Haushaltsentwurf 2026

Stabile Zuschüsse: Dänemark plant verlässliche Mittel für die deutsche Minderheit

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Harro Hallmann, Kommunikationschef des BDN und Leiter des Sekretariats in Kopenhagen, setzt sich für die Belange der deutschen Minderheit ein (Archivbild).

Auf den ersten Blick wirkt der dänische Haushaltsentwurf 2026 wie ein Rückschritt – doch der Schein trügt. Die deutsche Minderheit in Nordschleswig erhält stabile, leicht angepasste Mittel aus Kopenhagen, vor allem dank des Inflationsausgleichs. BDN-Kommunikationschef Harro Hallmann erklärt, was hinter den Zahlen steckt und wo sich Änderungen ergeben.

Der neue dänische Staatshaushalt 2026 sorgt bei der deutschen Minderheit für Planungssicherheit – dank verlässlicher und moderat angehobener Zuschüsse. Zwar erscheinen die Gesamtbeträge im Vergleich zu 2025 auf den ersten Blick geringer, doch das liegt ausschließlich an einem Sondertopf für den Ausbau des Deutschen Gymnasiums Nordschleswig im Vorjahr. Damals stieg die Gesamtsumme der Zuschüsse auf 42,3 Millionen Kronen; im Entwurf für 2026 stehen 37,1 Millionen Kronen. Der Rückgang erklärt sich vor allem durch die zusätzlichen fünf Millionen Kronen, die 2025 für den Bau von zwei neuen Klassenräumen am Deutschen Gymnasium Nordschleswig (DGN) bereitgestellt wurden und 2026 nicht mehr enthalten sind.

„Es sieht vielleicht rückläufig aus, aber das täuscht“, erklärt Harro Hallmann, Kommunikationschef beim Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) und Leiter des Kopenhagener Sekretariats der deutschen Minderheit. „Wir hatten 2025 das Glück, zusätzliche fünf Millionen Kronen für die neuen Klassenräume am DGN zu bekommen. Diese Summe ist nun natürlich nicht mehr im Haushalt enthalten.“

Inflationsausgleich sorgt für Stabilität

Abgesehen vom Sondertopf steigen die meisten regulären Zuschüsse leicht – hauptsächlich durch den Inflationsausgleich.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Die vorliegenden Zahlen sind ein guter Vorschlag für den Staatshaushalt 2026. Alles in allem sind wir gut aufgestellt“, sagt Hallmann. „Wir erhalten weiterhin die Mittel für unsere Projekte und Aufgaben, was ich sehr positiv sehe. Der automatische Ausgleich für Preis- und Lohnsteigerungen sorgt zusätzlich für Stabilität – das funktioniert deutlich einfacher als bei den Mitteln, die wir aus Deutschland erhalten.“

Die investiven Mittel für die Minderheitenschulen fallen von 4,3 auf 3,6 Millionen Kronen. Ursache ist das Berechnungsmodell, das die Ausgaben der vier nordschleswigschen Kommunen in den vergangenen fünf Jahren zugrunde legt. Da diese Ausgaben zuletzt niedriger waren, sinkt nun der Zuschuss.

„Dass die investiven Mittel für die Schulen gesunken sind, ist schade, aber nachvollziehbar“, so Hallmann. „Die Rückgänge spiegeln die geringeren Ausgaben der Kommunen wider und liegen am Modell.“

Deutscher Anteil schrumpft – Investitionsbedarf wächst

Während Dänemark Zuschüsse automatisch an Lohn- und Preissteigerungen anpasst, bleibt der deutsche Anteil relativ konstant – und sinkt so prozentual bezüglich der Gesamteinnahmen der deutschen Minderheit. 2025 betrug der Bundesanteil noch rund 19 Prozent, während Dänemark 56 Prozent trug.

„Es gibt keinen automatischen Ausgleich aus Deutschland. Eine Erhöhung der investiven Mittel aus Deutschland ist nötig, daran arbeiten wir seit Jahren“, sagt Hallmann. Der Investitionsbedarf der Minderheit liegt mittlerweile bei knapp 40 Millionen Euro (298,6 Mio. DKK), da viele Gebäude sanierungsbedürftig sind.

Blick nach vorn

Der Haushaltsentwurf 2026 ist derzeit noch ein Vorschlag. Hallmann ist jedoch zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass sich daran nichts Grundlegendes ändern wird.“

Für die deutsche Minderheit bedeutet das: Die regulären Mittel bleiben stabil, wichtige Projekte können weitergeführt werden. Problematisch bleibt der wachsende Investitionsstau – hier sind vor allem zusätzliche Mittel aus Deutschland erforderlich.