Deutsche Minderheit

Richtfest am DGN: Dänemark hat seinen Part erfüllt

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Jens Mittag (links) und Hinrich Jürgensen freuen sich, dass der erste Schritt gemacht ist.

Steigende Schülerzahlen machten das Bauprojekt dringend: Die Grundpfeiler der zwei neuen Klassenräume des DGN stehen nun – Dänemark hat finanziell vorgelegt. Dringlich bleibt auch ein anderes Vorhaben: die Sanierung des Internats.

„Dänemark hat seinen Teil der Vereinbarung erfüllt“, sagt Hinrich Jürgensen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), beim Richtfest des Anbaus am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN).

Erst vor knapp acht Wochen hatten die Bauarbeiten für zwei neue Klassenräume auf dem Schulcampus begonnen – und schon Ende des Jahres sollen die neuen Räumlichkeiten in Betrieb genommen werden können. Ein Blick auf die Baustelle zeigt: Das wird klappen.

„Bauprojekte funktionieren in der Minderheit“, sagt Uwe Jessen, Generalsekretär des BDN, ebenfalls vor Ort, gut gelaunt.

Steigende Schülerzahlen sorgen für Druck

Möglich wurden die Bauarbeiten durch den Sondertopf „Pulje til lokale initiativer“, aus dem 5 Millionen Kronen für das Projekt bewilligt wurden.

Die Sonne ist an diesem Nachmittag nicht die einzige, die gut aufgelegt ist: Die zusätzlichen Räume sind dringend nötig, um dem Zuwachs an Jugendlichen gerecht zu werden – das betont auch Jens Mittag, Schulleiter am DGN. „In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal über 200 Schülerinnen und Schüler. Schon vorher saßen sie dicht an dicht – und das war für niemanden angenehm.“

Das Grundgerüst für die zwei neuen Klassenräume steht.

Man freut sich also, dass Dänemark vorgelegt hat. Damit das freudige Strahlen dauerhaft werden kann, braucht auch das Sorgenkind Internat die langersehnte „kærlige hånd“.

Da muss etwas passieren.

Jens Mittag

Denn während das zeitgleich erbaute Gymnasium mittlerweile in einem guten Zustand ist, verfällt das Internat zusehends.„Da muss etwas passieren“, findet Mittag.

Hoffnung auf Berlin

Der Regierungswechsel in Berlin sei für das Campus-Projekt nicht unbedingt zuträglich gewesen, sagt Jürgensen. „Wir kämpfen ja schon seit Jahren für eine Finanzierung. Jetzt fangen wir zwar nicht ganz bei null an, aber viele für uns wichtige Unterstützer sind mit der neuen Regierung ausgeschieden – und das ist natürlich ärgerlich. Dabei haben wir hier das gleiche Problem: Wir brauchen mehr Platz für mehr Schülerinnen und Schüler.“ Er setzt auf die Unterstützung des Minderheitenbeauftragten Bernd Fabritius.

Auch Schulleiter Mittag bleibt optimistisch: „Dänemark hat seinen Teil getan – jetzt hoffen wir natürlich, dass auch Deutschland hilft, das Internat zu bauen. Dann hätten wir eine noch bessere Schule und wären super aufgestellt.“