Tour-Tagebuch

„Team Grænzland“: Tag 1 auf dem Rad nach Brüssel – turbulent und voller Teamgeist

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Aufbruch in Pattburg: Begeisterte Freunde und Familien feuern das „Team Grænzland“ an, während die Radtour nach Brüssel beginnt.

Der erste Tag der Radtour von Pattburg nach Brüssel hatte alles, was eine echte Abenteueretappe ausmacht: kaum Regen, dafür zahlreiche technische Pannen und jede Menge gute Laune im Team. Geplant waren 176 Kilometer – am Ende wurden es knapp 190.

Mit der ersten von fünf Etappen startete das „Team Grænzland“ seine Reise in die EU-Hauptstadt Brüssel. Anlass der Tour ist die dänische EU-Ratspräsidentschaft. Teilnehmende sind Menschen aus der deutschen und dänischen Minderheit in Nord- und Südschleswig sowie Mitradelnde aus der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung.

Die Fahrerinnen und Fahrer wollen mit ihrer Reise ein Zeichen für ein freundschaftliches Zusammenleben über die Grenze hinweg setzen und sich besser kennenlernen. Unterstützt werden sie dabei von einem zehnköpfigen Serviceteam, das für Technik, Verpflegung und gute Stimmung sorgt.

Start in Pattburg

Um 8.49 Uhr rollte das Team vom Schulhof der Deutschen Schule Pattburg los – etwas später als geplant. „Wir hatten ein nettes Frühstücksbuffet, das die Schülerinnen und Schüler vorbereitet hatten. Dann ging es endlich auf die längste Etappe der Tour“, erzählt Gerrit Hencke, „Nordschleswiger“-Redakteur und Hobby-Radfahrer, der das „Team Grænzland“ begleitet.

Schon früh zeigte sich die erste Herausforderung: „Wir hatten bereits in Flensburg mehrere Pannen – ich glaube sechs Stück – inklusive einer gebrochenen Speiche. Ein neues Hinterrad wurde vom Sohn vorbeigebracht, und dann konnte es weitergehen.“

Schlaglöcher, Umwege und Highlights

Die Radwege in Schleswig-Holstein forderten den Fahrerinnen und Fahrern einiges ab. „Viele Wurzeln, Schlaglöcher, das war ein wenig chaotisch“, berichtet Hencke. Eine Straßensperrung erforderte zudem einen 13 Kilometer langen Umweg.

Trotz allem gab es viele Höhepunkte: „Wir sind durch Wacken gefahren, über die Treene und die Eider und über den Nordostseekanal. Nach 160 Kilometern nahmen wir die Fähre von Glückstadt nach Wischhafen. Da mussten wir kurz warten, aber das war eigentlich total schön, da dort auch ganz viele Passanten interessiert waren, was wir machen und mit uns ins Gespräch gekommen sind.“

Auch innerhalb des Teams herrschte ein super Spirit. „Dadurch, dass man nicht immer neben denselben Leuten fährt, konnte man bereits mit vielen verschiedenen Teammitgliedern während der Tour reden. Dieser Austausch war schön und die Stimmung gut“, berichtet Hencke.

Auf der Überfahrt nach Wischhafen nutzte das „Team Grænzland“ die Gelegenheit für einen kurzen Austausch – sowohl untereinander als auch mit interessierten Passantinnen und Passanten.

„Die Schultern tun weh, der Nacken tut weh. Aber es bringt Spaß“, sagt auch Sven Simon vom „Team Grænzland“ lachend. Ein humorvolles Highlight: Das Serviceteam wartete nach dem Umweg mit Weihnachtsmützen auf.

„Jetzt gibt es jeden Tag so ein Motto an den Verpflegungsstationen – darauf freuen wir uns schon“, so Hencke.

Das Serviceteam sorgte mit Weihnachtsmützen für Lacher und gute Laune, während die Radlerinnen und Radler des „Team Grænzland“ kurz verschnauften.

Blick nach vorn

Nach knapp 190 Kilometern und der Ankunft im Hotel „Zur Linde“ in Hechthausen (Gemeinde im Osten des Landkreises Cuxhaven in Niedersachsen) war das Team erschöpft, aber zufrieden. Gerrit Hencke blickt gespannt auf die kommenden Tage: „Mal sehen, wie fit alle morgen sind.“ Die zweite Etappe führt die Fahrerinnen und Fahrer am Sonntag über 149 Kilometer von Hechthausen nach Garrel (Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen).

Der leidenschaftliche Hobby-Radfahrer und Journalist Gerrit Hencke vertritt den „Nordschleswiger“ im 30-köpfigen „Team Grænzland“. In den kommenden Tagen erscheint nach jeder Etappe ein persönliches Tourtagebuch mit Eindrücken direkt vom Rad, Momenten aus dem Teamalltag und Einblicken in die Stimmung unterwegs. Es berichtet nicht nur über die gefahrenen Kilometer, sondern auch von dem Miteinander auf und abseits der Straßen und Fahrradwege auf dem Weg nach Brüssel.