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Neue Untersuchung: Freispruch für die Plastiktüte

Neue Untersuchung: Freispruch für die Plastiktüte

Neue Untersuchung: Freispruch für die Plastiktüte

Kopenhagen
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Foto: Kristian Brasen/Ritzau Scanpix

Die oft als umweltfreundlich bezeichneten Stoffbeutel stehen in einer neuen Untersuchung unter Beschuss. Diese besagt, dass Verbraucher weiterhin Plastiktüten benutzen sollten. Von Umweltschützern kommt Widerspruch.

Wer beim nächsten Einkauf an der Kasse nach einer Plastiktüte greift, der brauche nicht länger ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Plastiktüten seien nämlich umweltfreundlicher als ihre Kollegen aus Stoff. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine neue Untersuchung der Technischen Universität Dänemark (DTU) im Auftrag der dänischen Umweltbehörde, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

„Es kann überraschend wirken, dass Plastiktüten umweltfreundlicher sind. Doch Stofftüten belasten die Umwelt bei der Produktion weitaus mehr“, heißt es in der Pressemitteilung der Umweltbehörde.

Die Untersuchung zieht die Schlussfolgerung, dass man eine Altpapiertüte 40 Mal, eine Stofftüte aus herkömmlicher Baumwolle 7.100 Mal und eine aus ökologischer Baumwolle gar 20.000 Mal benutzen sollte, ehe sie eine bessere Alternative für die Umwelt seien.

„Hat man schon eine Stofftüte, dann sollte man sie auch weiterhin nutzen. Am besten ist es für die Umwelt, wenn wir unsere Tragetüten so lange wie nur möglich nutzen“, so die Behörde.

Erfreute Plastik-Hersteller – kritische Umweltschützer

Die neue Untersuchung sorgt für Freude bei der Interessenorganisation Plastindustrien. „Die Plastiktüte ist eines der in der Öffentlichkeit meistkritisierten Plastikprodukte überhaupt. Doch die neue Analyse zeigt, dass diese Kritik unbegründet ist“, erklärt Organisationsdirektor Thomas Drustrup.

Von der Organisation Plastic Change kommt derweil Kritik, weil zahlreiche Plastiktüten nicht verbrannt würden, wie es die Analyse voraussetzt, sondern in der Natur landeten, so die Vize-Direktorin der Organsiation, Berit Asmussen zu Politiken.

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