Bund Deutscher Nordschleswiger

Stephan Kleinschmidt will das Gesicht der deutschen Minderheit werden

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Stephan Kleinschmidt (SP)

Der Sonderburger will Vorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger werden. Damit ist der langjährige Kommunalpolitiker der erste offizielle Kandidat, der Hinrich Jürgensen 2026 ablösen möchte. Er sieht die Zeit gekommen, seine Erfahrungen auf neuer Ebene einzubringen – und die deutsche Minderheit in die Zukunft zu führen.

Ein frischer Wind an der Spitze des BDN? Stephan Kleinschmidt bringt sich als neuer Vorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger ins Spiel. In einer Pressemitteilung ließ der 48-Jährige am Donnerstag verlauten, dass er sich um das Amt bewirbt – und damit frühzeitig die Nachfolge von Hinrich Jürgensen ins Auge fasst, dessen Amtszeit im Frühjahr 2026 endet. Schon jetzt beginnt also die spannende Suche nach einer Persönlichkeit, die künftig die deutsche Minderheit in Dänemark repräsentieren wird.

Ein erfahrener Kopf aus der Minderheit

Kleinschmidt ist in der Minderheit und der Kommunalpolitik kein Unbekannter. Seit der Kommunalwahl 2006 war er unter anderem Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der Schleswigschen Partei. Nach 16 Jahren als Ausschussvorsitzender und bald acht Jahren als erster Vizebürgermeister in Sonderburg hat er den Staffelstab inzwischen weitergegeben. Außerdem war er im Stadtrat und Dezernent in Flensburg aktiv. Nun sei er bereit, den nächsten Schritt zu gehen.

Seine politische Erfahrung und sein Netzwerk möchte Kleinschmidt einsetzen, um die Minderheit zukunftsfähig aufzustellen. Über sich selbst sagt er, er habe die Fähigkeit, Menschen über politische Grenzen hinweg zu vereinen – ein Anliegen, das ihm besonders wichtig ist.

Als Kind der 1980er- und Jugendlicher der 1990er-Jahre habe er miterlebt, wie sich das Verhältnis zwischen Minderheit und Mehrheit gewandelt habe – von einem Gegeneinander über ein Miteinander bis hin zu einem Füreinander. „Ich bin dankbar, Teil der Gemeinschaft der Minderheit und des Grenzlandes zu sein, und möchte als Vorsitzender des BDN den Zusammenhalt weiter stärken“, so Kleinschmidt.

Wachsende Minderheit, neue Herausforderungen

Damit meint er den Zusammenhalt innerhalb der Minderheit und mit der Mehrheitsbevölkerung. Er verweist auf die besondere Situation der deutschen Minderheit in Nordschleswig: „Die Minderheit wächst und ist für viele zu einer attraktiven Option geworden.“ Nicht nur die traditionelle Basis, sondern auch Menschen aus der Mehrheitsbevölkerung und Zugezogene interessieren sich für die Minderheiten-Institutionen. „Der Zuwachs zeigt, wie stark und gesund die Minderheit in sich ist“, hebt er im Telefonat mit dem „Nordschleswiger“ hervor. Die Neuen stellten die Minderheit aber auch vor neue Fragen – etwa zur Identität und zum inneren Zusammenhalt. „Es ist wichtig, dass dieser Diskurs in der Minderheit geführt wird.“

Stephan Kleinschmidt will diesen Diskurs aktiv begleiten und seine Erfahrung in die Weiterentwicklung der Gemeinschaft einbringen. Im Mai 2024 beendete er seine sechsjährige Amtszeit als Stadtrat und Dezernent in Flensburg.

Seine kommunalpolitischen Erfahrungen aus Flensburg und Sonderburg sowie seine beruflichen Stationen als Referent in der Kieler Staatskanzlei und Projektleiter in der Region Süddänemark möchte er künftig in den Dienst der Minderheit stellen – in einer Zeit, „in der neue Gruppen den Wert ihrer Institutionen, Schulen und Vereine erkennen.“