Deutsche Minderheit

Gleichstellungs-AG: Neue Anläufe, alte Probleme

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Eine Arbeitsgruppe der deutschen Minderheit setzt sich seit 2019 mit dem Thema Gleichstellung auseinander.

Ein verbesserter Handlungsplan gegen Sexismus und mehr Frauen in Führungspositionen – das sind die Ziele der Gleichstellungs-AG der deutschen Minderheit. Doch der Weg dorthin ist lang. BDN-Generalsekretär Uwe Jessen erklärt, welche Schritte jetzt anstehen.

Nach einer Phase der Unsicherheit ist die Gleichstellungs-AG der deutschen Minderheit wieder arbeitsfähig. „Wir haben nun genug Vertreterinnen und Vertreter, sodass die Arbeitsgruppe wieder tagen und die Arbeit aufnehmen kann – das haben wir vor ein paar Wochen getan“, sagt Uwe Jessen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN).

Die Arbeitsgruppe wurde 2019 ins Leben gerufen, damit sie sich um mehr Frauen in Führungspositionen innerhalb der Minderheit kümmert. Schon bald zeigte sich jedoch, dass auch das Thema Sexismus angegangen werden muss. Eine Debatte verdeutlichte die Notwendigkeit eines klaren Handlungsplans. Ein erster Entwurf wurde erarbeitet – doch ein konkreter Fall offenbarte Mängel.

Die Arbeitsgruppe Gleichstellung

Die Arbeitsgruppe Gleichstellung wurde 2019 vom Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) gebildet. Ihre Aufgabe ist es, die Arbeit mit der 2019 beschlossenen Gleichstellungspolitik in der deutschen Minderheit zu begleiten und Maßnahmen zu unterstützen.

Der AG Gleichstellung gehören an:

Sexismus bleibt ein zentrales Thema

„Wir haben einen Handlungsplan entwickelt, was zu tun ist, wenn jemand belästigt wird“, sagt Jessen. „Aber in der Praxis hat sich gezeigt, dass dieser nicht so funktioniert wie gedacht, und dass unsere bisherigen Werkzeuge nicht ausreichen.“ Deshalb sucht die AG nun nach besseren Lösungen. „Wir analysieren derzeit, was andere Organisationen tun, um das noch besser zu machen“, so Jessen.

Eine mögliche Maßnahme: die Einrichtung einer externen Beratungsstelle, an die sich Betroffene anonym wenden können. Auch beim kommenden Hauptvorstandstreffen des BDN wird das Thema Sexismus erneut diskutiert. Die AG wird dort ihre aktuellen Vorschläge präsentieren und klären, welche Maßnahmen weiterverfolgt werden können.

Uwe Jessen, Generalsekretär des BDN (Archivbild)

Gleichstellung in der Führungsebene

Das eigentliche Kernthema der AG bleibt jedoch die Frage: Wie können mehr Frauen in Führungspositionen gelangen? Die Veränderung verläuft schleppend, denn viele Positionen sind langfristig besetzt.

„So etwas lässt sich nicht von heute auf morgen umstellen. Wir müssen hier mit einer längeren Perspektive arbeiten“, sagt Jessen. „Ob in fünf oder zehn Jahren mehr Frauen beim BDN in Spitzenpositionen sind, kann ich nicht vorhersagen. Aber unser Ziel ist es, langfristig für ein Gleichgewicht zu sorgen.“