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Kreativität ist ihr Leben – Joan Hansen formt fragiles Glas

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Joan Juhl Hansen mit einer ihrer beliebten kleinen Vasen.

18 Frauen erhielten beim Montagsclub einen interessanten Einblick in die gläserne Kunst. Joan Juhl Hansen traf auf Zuhörerinnen, die immer wieder staunten. Einmal musste sie den Frauen aber auch Mut zusprechen.

Für manche Menschen kann ein einzelner Kurs ihr ganzes Leben verändern – so war es bei Joan Juhl Hansen, Inhaberin eines Fotogeschäfts auf Seeland. Sie und ihr Mann besuchten 1997 einen Glaskünstler. „Ich wurde völlig besessen vom Glas“, gibt die kreative 68-Jährige heute lächelnd zu. Am Montag war die Glaskünstlerin Gast beim Montagsclub des Sozialdienstes Sonderburg.

Im Geschäft „De Kreative“ lauschten 18 Frauen konzentriert der Frau, die für diesen Termin von Ryslinge auf Fünen (Fyn) nach Sonderburg gefahren war. Am Alsensund erzählte sie ihren Zuhörerinnen auf unterhaltsame Weise, wie sie einst Hals über Kopf in der Welt der kreativen Glaskunst landete. 

Vase als erster Bestseller

Ihre Freude am künstlerischen Schaffen wurde für sie schnell von Erfolg gekrönt. Einer ihrer ersten Bestseller wurde eine kleine, feine, mit Kunst verzierte Vase, die an einen Zweig oder ins Fenster gehängt wird. Ihre Kreation fand unter anderem in Norwegen so viel Zuspruch, dass das Ehepaar sogar einen Urlaub in Versailles frühzeitig abbrechen musste. Sonst hätte das Paar nicht rechtzeitig liefern können. Als Joan Juhl Hansen und ihr Mann noch in Tondern (Tønder) lebten, wurden jährlich 4.000 Vasen gebrannt.

Ein weiterer Bestseller sind Joans Engel. „Wir mussten damals neben unserer normalen Arbeit manchmal bis 4 Uhr morgens brennen“, so Joan Juhl Hansen. Heute werden ihre Werke ausschließlich bei „De Kreative“ in Sonderburg und dem Schloss Egeskov auf Fünen verkauft. 

Unter anderem an diesem Gerät werden die verschiedenen Teile der Werke zurechtgeschnitten.

Kreativität ist ihr Leben

Als ihr Mann einst Kirchendiener bei der Christkirche in Tondern wurde, zog das Ehepaar von Seeland an die Westküste. Am 1. Mai 2007 eröffnete das Paar dort ein Geschäft in der Østergade. In ihrer Zeit in Nordschleswig traf die Künstlerin die Unternehmerin Silvia Steger, die seit Jahren ein Geschäft in der Perlegade in Sonderburg betreibt. Seitdem sind ihre Arbeiten in Sonderburg zu haben. Vor fünf Jahren zog es das Paar nach Fünen.

Für die 68-Jährige ist das kreative Schaffen ihr Leben. Sie liebt es, etwas Neues mit Genauigkeit und Sorgfalt zu schaffen. Auch als sie die schockierende Diagnose Krebs erhielt. Die Glaskunst half ihr auf diesem schweren Weg. 

Joan Juhl Hansen (l.) mit Monika Grote, Carit Schmidt, Helene Iwersen, Ruth Nielsen und Hilde Christiansen

Mit Diamantenschneider Glasflächen durchtrennen

Den Zuhörerinnen vom Sozialdienst demonstrierte sie, wie die verschiedenen Glasscheiben mit einem scharfen Diamantenschneider in die richtigen Flächen zurechtgeschnitten werden, bevor sie mit anderen passenden farbigen Flächen in verschiedenen Hitzegraden im Ofen zusammengeschmolzen werden. 

Als sie ihr Publikum aufforderte, selbst an den Schneideapparat zu kommen, reagierte zuerst niemand. „Hast du den Erste-Hilfe-Kasten dabei?“, fragte Ruth Nielsen schmunzelnd. Die Glaskünstlerin lachte und forderte erneut ihr Publikum auf. Das half. Sehr vorsichtig und hochkonzentriert machte sich die erste Zuhörerin an die Arbeit, und weitere folgten.

Bei diesem Montagsclub lernten die Teilnehmerinnen viel. „Ihre Sachen sind ja immer hier zu sehen. Aber erst jetzt weiß ich, wie viel Arbeit und Fantasie dahinterstecken. Das ist ein Kunsthandwerk“, sagte Carit Schmidt.

Joan Juhl Hansen (l.) mit Helene Iwersen am Glasschneider