Nachruf

Knut Erichsen – ein Leben voller Engagement und Leidenschaft

Der Schreibtisch im Unternehmen war eine zweite Heimat für Knut Erichsen.

Erinnerung: Knut Erichsen, ein engagierter Unternehmer und Familienmensch, verstarb kurz vor seinem 85. Geburtstag. Hingabe und Offenheit prägten sowohl sein berufliches als auch sein privates Leben, und seine Familie erinnert sich an seine unermüdliche Tatkraft.

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Zusammenfassung

  • Der Artikel würdigt das Leben des Spediteurs und Unternehmers Knut Erichsen, der kurz vor seinem 85. Geburtstag überraschend verstorben ist.
  • Erichsen prägte über Jahrzehnte die Logistikbranche in Apenrade, führte seine Firma Trans First ApS mit großer Hingabe und arbeitete bis zu seinem letzten Tag.
  • Sein offenes Haus, sein Engagement in deutschen Vereinen, der Schützengilde und der Freimaurerloge sowie seine Liebe zur Familie und zum Skat machten ihn zu einer Persönlichkeit der Gemeinschaft.

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Knut Erichsen war ein Mensch, der gerne mitten unter anderen war. Einer, der das Gespräch suchte, der lachte, der zuhörte – und der bis zuletzt arbeitete. Wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag ist er überraschend verstorben. 

Geboren wurde Knut Erichsen am 24. Februar 1941 auf dem Hof Faargaard in Lügumgaard bei Lügumkloster (Løgumkloster), als zweites von vier Kindern. Dort wuchs er auf – bodenständig, neugierig und mit einem frühen Sinn für Verantwortung.

Von der Lehre zur Berufung

Er besuchte die deutschen Institutionen. Nach dem Militärdienst bei der Luftwaffe, wo er wegen seiner sehr guten Englischkenntnisse im Büro eingesetzt wurde, schlug Knut Erichsen einen Weg ein, der ihn sein gesamtes Leben begleiten sollte: Er absolvierte eine Ausbildung bei der Spedition Lehmann in Pattburg (Padborg), arbeitete später als Speditionskaufmann bei Padborg Transit – und fand in diesem Beruf seine Berufung. Arbeit war für ihn nie nur Pflicht, sondern Lebensinhalt und Leidenschaft.

Seit 1969 selbstständig

 Am 1. November 1969 gründete er in Apenrade (Aabenraa) seine eigene Firma Trans First ApS. Er führte das Unternehmen mit Umsicht, Flexibilität und einem feinen Gespür für Menschen. Krisen meisterte er entschlossen, Veränderungen nahm er an. „Er konnte seinen Kundinnen und Kunden immer noch ein Extra bieten“, erzählen seine Kinder. Obwohl er längst hätte in Rente gehen können, arbeitete er bis zu seinem Tod weiter – auch an seinem letzten Tag noch saß er hinter seinem Schreibtisch.

Inge und Knut Erichsen

Privat wie beruflich ging Knut Erichsen diesen Weg nicht allein. Im Frühjahr 1967 lernte er Inge in Lügumkloster kennen. Inge war mit Knuts jüngerer Schwester Christel befreundet, mit der sie die Handelsschule besucht hatte. Am 29. August 1970 heirateten sie. Gemeinsam teilten sie ihr Leben im wahrsten Sinne des Wortes: Beruf und Familie, Arbeit und Alltag. Inge arbeitete seit der Geburt der jüngsten Tochter Dorthe ebenfalls im Unternehmen mit, war offen für neue Technik – und oft hieß es: „Hast du eben noch Platz am Tisch?“ Denn Geschäftsbesuche wurden nicht selten zum gemeinsamen Essen eingeladen. Das Haus stand offen.

Unterstützung für die Kinder

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Lone (1972), Søren (1974) und Dorthe (1978). Zu seinen Kindern hatte Knut Erichsen ein enges, vertrauensvolles Verhältnis. „Wenn er zu Hause war, dann war er für uns da“, erzählen Lone und Søren. Er hörte zu, unterstützte, versuchte, Wünsche zu erfüllen – und zeigte seinen Stolz offen, auch bei offiziellen Anlässen.

In Mehrheit und Minderheit unterwegs

Geselligkeit prägte sein Leben. Knut Erichsen feierte gern, hielt Reden mit Witz und Humor und war stets neugierig auf andere Menschen – unabhängig davon, wer sie waren oder woher sie kamen. Er fühlte sich sowohl in der Mehrheit als auch in der deutschen Minderheit zu Hause. Die deutschen Vereine lagen ihm am Herzen; über Jahre hinweg engagierte er sich dort als Kassierer, zuletzt noch im Apenrader Bürgerverein und beim Apenrader Ortsverein des Bundes Deutscher Nordschleswiger.

Knut Erichsen am Apenrader Hafen in der traditionellen Festkleidung, die auch beim Königsschießen getragen wird

Besonders verbunden war er zwei Gemeinschaften: 50 Jahre gehörte er der Schützengilde in Apenrade an, ebenso lange der Freimaurerloge Skt. Nicolaus. Die Jubiläen im Sommer 2025 und im Januar 2026 konnte er noch erleben. Wie stolz er war, als er in der Schützengilde für sein langjähriges Engagement beklatscht wurde, berichtet Sohn Søren. 

Aktives Freizeitleben

Auch in seiner Freizeit blieb Knut Erichsen aktiv: als leidenschaftlicher Skatspieler, der vielen Freunden, Logen- und Gildebrüdern das Spiel beibrachte; als Jäger; als Badmintonspieler bei der „Goldenen Feder“, wo er noch wenige Tage vor seinem Tod in der Halle stand und den Ball über das Netz schlug. Mental, sagen seine Kinder, sei er nie gerostet.

Der 85. Geburtstag sollte gefeiert werden. Nun wird die Urne am 28. Februar im engsten Familienkreis beigesetzt – an dem Tag, an dem eigentlich gefeiert werden sollte. Zurück bleibt die Erinnerung an einen offenen, herzlichen, humorvollen Menschen, der das Beste geben wollte – im Beruf, in der Familie, im Miteinander.

Knut Erichsen hinterlässt seine Frau Inge, seine Kinder Lone, Søren und Dorthe, Schwiegerkinder sowie sechs Enkelkinder.