Unterhaltung in Dänemark

Immer mehr Streaming-Auswahl

Dänemark: Immer mehr Streaming-Auswahl

Dänemark: Immer mehr Streaming-Auswahl

Laure Saint-Alme
Apenrade/Aabenraa
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Der neue Streaming-Dienst „Apple TV+" ist nur auf der „Apple TV"-App verfügbar. Foto: Hahn Lionel/Abaca/Ritzau Scanpix

Nach „YouTube“, „Netflix“ und „Amazon Prime Video“ hat es nun ein vierter US-amerikanischer Streaming-Dienst nach Dänemark geschafft: „Apple TV+“. Kann er mit der Konkurrenz mithalten? „Der Nordschleswiger“ hat alle Anbieter unter die Lupe genommen.

Die weltbekannte Technologiefirma „Apple“ aus dem Silicon Valley hat am Freitag, 1. November, in den dänischen und weltweiten Streaming-Markt betreten, berichtet der öffentliche Sender „Danmarks Radio“ („DR“). In den Vereinigten Staaten ist der Unterhaltungskonzern „Disney“ schon im Wettbewerb.

Was genau heißt streamen?

  • Das Wort „stream“ bedeutet in der englischen Sprache etwas, das sowohl im eigentlichen als auch im bildlichen Sinne strömt oder fließt. Es kann als ein Substantiv oder ein Verb verwendet werden.
  • Im Deutschen bezeichnet der Anglizismus „Streaming“ ein Datenübertragungsverfahren, bei dem die Daten bereits während der Übertragung angesehen oder angehört werden können.
  • Der Unterschied zum Herunterladen liegt darin, dass der heruntergeladene Inhalt erst nach der vollständigen Übertragung der Daten angesehen werden kann.

Deshalb ist ein Streamingdienst ein Internetdienst. Online müssen wir nicht auf die vollständige Übertragung warten, um anzufangen, den Inhalt zu sehen.

Quelle: Duden/Collins dictionary

Im Gegensatz zu anderen Streaming-Diensten läuft das neue „Apple TV+“ nur auf der „Apple TV“-App für I-Phone, I-Pad, I-Pod, und Apple-Fernsehen, heißt es auf der Webseite der Firma. Er bietet derzeit vier Originalserien mit Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und anderen berühmten Hollywood-Schauspielern an.

„DR“ kündigt sogar eine Zusammenarbeit der neuen Plattform mit Oprah Winfrey und Steven Spielberg an. Für 39 Kronen pro Monat nach Ablauf des siebentägigen Probeabos wird „Apple TV+“ einer der billigsten Streaming-Dienste in Dänemark. Aber kann er mit den anderen mithalten?

„YouTube“: Einzig in seiner Art

„YouTube“ ist seit 2005 eine US-amerikanische Plattform mit allen möglichen Typen von Videos – nicht nur Fernsehserien und Filme. Ein Konto ist notwendig, um zu kommentieren und Videos zu posten. Der Großteil der Inhalte ist kostenlos.

Die Vielfalt seines freien Angebots ist noch heute seine Besonderheit. 2018 war „YouTube“ der Streaming-Dienst, den die Dänen am meisten verwendet haben, unter allen Streaming-Diensten der Welt, teilt „MediaWatch.dk“ mit.

2015 gründete die Firma ihren abonnementfinanzierten Streaming-Dienst „YouTube Premium“, der es uns ermöglicht, Videos ohne Werbeanzeigen anzusehen und Inhalte herunterzuladen. Mit dem Abonnement kann man zudem auf der „Youtube Music“-App Musik ohne Unterbrechungen hören.

Es gibt eine einmonatige kostenlose Testversion. Danach kostet das Angebot 119 Kronen pro Monat, heißt es auf der „Youtube Premium“-Webseite.

„Netflix“: Grenzüberschreitender Erfolg

Die in Kalifornien gegründete Firma „Netflix“ war 2018 in Bezug auf die Dauer der am meisten verwendete abonnementfinanzierte Streaming-Dienst in Dänemark, teilt „MediaWatch.dk“ mit.

Für 79 Kronen pro Monat können die Nutzer überall auf der Welt auf „netflix.com“ oder der „Netflix“-App mit Computern, Tablets, Smartphones, Spielkonsolen und Smart-Fernsehen streamen. ZU Beginn gibt es eine kostenlose 30-tägige Probezeit.

„Netflix“ produziert ebenfalls seine eigenen Fernsehshows. Eine der erfolgreichsten ist die mehrmals ausgezeichnete britische Serie „The Crown“, die das Leben von Königin Elizabeth II. inszeniert. 2017 bekam sie sogar einen Golden Globe für das beste Drama.

„DRTV“: Gleich nach den zwei Amerikanern

„DR“ berichtet, dass die dänische Streaming-Plattform mit dem größten Teil an dänischem Inhalt sein eigener ist: „DRTV“ – mit 71 Prozent. Außerdem ist sie laut „Mediawatch.dk“ die am meisten verwendete dänische Plattform Bezug auf die Dauer. Danach folgen „Viaplay“ und „TV 2 Play“.

Der öffentliche Fernseh-auf-Abruf „DRTV“ ist auf dem Computer, Tablet Smartphone, „Playstations 3 und 4“ und Smart-Fernsehen komplett kostenlos. Sein Angebot ist in Dänemark allen zugänglich und ein Teil auch im Ausland, wenn „DRTV“ die Rechte dafür hat.

Seine Programme sind nur für eine begrenzte Zeit zu sehen. Die meisten von ihnen bleiben acht Tage auf der Plattform und die „DR“-Produktionen und Drama-Serien bis zu 30 Tage nach der letzten Episode.

Fernsehsender im Wettbewerb

„TV 2 Play“ ermöglicht es, alle Programme des dänischen Senders „TV 2“ zu streamen.

Der Streaming-Dienst zählt heute 500.000 Nutzer, aber die leitende Direktorin Anne Engdal Stig Christensen möchte in den kommenden Jahren diese Zahl verdoppeln. Der Basis-Abonnement – ohne die Live-Stream-Möglichkeit – kostet 79 Kronen pro Monat und das komplette Paket 119 Kronen.

„HBO Nordic“ – die Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Senders „HBO“ – ist ein Streaming-Dienst in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Um ihn zu nutzen, braucht man einen Computer, ein Tablet, ein Smartphone, eine Spielkonsole oder „Apple-TV“(4. Generation). Die Probezeit dauert zwei Wochen, danach kostet die Plattform 99 Kronen pro Monat. Es werden keine dänischen Produktionen angeboten.

Anne Engdal Stig Christensen, leitende Direktorin des Senders „TV 2“, möchte in den kommenden Jahren auf ihrem Streaming-Dienst eine Million Nutzer erreichen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

„Viaplay“ bietet auf dem Computer, dem Tablet, dem Smartphone, der Spielkonsole oder dem Smart-Fernseher drei verschiedene Abonnements an. In dem Ersten gibt es nach einer Probezeit von zwei Wochen die Filme und die Serien für 99 Kronen. Das zweite „Viaplay Sport“ ermöglicht es, für 309 Kronen ohne Probezeit, Serien und Sport anzugucken. Mit dem Dritten und Teuersten kann alles für 339 Kronen pro Monat gestreamt werden.

Sechs Prozent des Inhalts sind auf „Viaplay“ dänisch – viel weniger als auf „DRTV“, aber schon zwei Prozent mehr als auf „Netflix“. Außer den Streaming-Abonnements können alle Programme ebenfalls ausgeliehen und gekauft werden.

„Amazon Prime Video“: Erfolgreich – aber nicht in Dänemark

In der Analyse von „MediaWatch.dk“ fehlt noch ein amerikanischer Dienst: „Amazon“. Obwohl er einen großen Platz auf dem weltweiten Streaming-Markt hat, berichtet „DR“, ist er in Dänemark nicht so erfolgreich.

Alle „Amazon Prime“-Mitglieder haben automatisch kostenlosen Zugang zu der Streaming-Plattform „Prime Video“. Für die anderen beträgt der Einführungspreis von 2,99 Euro pro Monat. „Prime Video“ bietet seit 2016 in Dänemark verschiedene Inhalte, sogar Originalserien und -Filme – aber laut „DR“ keine einzige dänische Show­. Programme auszuleihen oder zu kaufen ist auch auf der Plattform möglich.

Mit „Disney“ wartet bereits der nächste Anbieter darauf, den dänischen Streaming-Markt zu erobern.

Die Streaming-Plattform „Disney+" läuft schon in den USA. Foto: Nick Agro/AFP/Ritzau Scanpix
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