Geschichte

Kriegsflüchtlinge 1945: Diese Bücher und Filme gibt es

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Im Flüchtlingslager in Oksbøl lebten bis zu 35.000 Menschen.

Vor 80 Jahren wurden mehr als 250.000 deutsche Kriegsflüchtlinge nach Dänemark geschickt. In der Zentralbibliothek in Apenrade lässt sich einiges über die damalige Situation und interessante Einzelschicksale nachlesen. Im Internet finden sich zudem Filme zum Thema.

Über 250.000 deutsche Kriegsflüchtlinge wurden 1945 ins noch besetzte Dänemark geschickt und stellten die Gesellschaft damals vor große Herausforderungen. Auch nach der Kapitulation Deutschlands mussten die Flüchtlinge zunächst bleiben und lebten in großen Lagern, wie in Oksbøl in Westjütland.

Wer mehr über die Geschichte der Kriegsflüchtlinge und die damalige Situation lernen möchte, kann in der Zentralbibliothek in Apenrade fündig werden. Ingela Wieking, aus dem Leitungsteam der Bücherei, präsentiert einige Bücher, die sich mit der historischen Aufarbeitung der damaligen Situation befassen.

„Deutsche Flüchtlinge in Dänemark 1945-1949“ von Karl-Georg Mix

Bei Ingela Wieking in der Zentralbibliothek in Apenrade kann einiges über die Geschichte deutscher Kriegsflüchtlinge in Dänemark gelernt werden.

Zum Autor: Karl-Georg Mix ist emeritierter Pfarrer, wurde am 20. Januar 1936 geboren und war von 1945 bis 1948 selbst in Lagern interniert.

„Treibholz“ von Arne Gammelgaard

„Deutsche Flüchtlinge in Dänemark 1945-1949“ von Karl Georg Mix

Hier geht es nicht um Einzelschicksale. Das ist etwas wissenschaftlicher aufgebaut und beschäftigt sich auch mit den Transporten und damit, wie das Lagerleben damals organisiert war.

Ingela Wieking

Zum Autor: Arne Gammelgard wurde 1928 geboren und verstarb im Jahr 2021. Er war Lokalhistoriker und schrieb und recherchierte mehrere Bücher, die sich mit den Schicksalen der Kriegsflüchtlinge in Dänemark befassen.

„Menschen hinter Stacheldraht“ Leif Guldmann Ipsen

Treibholz

Dieses Buch ist ein Lagebericht über die Flüchtlinge, die in Dänemark interniert waren und darüber wie die Lebensgeschichte einiger Flüchtlinge danach weiterging.

Ingela Wieking

Zum Autor: Leif Guldmann Ipsen war selbst Kommandant in Oksbøl und arbeitete von 1983 bis 2002 im lokalhistorischen Archiv von Blåvandshuk in Oksbøl.

„Ungeladene Gäste“ von Arne Gammelgaard

„Menschen hinter Stacheldraht“ befasst sich etwas spezieller mit dem Leben im Lager in Oksbøl. Es bietet eine detaillierte Darstellung über das dortige Lager, auch mit viel Bildmaterial.

Ingela Wieking

„Auf Führerbefehl in Dänemark“ Arne Gammelgaard

Arne Gammelgaard hat noch ein weiteres Buch, nur über die ostdeutschen Flüchtlinge, geschrieben, wo er geografisch einordnet, von wo sie kamen und wie sie in Dänemark zurechtkamen. Das wird erfahrbarer durch verschiedene Einzelschicksale.

Ingela Wieking

Diese Filme gibt es

Wer weniger auf Bücher steht und lieber auf dem Fernseher etwas zum Thema lernen möchte, steht auch nicht mit leeren Händen da. Das Flugt-Museum in Oksbøl hat uns die folgenden Filme empfohlen:

Das Buch befasst sich mit der besonderen Situation, dass Dänemark von den Deutschen besetzt war und die Flüchtlinge darum aufnehmen musste. Hier liegt auch der Schwerpunkt auf Einzelschicksalen.

Ingela Wieking

„Når befrielsen kommer“

Dieser Spielfilm aus dem Jahr 2023 handelt von einer dänischen Schulleiterfamilie, die 1945 innerhalb von kurzer Zeit mehr als 500 deutsche Flüchtlinge aufnehmen soll.

Die Familie steht vor der Entscheidung, ob sie den Flüchtlingen helfen soll und damit die Gefahr eingeht, von der dänischen Gesellschaft und der Widerstandsbewegung als Kollaborateure abgestempelt zu werden.

Abrufbar bei Prime Video (nur in Dänemark).

„Hitlers tyske flygtninge i Danmark“

Dieser Dokumentarfilm handelt von vier ehemaligen deutschen Flüchtlingskindern, die nun auf die damalige Zeit um 1945 zurückblicken.

Abrufbar auf „Filmstriben“ und als deutsche Version in der „ARD“-Mediathek unter dem Titel „Gestrandet – Deutsche Flüchtlinge in Dänemark 1945“.

„Tyske flygtninge i Danmark“

Dieser Dokumentarfilm wurde von der dänischen Regierung im Jahr 1949 in Auftrag gegeben und zeigt die damalige Situation der Flüchtlinge. Allerdings gilt es zu beachten, dass der Filmausschuss des dänischen Ministeriums die Arbeit des Regisseurs Ole Berggren beaufsichtigt hat und einige Aspekte möglicherweise verfälscht oder gar nicht dargestellt wurden.

Es ist davon auszugehen, dass das Ministerium die Situation der Flüchtlinge möglichst beschönigend darstellen wollte. Abrufbar beim dänischen Filminstitut.

„Tyskere på flugt: Da Oksbøl blev Danmarks 5. største by“

In diesem kurzen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2022 erzählt der Historiker John V. Jensen, wie es den Flüchtlingen damals im Lager in Oksbøl erging und wie Dänemark mit der Situation umging. Jensen hat ebenfalls ein Buch zu dem Thema mit dem gleichnamigen Titel „Tyskere på flugt“ (Deutsche auf der Flucht) geschrieben.

Abrufbar auf dem Youtube-Kanal der Universität Aarhus.

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