In eigener Sache

Zwischen Journalismus, Bundeswehr und Parkour: Das ist Praktikant Fabian Tschorn

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Fabian
Als Calisthenics-Fan kam Fabian nicht drumherum, unserer Fotografin zu zeigen, was es mit dem Sport auf sich hat. Denn dabei wird ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht trainiert.

Als Student und gleichzeitig Reservist bei der Bundeswehr führt Fabian ein Leben in zwei Welten, die sich für ihn perfekt ergänzen. Seine Zukunft sieht er im Journalismus und hat im zivilen Leben bereits Erfahrungen bei Radio und Fernsehen gesammelt. Beim „Nordschleswiger“ will er nun das Handwerk des Schreibens vertiefen – und Dänemark kennenlernen.

Wenn man Fabian Tschorn trifft, dann trifft man auf einen zielstrebigen Menschen, der genaue Vorstellungen davon hat, wie sein Leben aussehen soll. Der 32-Jährige wollte nach dem Abitur nicht das typische Studierendenleben, sondern verpflichtete sich zunächst freiwillig für den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. „Nach dem Abitur wollte ich erst mal arbeiten gehen und Geld ansparen, damit ich als Student nicht von einem Monat zum anderen leben muss und nicht auf die Unterstützung meiner Eltern angewiesen bin.“

Nach sechs Monaten war für den gebürtigen Magdeburger klar, dass er sich länger verpflichten möchte. „Die Kameradschaft und die Zusammenarbeit, dass jeder jedem hilft“, das war für Fabian beeindruckend und „ganz anders als im zivilen Leben“.

Bundeswehr als ein Standbein

Heute ist er Reservist und zweimal im Jahr für Reservistendienstleistungen zurück in seiner Heimatkaserne. Der Wechsel sorge für einen „guten Rundumblick“. Dass es angesichts der weltpolitischen Lage auch ernst werden könnte, ist ihm bewusst. „Gedanken macht man sich da natürlich schon.“

Gleichzeitig treibt der 32-Jährige auch seine private Karriere voran. Sein großes Interesse an Grafikdesign, Videoschnitt und Bildbearbeitung führte ihn für die Bachelorausbildung an die Hochschule Magdeburg-Stendal. „Ich habe schon immer gern geschrieben und mag zudem die Möglichkeit, Themen zu beleuchten und verschiedene Perspektiven aufzuzeigen und diese dann an verschiedene Kanäle anzupassen. Das Handwerk war immer spannend für mich.“

Fabian Tschorn
Fabian Tschorn hat mit der Bundeswehr einen Plan B in der Hand.

Erfahrungen beim Radio und Videodreh

Wie bei seinem Musikgeschmack sei er als angehender Journalist nicht auf ein bestimmtes Themengebiet festgelegt. Das Handwerk möchte er beim „Nordschleswiger“ vertiefen. Erfahrungen bringt Fabian im Video- und Audiobereich mit. Stationen hatte er zum Beispiel beim „Mitteldeutschen Rundfunk“ (MDR) und beim Berliner Radiosender „105'5 Spreeradio“.

Dort konnte er auch eine erste eigene Reportage über das „Dopamin-Detox“ senden. Dabei geht es darum, unproduktive Verhaltensweisen zu reduzieren, die zu einer starken und schnellen Dopaminausschüttung im Körper führen. Dies kann nämlich problematisch werden. Beispiele dafür sind exzessiver Konsum von sozialen Medien, Spielen, Essen oder anderen Aktivitäten, die eine sofortige Belohnung versprechen. „Ich habe auch ein Selbstexperiment gestartet und hatte irgendwann sogar wieder Freude an den kleinen Dingen im Alltag wie zum Beispiel Abwaschen. Dann freust du dich, dass du produktiv warst, anstatt wieder stundenlang auf Social Media gewesen zu sein.“

Abenteuer Dänemark

Warum er mit 32 noch Student ist, hat einen simplen Grund. „Ich habe mir während der Corona-Pandemie etwas Zeit gelassen“, sagt er. Während bei der Bundeswehr das Leben auch in der Pandemie relativ geordnet lief, mussten einige seiner Kommilitoninnen und Kommilitonen mit den Lockdowns leben – ein Studium im Homeoffice und auch die Praxissemester fanden oft digital statt. Das wollte Fabian nicht.

Jetzt ist er das erste Mal in Dänemark und hat an seinem ersten Abend nicht nur gleich eine WG-Party miterleben dürfen, sondern auch einen der wärmsten Tage dieses Sommers am Süderstrand in Apenrade sowie einen eindrucksvollen Sonnenuntergang auf Röm (Rømø). Auch einen Kuchen backte er mit seinen neuen Mitbewohnerinnen gleich in der Nacht. Vom „Nordschleswiger“ höre man in Magdeburg nur Positives und dass in der Redaktion Kuchen hoch angesehen ist, wusste er auch schon im Vorfeld.

Während seiner Zeit in der Redaktion möchte er in den kommenden drei Monaten einen Einblick in die Arbeitsprozesse bekommen. „Ich habe bisher weniger Erfahrung im klassischen Schreiben und möchte das hier nachholen.“

Fabian Tschorn
Fabian Tschorn möchte nach dem Studium gerne ein Volontariat beim Radio machen.

Besuchen möchte er unter anderem einmal das Kolding Storcenter – Dänemarks größtes Einkaufszentrum – und natürlich die Hauptstadt Kopenhagen. Ansonsten lasse er sich ein wenig treiben. „Ich bin jemand, der sich gern selbst einen ersten Eindruck von Städten und Orten machen möchte“, sagt Fabian. Sich Touristenspots schon vorab in sozialen Medien oder bei Google anzusehen, mache die Orte dann weniger spannend – „man nimmt sich quasi die ganze Überraschung“.

Medien müssen transparenter und bürgernäher werden

Er möchte Journalist werden, weil viele Medien aus seiner Sicht ein Problem haben. „Sie müssten viel transparenter sein, auch mal Fehler zugeben.“ In der Vergangenheit seien etwa in der Corona-Pandemie Fehler gemacht worden. Man müsse auch mehr mit den Leuten kommunizieren, um wieder das Vertrauen in den Journalismus zu stärken.

Als Ausgleich zu Studium und Bundeswehr macht der 32-Jährige viel Sport. „Das geht von Krafttraining über Calisthenics und Tricking bis zum Parkour.“ Das besonders Spannende beim Parkour ist für Fabian, dass man nicht nur lernt, seinen Körper zu kontrollieren, sondern vor allem auch seine Angst.