Minderheitenprojekt

„Die Fremden“: Zuzügler über ihr Ankommen in Nordschleswig

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Wer in einem anderen Land neu anfängt, muss sich neu auf die Umgebung einstellen. Das Museum für Flucht in Oksbøl (Foto) thematisiert dieses Ankommen in der Fremde.

In der Fremde neu anfangen: Darüber sprechen die deutschen Zuzügler Christian und Maximilian Rackl in der Deutschen Bücherei Sonderburg. Im Mittelpunkt steht das Thema Fremdsein – sowohl aus Sicht der Neuankömmlinge als auch innerhalb der deutschen Minderheit selbst. Moderatorin Claudia Knauer über die Erwartungen an den Abend.

Ankommen in einem anderen Land, zwischen fremder Sprache, fremden Menschen und fremder Kultur: Das Thema steht am Donnerstag, 18. September, im Mittelpunkt eines Gesprächsabends in der Deutschen Bücherei Sonderburg.

Der Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig beteilige sich an der Veranstaltungsreihe, weil das Thema Integration und Identität in der Grenzregion Nordschleswig von hoher Bedeutung sei, betont Claudia Knauer, die als Direktorin des Verbands Deutscher Büchereien Nordschleswig die Veranstaltung moderiert.

„Es ist ein sehr aktuelles und relevantes Thema, weil unsere Gesellschaft vielfältiger wird und die Frage, wann jemand wirklich dazugehört, immer wichtiger wird.“ Sie erklärt weiter: „Für mich ist das Thema besonders wichtig, weil es um die Identität und das Zusammenleben in einer Grenzregion geht. Wir leben hier in einer Region, die durch historische Verschiebungen geprägt ist, aber auch durch das moderne Verständnis von Integration und Vielfalt.“

Herausforderungen beim Ankommen und Integrieren

Manche erleben die deutsche Minderheit durchaus auch als exkludierend.

Claudia Knauer

Am Donnerstag erwartet die Gäste in der Deutschen Bücherei Sonderburg ein Gesprächsabend mit Christian und Maximilian Rackl, zwei deutschen Zuzüglern, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Die Veranstaltung trägt den Titel „So nah und doch so fern – zwei Generationen deutscher Zuzügler in Dänemark“. Dabei stehen die kulturellen Unterschiede sowie die Herausforderungen beim Ankommen und Integrieren im Fokus.

Christian und Maximilian Rackl wohnen in Rothenkrug (Rødekro). Sie kommen aus Süddeutschland und leben seit mehreren Jahren in Nordschleswig. Christian arbeitet als Koch und engagiert sich im sozialen Bereich, während Gymnasiast Maximilian nach seinen Praktika bei der Deutschen Bücherei inzwischen mehrsprachige Erfahrungen gesammelt hat.

Claudia Knauer sagt mit Blick auf den Gesprächsabend: „Die Frage, warum man sich bewusst für ein Leben in der Fremde entscheidet, ist für die Diskussion zentral. Warum entscheidest du dich, in die Fremde zu gehen? Warum entscheidest du dich für Dänemark? Und wie erlebst du das dann?“

Auch in der Minderheit kann man sich fremd fühlen

Claudia Knauer
Claudia Knauer leitet die Geschicke der Büchereien seit 2015.

Die Veranstaltung will auf das Gefühl des Fremdseins eingehen – nicht nur für Zugezogene, sondern auch innerhalb der deutschen Minderheit selbst.

Claudia Knauer weist darauf hin, dass das exklusive Verständnis der „Kernminderheit“ manchmal unbewusst Menschen ausschließe: „Manche erleben die deutsche Minderheit durchaus auch als exkludierend.“ Das wirft die Frage auf, wie lange man Fremder bleibt und ab wann man wirklich dazugehört. „Ab wann gehörst du eigentlich dazu und was bedeutet das?“ Auch diesen Fragen will Knauer am Donnerstagabend nachgehen.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltungsreihe „Die Fremden“ will der Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig ein Zeichen für den offenen Dialog und die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Identitäten in der Region setzen.

Die Veranstaltung beginnt am 18. September um 17 Uhr in der Deutschen Bücherei Sonderburg. Der Eintritt beträgt 30 Kronen, eine Anmeldung ist per E-Mail unter zentral@buecherei.dk möglich.

Mehr über die Veranstaltungsreihe „Die Fremden“ hier.