Interreg-Projekt

Gesprächsreihe „Die Fremden“ beleuchtet Minderheiten im Grenzland

Veröffentlicht Geändert
Die Gesprächsreihe thematisiert den Umgang mit Fremden und das Gefühl, in der Fremde zu sein. Das Bild stammt aus dem Museum für Flucht in Oksbøl.

Das Interreg-Projekt „Die Fremden“ wird im kommenden Jahr das Zusammenleben von Mehr- und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet thematisieren. Es umfasst 22 Vorträge und Gesprächsveranstaltungen, die sich mit verschiedenen Aspekten des Themas „Fremde“ befassen.

Die Vortrags- und Gesprächsreihe „Die Fremden“ will im kommenden Jahr Bevölkerungsgruppen im deutsch-dänischen Grenzland zu Wort kommen lassen und darüber reden, wie Minderheiten und Mehrheiten miteinander umgehen – und miteinander umgegangen sind.

Für den Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig ist Büchereidirektorin Claudia Knauer an dem Projekt beteiligt. Sie sagt: „Der Umgang mit Minderheiten ist etwas, was uns heute konstant beschäftigt und berührt. Wir möchten dazu einladen, darüber nachzudenken: Wie fremd kann man sich beispielsweise als Minderheit im eigenen Land fühlen? Wir wollen den Blick auf das Fremde schärfen – und unseren Umgang damit.“

Vorträge und Gesprächsveranstaltungen im Grenzland

Projektleiter Tue Søvsø erläutert: „Es geht darum, die Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammenzubringen und das Gespräch darüber zu beginnen, wie wir als Gruppen miteinander umgehen.“

Die rund 22 Vorträge und Gesprächsveranstaltungen behandeln verschiedene Themen zum Thema „Fremde“: Der Umgang mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten um 1945, aber auch das Verhältnis und das Miteinander von jüdischen, dänischen, deutschen und anderen Bevölkerungsteilen im Grenzland.

Vertreterinnen und Vertreter von Minderheiten kommen zu Wort und laden das jeweilige Publikum zum Gespräch ein. „Die Hoffnung mit der Vortragsreihe ist, Menschen zum Innehalten einzuladen. Um darüber nachzudenken, wie wir hier im Grenzland eigentlich miteinander leben. Wir möchten uns damit auseinandersetzen, wann wir uns selbst fremd fühlen und wen wir als Fremde betrachten“, sagt Tue Søvsø.

Wir möchten uns damit auseinandersetzen, wann wir uns selbst fremd fühlen und wen wir als Fremde betrachten.

Tue Søvsø

Wie die Minderheit Ost-Flüchtlinge aufgenommen hat

Auch der Blick in die Vergangenheit ist geplant. Beispielsweise beleuchtet das Projekt den Umgang mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten um 1945. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden sich gemeinsam mit dem Publikum daran erinnern, wie damals fremde Menschen aus den ehemaligen preußischen Gebieten ins deutsch-dänische Grenzland kamen – und unter anderen von Mitgliedern der deutschen Minderheit vor Ort aufgenommen wurden.

Das Programm wird Anfang 2025 veröffentlicht.

Interreg-Projekt „Die Fremden“

Projektbeschreibung: Das Interreg-Projekt „Die Fremden“ („De Fremmede“) ist eine grenzüberschreitende Initiative, die das Zusammenleben von Mehr- und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet thematisiert.

Beteiligte: Deutsche und dänische Büchereien aus dem deutsch-dänischen Grenzland. Darunter sind kommunale Bibliotheken, Stadtbüchereien sowie die Büchereien der deutschen und der dänischen Minderheit.

Veranstaltungen: Im Jahr 2025 werden rund 22 Veranstaltungen organisiert, davon die Hälfte im Frühjahr, die andere Hälfte im Herbst.

Standorte: Die Veranstaltungen finden in Tondern (Tønder), Apenrade (Aabenraa), Sonderburg (Sønderborg), Schleswig (Slesvig), Flensburg (Flensborg) und Niebüll (Nibøl) statt.

Finanzierung: Das Projekt erhält 380.000 Kronen aus dem Interreg-Topf für Bürgerprojekte.

Ziel: Förderung des interkulturellen Dialogs und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Bevölkerungsgruppen in der Region.