Militär

Digitale Hilfe für die Front: Bundeswehr kauft dänisches Sanitätssystem

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Mit der dänischen Software soll eine bessere Behandlung auf dem Schlachtfeld sichergestellt werden.

Die Bundeswehr will die Behandlung Verwundeter digitalisieren – mit einer Software aus Dänemark. Die Lösung soll verhindern, dass lebenswichtige Informationen auf dem Schlachtfeld verloren gehen.

Deutschland will die medizinische Behandlung verwundeter Soldatinnen und Soldaten mit einer neuen digitalen Lösung aus Dänemark verbessern. Die Bundeswehr ist das erste Land, das die Software „SitaWare Battlefield Health“ des dänischen IT-Unternehmens Systematic einführt. Das System soll dafür sorgen, dass lebenswichtige Informationen über Verletzte auf dem Schlachtfeld nicht mehr verloren gehen – und so im Ernstfall Leben retten.

„Ich hoffe vor allem, dass wir den Verwundeten eine bessere Behandlung und damit auch ein besseres Leben nach ihrer Verletzung ermöglichen können“, sagt Systematic-Chef Nikolaj Bramsen.

Die Bundeswehr arbeitet bereits seit Längerem mit dem dänischen Unternehmen zusammen. Schon heute nutzt sie eine Systematic-Lösung, die auf dem Schlachtfeld den Überblick über die Positionen von eigenen und gegnerischen Kräften ermöglicht. Die neue Software ist eine Erweiterung dieses Systems und konzentriert sich auf die medizinische Versorgung.

Digitale Hilfe gegen Informationsverlust

Verwundete Soldaten werden in der Regel in mehreren Etappen behandelt – zunächst direkt an der Front, wo Blutungen gestoppt oder Schmerzen gelindert werden müssen. Anschließend folgt der Abtransport in sichere Gebiete. Dabei gehen jedoch häufig Informationen über die bereits durchgeführte Behandlung verloren.

Bislang werden viele dieser Daten handschriftlich weitergegeben – ein riskantes Verfahren, wie Bramsen erklärt: „Unsere Lösung soll verhindern, dass Patientinnen und Patienten über- oder fehlbehandelt werden. Es gibt leider zahlreiche Fälle, in denen eine Behandlung mehrfach wiederholt wurde, weil keine Dokumentation vorlag – mit tödlichen Folgen.“

Künftig sollen Sanitäterinnen und Sanitäter an der Front ein digitales Gerät nutzen, auf dem sie ihre Maßnahmen direkt erfassen können. Diese Informationen werden anschließend an das nächste medizinische Team übermittelt.

Effizientere Evakuierung und Versorgung

Neben der Dokumentation soll das System auch die logistische Koordination verbessern – also den Transport Verwundeter von der Front zu geeigneten Behandlungseinrichtungen.

Derzeit ist Deutschland der erste und einzige Nutzer der neuen Software. Doch laut Systematic zeigen bereits mehrere andere Länder Interesse an der Lösung.