Abschied

Nach über 20 Jahren: Astrid und Simone verlassen das DGN

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Simone Sippel Pedersen und Astrid Asmussen verlassen nach über zwei Jahrzehnten das DGN.

Zwei Mitarbeiterinnen des DGN verabschieden sich nach über zwei Jahrzehnten vom Minderheitengymnasium. Astrid Asmussen wird nun ihren Ruhestand genießen – Simone Sippel Pedersen möchte sich beruflich einer neuen Herausforderung stellen. Beide werden am DGN fehlen – daran ließ der herzliche Abschied keinen Zweifel.

„Astrid, du wirst uns schrecklich fehlen …“ singen alle Anwesenden, die sich in der Aula versammelt haben, um an der Verabschiedungsfeier am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) teilzunehmen.

Die Rührung steht der Reinigungsfachkraft ins Gesicht geschrieben – nach 21 Jahren am DGN geht sie am Donnerstag in den wohlverdienten Ruhestand.

Ein Strauß an Wertschätzung

Doch damit nicht genug der Überraschungen: Astrid Asmussen sitzt zurückgelehnt auf ihrem Stuhl, in gespannter Erwartung, was als Nächstes geschieht.

Nacheinander stehen alle Mitarbeitenden auf und treten zur verdutzten 67-Jährigen, um ihr jeweils eine Blume zu überreichen – bis sie schließlich einen großen, bunten Strauß in den Armen hält. Jede Umarmung lässt Astrids Strahlen ein bisschen breiter werden.

Die an sie gerichteten Worte von Jens Mittag, dem Rektor des DGN, sind voller Wertschätzung: „Astrid, jemanden zu finden, der genauso an uns denkt wie du – das wird wirklich schwer“, und spielt unter anderem auf Astrids Mühe an, auch das Lehrerzimmer stets passend zu den Jahreszeiten zu gestalten.

Der Reihe nach: Alle Mitarbeitende überreichten Astrid Asmussen eine Blume. Hier mit Lehrerin Charlotte Jagusch

Ein Vierteljahrhundert am DGN

Doch nicht nur für Astrid ist es der letzte Tag am Minderheitengymnasium. Mit Simone Sippel Pedersen verlässt ein weiteres langjähriges und hochgeschätztes Gesicht die Schule – genau wie Astrid nach über 20, nämlich 25 Jahren. Sie wird am 1. August das Amt der Schulrätin übernehmen.

Auch wenn es im Arbeitsalltag eher selten Überschneidungen gab, muss Simone nicht lange überlegen, um dem „Nordschleswiger“ zu erzählen, was sie an Astrid besonders schätzt: „Sie war immer da und auf alles aufmerksam. Und sie hat uns gefordert – und aufgefordert, die Dinge richtig zu machen, zum Beispiel das Besteck nach dem Essen richtig wegzusortieren. Das finde ich toll.“

Umgekehrt findet auch Astrid anerkennende Worte für die angehende Schulrätin: „Ich hatte selbst eine Tochter hier am DGN, und ich kann aus eigener Erfahrung als Elternteil sagen, dass sie eine tolle Lehrerin ist. Meine Tochter hat sie sehr gelobt.“

Astrid Asmussen wird am DGN sehr geschätzt. Hier mit Lehrerin Nathalie Liefke

Doch ihren geliebten Beruf als Lehrerin hat die langjährige stellvertretende Rektorin nun an den Nagel gehängt.

Keine Gummibärchen für Simone

Jens Mittag hält es mit seinen Worten an sie locker und humorvoll. Mit einem Augenzwinkern erinnert er Sippel Pedersen daran, dass sie an ihrem neuen Arbeitsplatz beim DSSV künftig auf den Sahnekuchen zum Geburtstag und das gefüllte Gummibärchenglas auf seinem Schreibtisch verzichten muss.

Er bleibt seinem Ton treu: Statt großer Abschiedsworte und dem Herunterrattern dessen, was sie für die Schule erreicht hat – das sei schließlich allen klar, und dass sie fehlen werde selbstverständlich – zählt er drei Gründe auf, warum es gut sei, dass Sippel Pedersen das DGN verlässt.

Eine sichtlich amüsierte Simone Sippel Pedersen: Ihre Gestik wechselt von heftigem Nicken zu herzlichem Lachen.

Grund eins – der einzig ernst zu nehmende, wie Mittag betont – sei, dass es nach all den Jahren wohl gut tue, wenn junge Leute in der Leitung mit ans Ruder kämen. Punkt zwei: Ihm würden nach „Ossi-Paukerin“ keine besseren Sprüche mehr für sie einfallen. Und Punkt drei: Gerret Schlaber habe dank ihres Weggangs wieder einen Grund gehabt, ein Abschiedslied zu schreiben.

„Simone hat viel erreicht, weiter geht es im neuen Arbeitsbereich”

Abschiedslied – das Stichwort für die Kolleginnen und Kollegen. Der Lehrerchor sammelt sich auf der Bühne und rührt mit seiner Darbietung. Sippel Pedersen ist sichtlich erheitert – ihre Gestik wechselt von heftigem Nicken zu herzlichem Lachen.

Sie singen: „Simone hat viel erreicht, weiter geht es im neuen Arbeitsbereich. Fällt es uns auch nicht leicht, wünschen wir dir durch die Bank das Beste ein Leben lang und sagen dir vielen Daaaank!”

Sie sei gerne Lehrerin gewesen, sagt Sippel Pedersen abschließend. Sie habe ihr Bestes gegeben, sich mitgefreut und mitgelitten.

Eine Ode auf Simone Sippel Pedersen

Neben den beiden Hauptpersonen wurden auch Martin Hørløck als Musiklehrer und Praktikantin Julia Dietz verabschiedet.