Bildung

Ausgebuchte Kurse: Højskole Lügumkloster braucht mehr Platz

Veröffentlicht Geändert
Ursula Dieterich-Pedersen ist seit Anfang 2020 Leiterin der Højskole in Lügumkloster (Archivfoto).

Sowohl die Langzeitkurse als auch die Wochenkurse der Heimvolkshochschule sind bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beliebt. Um mehr Menschen aufnehmen zu können, soll nun angebaut werden. Ein Schritt, den die Leiterin Ursula Dieterich-Pedersen vor drei Jahren noch für unmöglich gehalten hätte.

In der Heimvolkshochschule (Højskole) Lügumkloster herrscht reger Betrieb. Zurzeit nehmen 46 Personen an einem Langzeitkurs teil und 21 an einem Wochenkurs, sagt Leiterin Ursula Dieterich-Pedersen.

Gerade habe sie jemanden von der Bank durch das volle Gebäude geführt, um über die Finanzierung eines Anbaus zu sprechen. „Es war für den Mann leicht zu erkennen, dass wir Platzprobleme haben“, so die Leiterin. „Das liegt daran, dass die Menschen gerne zu uns kommen.“

Als Ursula Dieterich-Pedersen 2020 als Leiterin angefangen hat, sah das noch ganz anders aus: „Während der Corona-Pandemie hatte ich Sorge, ob wir uns überhaupt halten können. Jetzt wollen wir anbauen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut laufen würde.“

Vielfältige Angebote und familiäre Stimmung

Ihrer Meinung nach kommen die Menschen aus ganz Dänemark aufgrund der Angebote nach Lügumkloster. Die Teilnehmenden können bei den Langzeitkursen aus unterschiedlichen Fächern wie Textil, Keramik oder Musik wählen. „Ich konnte gute Lehrkräfte rekrutieren und habe noch nie gehört, dass jemand vom Unterricht enttäuscht gewesen ist“, sagt die Leiterin.

Besonders hebt sie auch die familiäre Stimmung bei den Kursen hervor: „Der Aufenthalt verändert einen nicht nur fachlich, sondern es entstehen schnell neue Freundschaften.“

Der Aufenthalt verändert einen nicht nur fachlich, sondern es entstehen schnell neue Freundschaften.

Ursula Dieterich-Pedersen, Leiterin

Anbau mit neuen Schlafmöglichkeiten

Um noch mehr Menschen die Gelegenheit zu bieten, an einem Kurs teilzunehmen, will die Heimvolkshochschule einen neuen Gebäudekomplex bauen. In dem neuen Flügel sollen weitere Übernachtungsmöglichkeiten entstehen, ein Gemeinschaftssaal und Unterrichtsräume. Die Kosten dafür belaufen sich laut Angaben der Leiterin auf 25 Millionen Kronen.

Doch auch die bestehenden Gebäude, die bereits 1960 errichtet wurden, sind renovierungsbedürftig. Die Heimvolkshochschule hat einen umfassenden Plan mit dem Architekturbüro Arkkon aus der Kommune Tondern erarbeitet, der zeigt, was alles getan werden muss.

So sieht der Modellentwurf des Architektenbüros Arkkon für den Anbau aus.

Teil des Plans ist auch ein Nachhaltigkeitskonzept, bei dem es zum Beispiel darum geht, bestehende Gebäudestrukturen zu erhalten und zu verbessern. Auch erneuerbare Energien wie aus Solaranlagen stehen auf dem Programm. „Wir wollen ein Vorbild für andere sein, die sich dann unsere Højskole angucken und sehen, wie man nachhaltig bauen kann“, sagt Ursula Dieterich-Pedersen.

Wir wollen ein Vorbild für andere sein, die sich dann unsere Højskole anschauen und sehen, wie man nachhaltig bauen kann.

Ursula Dieterich-Pedersen, Leiterin

Gewünschter Baubeginn im Spätherbst

Die Kosten des Gesamtprojektes belaufen sich auf 70 bis 80 Millionen Kronen, die teils aus eigenen Mitteln und teils aus Fonds finanziert sowie von lokalen und nationalen Stiftungen unterstützt werden sollen. Die Heimvolkshochschule hat auch bei der Kommune Tondern einen Investitionszuschuss von einer Million Kronen und eine Bürgschaft für ein Darlehen von 5 Millionen Kronen beantragt.

Wenn mit der Finanzierung für den neuen Gebäudekomplex alles klappt, soll es mit den Bauarbeiten im Spätherbst losgehen, damit die Heimvolkshochschule im nächsten Sommer noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen kann.

Wir sind eine kleine Højskole und bleiben auch eine kleine Højskole, damit der familiäre Ansatz nicht verloren geht.

Ursula Dieterich-Pedersen, Leiterin

Eines ist Ursula Dieterich-Pedersen allerdings besonders wichtig: „Wir sind eine kleine Højskole und bleiben auch eine kleine Højskole, damit der familiäre Ansatz nicht verloren geht.“