidlich ist, dass die große Mehrheit der Kinder in Dänemark unter 12 Jahren in diesem Jahr infiziert wird. Da Kinder aber nur sehr selten ernsthaft an einer Corona-Infektion erkranken, ergebe es keinen Sinn, die Ausbreitung der Infektion bei Kindern zu verhindern.

Einschränkungen werden aufgehoben

Ab dem 10. September wird Covid-19 nicht mehr als gesellschaftsgefährdende Krankheit eingestuft. Das bedeutet unter anderem, dass es im Wesentlichen keine Corona-Beschränkungen mehr geben wird.

Außerdem ist seit Mittwoch das Modell der automatischen Lockdowns ausgelaufen, bei dem die Infektionsraten unter anderem mit der Bevölkerungsgröße verglichen wurden.

Somit können hohe Covid-19-Infektionsraten nicht mehr automatisch zur Schließung von Schulen, Freizeiteinrichtungen, Vereinen und des kulturellen Lebens in dänischen Kommunen führen.

Schulen müssen weiterhin Richtlinien folgen

Laut einer Antwort des Gesundheitsministeriums an „Berlingske“ müssen die Schulen jedoch weiterhin die Richtlinien der Gesundheitsbehörde für enge Kontakte in Schulen befolgen.

Die derzeitigen Leitlinien besagen, dass enge Kontaktpersonen einer infizierten Person in der Schule zu Hause unter Quarantäne gestellt werden müssen und erst nach negativen Tests am vierten und sechsten Tag nach dem Kontakt mit der infizierten Person in die Schule zurückkehren, sich mit Freunden treffen und an außerschulischen Aktivitäten teilnehmen dürfen.

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