Wirtschaft

Zuzüglerin aus Rheinland-Pfalz startet mit Betreuungs- und Haushaltsservice neu durch

Daniela Stürz lebt seit knapp einem Jahr in Dänemark und hat sich mit einem Heimhilfeservice selbstständig gemacht.

Im März zog sie mit Mann und Kind nach Dänemark, ließ sich in Bollersleben nieder und möchte mit einem Heimhilfeservice Fuß fassen. Warum Daniela Stürz ausgewandert ist und was es mit ihrem Betrieb „Taela“ auf sich hat, erklärt die frühere Koblenzerin im Interview.

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Zusammenfassung

  • Das Ehepaar Daniela und Manuel Stürz ist aus Rheinland-Pfalz nach Bollersleben bei Tingleff gezogen und will dort neu beginnen.
  • Daniela Stürz hat den Heimhilfeservice „Taela“ gegründet, der alltagsnahe Unterstützung und persönliche Betreuung anbietet.
  • Als Einsatzgebiet ist ein Umkreis von etwa 20 Kilometern vom Firmensitz in Bollersleben angedacht. Mitarbeitende hat die Taela-Chefin bereits gefunden.

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 „Wir sind mehrere Male in Dänemark gewesen, unter anderem mit dem Wohnmobil, und haben uns einfach in das Land verliebt“, sagt Daniela Stürz. 

Die Begeisterung für Land und Leute im hohen Norden veranlasste sie und ihren Mann Manuel, die Zelte im Raum Koblenz abzubrechen und in Dänemark einen Neuanfang zu wagen. 

Auf der Suche nach einem Haus wurden sie in Bollersleben (Bolderslev) bei Tingleff (Tinglev) fündig. Im Tunnelvej haben sie ihre Immobilie gefunden. Seit März sind das Ehepaar und die vierjährige Tochter im Land.

Daniela Stürz ist ausgebildete Altenpflegerin und möchte ihre Erfahrungen und ihr Wissen in diesem Bereich beruflich nutzen. Sie hat den Heimhilfeservice „Taela“ gegründet, abgeleitet von „Tante-Emma-Laden“. Bei der Erstellung der Homepage hat Daniela Stürz auf interne Hilfe setzen können. Gatte Manuel ist Software-Entwickler und hat die Firmenseite gebaut.

Kein Pflegedienst

„Obwohl ich in der Altenpflege ausgebildet bin, ist es kein Pflegedienst. Angeboten wird individuelle Unterstützung im Alltag. Das können praktische Hilfen sein wie Reinigung, Aufräumen, Waschen oder Einkaufen. Es umfasst aber auch die persönliche Betreuung im Alltag, das Begleiten und den Austausch“, erklärt die Neu-Nordschleswigerin, die so schnell wie möglich Dänisch lernen möchte.

Vor allem von der persönlichen Begegnung erhofft sich die Firmengründerin einiges. Viele ältere Menschen bekommen praktische Unterstützung von der kommunalen Heimhilfe. Die Tätigkeiten sind jedoch eng getaktet, Zeit für den persönlichen Kontakt und den Austausch bleibt kaum. Das hofft Daniela Stürz mit ihrem Service aufzufangen.

Welche Betreuung und welche praktische Alltagshilfe infrage kommen, in welchen Intervallen, und was es kostet, „wird in aller Ruhe in einem persönlichen Gespräch erörtert. Wir richten uns voll und ganz nach den Wünschen der Interessenten“, so Daniela Stürz.

Daniela Stürz (Mitte) konnte Svenja Weidmann (Lügumkloster) und Stefanie Köhler-Lubczyk (Aggerschau) für ihr Team gewinnen. Außerdem gehört Corinna Meffert dazu.

Mit „wir“ meint sie sich und Außendienstmitarbeiterinnen, die sie per Stellenausschreibung auf sozialen Medien gewinnen konnte. Drei Frauen, ebenfalls Zuzüglerinnen, von denen einige Dänisch können, hat Daniela Stürz gefunden. „Erst einmal auf Stundenbasis.“

Rund um Bollersleben bis nach Tondern und Apenrade

Das Einsatzgebiet der Crew umfasst rund 20 Kilometer um Bollersleben, so der vorläufige Plan. Daniela Stürz übernimmt die Koordination und kümmert sich um die Vereinbarungen mit den Kundinnen und Kunden.

Ob auf Sicht auch ein ambulanter Pflegedienst in den Taela-Service aufgenommen wird, lässt Daniela Stürz offen. „Es erfordert, dass meine Zeugnisse aus Deutschland hier anerkannt werden. Das scheint etwas kompliziert zu sein“, so die ehemalige Koblenzerin.

Das Taela-Trio beim Durchgucken der Fimenhomepage

Von der Existenz einer deutschen Minderheit in Nordschleswig hatten sie und ihr Mann eher am Rande mitbekommen. Die Tochter besucht den dänischen Kindergarten in Bollersleben. 

Kontakt zur Minderheit naheliegend

Die Tatsache, dass so viele Bürgerinnen und Bürger im hiesigen Raum Deutsch sprechen, nicht nur Angehörige der Minderheit, könnte gerade am Anfang ein Vorteil sein, glaubt die Firmengründerin. „Ich möchte dennoch Dänischkurse belegen, um die Sprache möglichst schnell zu lernen.“

Dass die Minderheit mit dem Sozialdienst einen Verband hat, der sich um Familien und um ältere Menschen kümmert und diese berät, lässt die Taela-Chefin aufhorchen. „Vielleicht ist unser Angebot eine gute Ergänzung, auf die der Sozialdienst verweisen kann. Das könnte ich ja mal erfragen“, so Daniela Stürz.