Deutsche Minderheit

Nach Tästensen-Exit: BDN übernimmt Leitung des DSSV

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In den vergangenen fünf Monaten haben der DSSV-Vorsitzende Welm Friedrichsen und der neue Geschäftsführer Lasse Tästensen eng zusammengearbeitet.

Wie soll es im DSSV nach Lasse Tästensens Weggang Ende März weitergehen? Diese Frage hat der Deutsche Schul- und Sprachverein in den vergangenen Tagen intensiv mit der Dachorganisation der deutschen Minderheit besprochen. Das Ergebnis sieht eine strukturelle Veränderung vor.

Vor etwas mehr als einer Woche hat der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) bekannt gegeben, dass Lasse Tästensen seinen Posten als Geschäftsführer gekündigt hat. Die Stelle war erst vergangenes Jahr geschaffen und durch Tästensen im Oktober besetzt worden. Wie es nach seinem Weggang ab April weitergehen soll, war bislang noch offen.

Die vergangenen Tage hat der DSSV, der die Schulen und Kindergärten der deutschen Minderheit organisiert, gemeinsam mit seiner Dachorganisation, dem Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), intensiv an einer Lösung gearbeitet. Am Donnerstag haben der BDN und DSSV in einer gemeinsamen Mitteilung den neuen Fahrplan bekanntgegeben, der ab 15. März gilt.

Das sind die wichtigsten Änderungen:

BDN-Generalsekretär Uwe Jessen übernimmt die übergeordnete Leitung des DSSV

Die fachliche und praktische Leitung der Bereiche Schulen, Kindergärten und des Gymnasiums bleiben jedoch wie gehabt bei den Verantwortlichen: Jens Mittag ist Rektor des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN), Catarina Bartling ist bis zur geplanten Neubesetzung im Sommer kommissarische Schulrätin und Stefan Sass ist der Geschäftsführer für den Kindergartenbereich. Jessen übernimmt die übergeordnete Leitung dieser drei Bereiche.

Die Buchhaltung des DSSV wird gemeinsam mit der BDN-Buchhaltung unter die Leitung von BDN-Hauptgeschäftsführer Bernd Søndergaard gestellt

Der BDN hatte im vergangenen Jahr bereits die Buchhaltungen mehrerer Verbände unter der Leitung von Søndergaard zusammengelegt. Die Buchhaltung des DSSV als größter Verband bleibt bestehen, nur dass auch sie unter Søndergaards Verantwortung gestellt wird.

In der Mitteilung heißt es außerdem: „Die Buchhaltungen der beiden Verbände BDN und DSSV werden wesentlich enger zusammenarbeiten, um hier Synergien zu erlangen.“

Der DSSV hat die vergangenen beiden Geschäftsjahre mit einem großen Minus in Millionenhöhe abgeschlossen.

Es soll ein gemeinsames Gebäudemanagement eingeführt werden

„Schnellstmöglich“, steht in der Mitteilung.

Bei den strukturellen Veränderungen handelt es sich offenbar nicht bloß um eine Übergangslösung. Es ist jedoch eine Evaluierung für Ende 2026 vorgesehen, nach der entschieden werden soll, ob die Arbeit in dem neuen Rahmen fortgeführt werden soll.

Das sagen die Verantwortlichen

Der DSSV-Hauptvorsitzende Welm Friedrichsen äußert sich optimistisch zur geplanten Zusammenarbeit: „Wir erwarten, dass dies auf Sicht unsere finanzielle Lage stabilisieren und die DSSV-Einrichtungen stärken wird.“

Uwe Jessen verspricht, dass der Betrieb im DSSV wie bisher sicher weiterlaufen soll und betont, dass die Minderheitenverbände durch die Zusammenarbeit insgesamt „schlagkräftiger und robuster“ würden.

Möglichen Bedenken entgegnet er: „Personalreduzierungen sind kein Teil der Überlegungen.“ Im Gegenteil: Es könne sich zeigen, dass man personell nicht gut genug aufgestellt sei, „um die immer komplexeren Aufgaben zu lösen.“

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