Flüchtlinge

Dänemark genehmigt deutlich weniger Asylanträge

Dänemark genehmigt deutlich weniger Asylanträge

Dänemark genehmigt deutlich weniger Asylanträge

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Dänemark hat in den ersten drei Monaten des Jahres 38 Prozent der Asylanträge genehmigt. In den Vorjahren waren es im gleichen Zeitraum zwischen 72 und 85 Prozent. Die Ausländerbehörde begründet das Mehr an Abweisungen unter anderem mit dem Zurückdrängen des IS in den Heimatländern.

Dänemark hat in den ersten drei Monaten des Jahres 38 Prozent der Asylanträge genehmigt. In den Vorjahren waren es im gleichen Zeitraum zwischen 72 und 85 Prozent. Die Ausländerbehörde begründet das Mehr an Abweisungen unter anderem mit dem Zurückdrängen des IS in den Heimatländern.

Die dänische Ausländerbehörde hat in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich mehr Asylbewerber abgewiesen als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Im ersten Quartal 2017 hat die Behörde 38 Prozent der Antragsteller Asyl gewährt. Wie die Zeitung Jyllands-Posten berichtet steht diese Zahl im starken Kontrast zu den vergangen Jahren. In 2014, 2015 und 2016 wurden zwischen 72 und 85 Prozent der Asylanträge genehmigt.

Die Ausländerbehörde ist die erste Instanz für Flüchtlinge bei der Stellung eines Asylantrages. Abgewiesene Personen haben anschließend die Möglichkeit, Klage beim Flüchtlingsausschuss einzureichen, der das Urteil widerrufen kann. Dies geschah in 20 Prozent der betreffenden Fälle.

Grund für Ablehnung: Der IS ist auf dem Rückzug

Die Behörde erklärt die veränderten Zahlen damit, dass sich der Hintergrund vieler Flüchtlinge in diesem Jahr geändert habe. In den vergangenen Jahren seien deutlich mehr Flüchtlinge aus Syrien in Dänemark eingetroffen, die so gut wie alle den Asylantrag genehmigt bekommen hatten. Der Anteil an syrischen Flüchtlingen sei zuletzt aber stark zurückgegangen, ebenso wie bei den Afghanen. Irakischen und somalischen Flüchtlingen wird laut Ausländerbehörde hingegen immer seltener Asyl gewährt, weil die Terrormiliz Islamischer Staat mittlerweile aus vielen Städten in ihrer Heimat vertrieben wurde. Die Zahl der genehmigten Asylanträge hat sich aus diesem Grund für diese beiden Bevölkerungsgruppen zuletzt halbiert, berichtet die Zeitung.

Zum Jahreswechsel standen in Dänemark 1.154 abgewiesene Asylantragssteller vor der Abschiebung. Diese wurde in den ersten drei Monaten des Jahres bei 156 Personen durchgeführt.
Die Ausländerbehörde hat vor kurzem ihre Prognose dafür, wie viele Asylantragsteller 2017 nach Dänemark kommen, von 8.500 auf 4.000 Personen nach unten korrigiert.

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