Ausbildung

Zulassung gestoppt: SDU sagt allen Nicht-EU-Bewerbenden ab

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Der Campus Sonderburg der Süddänischen Universität konzentriert sich im Alsion, in dem auch Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden (Archivbild).

Die Süddänische Universität zieht die Bremse: Ab Februar werden keine Studierenden aus Nicht-EU-Ländern mehr aufgenommen. Hintergrund ist der Verdacht, dass Studienprogramme als Schlupfloch in den dänischen Arbeitsmarkt genutzt werden. Mit einer „Pause“ will die Universität ihre Zulassungspraxis überprüfen.

Die Süddänische Universität (SDU) wird allen internationalen Bewerberinnen und Bewerbern aus Ländern außerhalb der EU für den Studienstart im Februar eine Absage erteilen. Das bestätigte Rektor Jens Ringsmose gegenüber „Politiken“. Rund 700 Anträge sind davon betroffen.

Ringsmose spricht von einer „begründeten Vermutung“, dass ein erheblicher Teil der Interessenten nicht primär zum Studieren, sondern aus arbeitsmarktpolitischen Gründen nach Dänemark kommen wolle. Er bezeichnet die Maßnahme als vorübergehende Pause, in der die Universität ihre Bewerberinnen und Bewerber aus Nicht-EU-Ländern gründlich analysieren will.

Hintergrund: Kritik am Zuzug

Seit Monaten stehen dänische Hochschulen wegen der Aufnahme ausländischer Studierender in der Kritik – besonders aus Bangladesch. Der Universität Roskilde (RUC) etwa wurde wiederholt vorgeworfen, mit der Aufnahme vieler Studierender aus dem Ausland vor allem seine Finanzen zu verbessern. Medienberichte zeigen, dass manche Studierende Studienvisa missbrauchen, um Zugang zum dänischen Arbeitsmarkt zu bekommen.

Interne Untersuchungen der SDU zeichnen ein ähnliches Bild: Studierende aus Bangladesch und Nepal brechen ihr Studium häufiger ab und erzielen schlechtere Noten als andere internationale Studierende. Deshalb wolle man die Zulassungsprozesse und Zugangsvoraussetzungen neu evaluieren.

Regierung verschärft Regeln

Die dänische Regierung hat bereits Anfang des Monats sieben Maßnahmen vorgestellt, um den großen Zustrom aus Ländern wie Bangladesch und Nepal einzudämmen. Unter anderem sollen Zulassungskriterien für Masterprogramme verschärft und Bewerbungsunterlagen intensiver geprüft werden. Zudem wird es internationalen Studierenden künftig nicht mehr erlaubt sein, Ehepartnerinnen oder Ehepartner und Kinder mitzubringen. Der damalige Einwanderungsminister Kaare Dybvad Bek (Soz.) kündigte an, dass dadurch „mehrere Tausend“ weniger nach Dänemark kommen sollen.

Botschaft von Bangladesch: Studierende leisten wertvollen Beitrag

Die Botschaft von Bangladesch in Dänemark betont in einer Pressemitteilung, dass die Mehrheit der Studierenden aus Nicht-EU-Ländern legal nach Dänemark kommt, hohe Studiengebühren zahlt und das dänische Hochschul- und Forschungssystem aktiv unterstützt. Teilzeitjobs würden in den meisten Fällen nur zum Lebensunterhalt aufgenommen und seien gesetzlich erlaubt.

Die Botschaft warnt davor, Studierende aus Nicht-EU-Ländern pauschal zu stigmatisieren, und unterstreicht, dass sie fleißig, gesetzestreu und wertvoll für Universitäten und Gesellschaft sind. Viele dieser Studierenden und Forschenden tragen laut Pressemitteilung durch Master-, Doktoranden- und Postdoc-Programme sowie Lehrtätigkeiten erheblich zur Wissenschaft in Dänemark bei.

Die Süddänische Universität (SDU)