Streitkräfte

In Hadersleben beginnt Wehrpflicht mit weniger Frauen

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Zum Karrieretag 2025 auf dem Luftwaffenstützpunkt in Skrydstrup war das Interesse junger Frauen an einer militärischen Laufbahn noch groß.

In Hadersleben startet im Februar die neue dänische Wehrpflicht mit elf Monaten Dienstzeit. Für die Verteidigungskommune ist das mehr als eine Reform auf dem Papier – auch wenn sich zunächst weniger Frauen melden als im Vorjahr.

Ab Februar setzt das dänische Militär erste Teile der neuen Wehrpflicht um – und Hadersleben steht dabei im Mittelpunkt. In der Haderslebener Kaserne beginnt einer der ersten Jahrgänge mit verlängerter Dienstzeit. Parallel dazu starten neue Jahrgänge bei der Marine in Frederikshavn sowie bei der Luftwaffe in Karup und Skalstrup.
Statt vier Monaten leisten Wehrdienstpflichtige künftig elf Monate. Gleichzeitig gilt die Wehrpflicht erstmals formal für Frauen und Männer gleichermaßen.

Für Hadersleben hat die Reform besonderes Gewicht. Die Kommune gilt als Verteidigungskommune, also als Standort mit besonders starker militärischer Präsenz. Die Streitkräfte sind hier – nach der Kommune selbst – der größte Arbeitgeber.

Freiwilliger Start – ohne genaue Zahlen

Die neuen Jahrgänge melden sich zunächst freiwillig. Wie viele Wehrdienstleistende im Februar starten, teilt das Oberkommando der Streitkräfte nicht mit. Aus Rücksicht auf die militärische Sicherheit nenne man keine Zahlen, erklärte die Behörde gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Ziel sei es, „die Kampfkraft zu stärken“ und erste Erfahrungen mit der neuen Struktur zu sammeln.

Weniger Frauen als im Vorjahr

Anna Laursen, Andrea Lønholdt und Alma Mortensen sind gern bei der Truppe (v.l.n.r.). Das Foto entstand beim Karrieretag der Streitkräfte im Vorjahr in Skrydstrup.

Auffällig ist nach der Wehrdienstreform der Frauenanteil: 2024 lag er bei 23,6 Prozent, in den neuen elfmonatigen Startjahrgängen dagegen bei 15,2 Prozent. Die Streitkräfte erwarten jedoch, dass diese Zahl steigt. Viele junge Frauen, die nach dem 1. Juli 2025 18 Jahre alt wurden, kommen erst im Frühjahr zur Musterung. Überdies setzt das Militär auf die Wirksamkeit seines Tages der offenen Tür, „Forsvarets Dag“.
Im vergangenen Jahr zeigten viele junge Frauen am Karrieretag in Skrydstrup großes Interesse. Beim künftigen Heer-Jahrgang in Hadersleben ist davon bislang wenig zu spüren.

Forschung blickt auch auf Hadersleben

Das Nationale Forschungs- und Analysezentrum für Wohlfahrt (Vive) begleitet die Reform wissenschaftlich. Projektleiterin Stéphanie Vincent Lyk-Jensen betont, elf Monate Wehrdienst seien „für Frauen und Männer eine größere Entscheidung“ als vier. Vive untersucht, wie sich die längere Dienstzeit auf Motivation, Berufswahl und das Arbeitsumfeld der Streitkräfte auswirkt. Dabei steht die Haderslebener Kaserne exemplarisch im Blickpunkt.