Personalabbau

PostNord stellt die Briefzustellung ein und streicht 1.500 Stellen

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Ab 2026 wird man dieses Bild in Dänemark nicht mehr sehen. PostNord stellt die Briefzustellung nach 400 Jahren Postservice ein. Die Verantwortung für die Zustellung von Briefsendungen übernimmt künftig der einzige andere landesweit tätige Anbieter, DAO.

Ein Brief kostet in Dänemark inzwischen 29 Kronen – doch selbst das reicht nicht, um die Zustellung zu retten. PostNord zieht die Reißleine und stellt den Briefversand ein. Für 1.500 Beschäftigte bedeutet das den Jobverlust.

Das staatliche Logistik- und Postunternehmen PostNord reagiert auf den massiven Rückgang der Briefsendungen und beendet die Zustellung zum Jahresende 2025.

1.500 der 4.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Dänemark werden dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren.

„Der Markt rentiert sich nicht mehr“

In einer Pressemitteilung begründet CEO Kim Pedersen die Entscheidung: „Die Dänen sind zunehmend digital unterwegs. Dadurch gibt es heute nur noch sehr wenige Briefe – und dieser Rückgang ist so drastisch, dass sich der Markt nicht mehr rentiert.“

Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der Briefe um 90 Prozent gesunken, allein von 2023 auf 2024 ging sie um weitere 30 Prozent zurück.

Hinzu kommt: Seit dem 1. Januar 2024 gilt in Dänemark eine neue Postgesetzgebung, die PostNord von der bisherigen Beförderungspflicht entbindet. Damit entfielen auch die staatlichen Zuschüsse an das Unternehmen, die die Briefzustellung bis dato subventionierten.

Harte Einschnitte beim Personal

Selbst eine Portoerhöhung auf 29 Kronen kann den Verlust nicht ausgleichen. Die Briefzustellung bleibt ein Minusgeschäft.

Von den 2.200 Angestellten im Briefbereich sollen rund 700 andere Stellen innerhalb des Unternehmens angeboten bekommen. Die übrigen 1.500 Arbeitsplätze fallen weg.

„Um wirtschaftlich nachhaltig zu bleiben, müssen wir uns anpassen – das bedeutet leider auch, dass wir uns von vielen Kolleginnen und Kollegen verabschieden müssen“, sagt Kim Pedersen.

Konzentration auf Pakete

Künftig wird sich PostNord in Dänemark – wie auch in Norwegen und Finnland – ausschließlich auf die Paketzustellung konzentrieren. In Schweden hingegen wird das Unternehmen weiterhin Briefe ausliefern.

PostNord gehört zu 60 Prozent dem schwedischen und zu 40 Prozent dem dänischen Staat.