Zugunglück

Überblick: Landesweit 55 Bahnübergänge ohne Schranken

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Einige der Übergänge bei den Lokalbahnen sind nicht durch eine Warnlampe und ein Glockensignal gesichert.

Neun von 55 unbeschrankten Übergängen gibt es an den staatlichen Eisenbahnstrecken. Diese neun liegen alle in Nordschleswig.

In Dänemark gibt es derzeit 55 Bahnübergänge, an denen Autofahrende die Gleise überqueren können, ohne dass Schranken installiert sind. Das geht aus einer neuen Erhebung des Senders „DR“ hervor.

Wie „Der Nordschleswiger“ berichtete, sind neun davon Teil des staatlichen Schienennetzes, für das Banedanmark zuständig ist. Alle neun liegen in Nordschleswig. Sechs davon queren die Strecke, an der sich in diesem Sommer zwei tödliche Unfälle ereignet haben.

Für die übrigen 46 unbeschrankten Übergänge sind die lokalen Bahnbetreiber Midtjyske Jernbaner, Nordjyske Jernbaner, Vestbanen und Lokaltog zuständig. Besonders alarmierend auf diesen Strecken: An 40 dieser Übergänge fehlen nicht nur Schranken, sondern auch Lichtsignale oder akustische Warnungen, die auf einen nahenden Zug aufmerksam machen.

An den neun Übergängen in Nordschleswig blinkt eine rote Lampe, und es läutet eine Glocke, wenn ein Zug kommt. Bis 2027 wird Banedanmark an diesen Übergängen Schranken installieren.

Übergänge in Jütland und auf Seeland

Viele der 55 unbeschrankten Übergänge liegen an kleinen Feldwegen, Privatstraßen oder Schotterwegen. Die Züge fahren dort laut „DR“ mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

In Nordwestjütland gibt es 21 Übergänge ohne Schranken, in Südwestjütland 8. In Nord-Seeland sind es 10, und in Ost-Seeland gibt es einen.

Vater mit Aufruf nach Tod des Sohnes

Vergangenen Freitag kam eine 60-jährige Altenpflegerin aus Sonderburg ums Leben, als ein Zug bei Behrendorf (Bjerndrup) an einem unbeschrankten Übergang mit einem Gülletransporter kollidierte. Zwei weitere Personen befinden sich noch immer in kritischem Zustand.

Bereits im Juli wurde der 24-jährige Nicklas Hansen nur wenige Kilometer entfernt von einem Zug erfasst, als er mit seinem Transporter die Schienen überquerte. Sein Vater, Werner Hansen, hat im „Nordschleswiger“ appelliert, man müsse alles tun, um weitere Unglücke zu vermeiden.

DSB nimmet den Verkehr auf der Strecke zwischen Tingleff (Tinglev) und Sonderburg (Sønderborg) in der Nacht zum Sonnabend wieder auf. Die Züge sollen dort jedoch mit verminderter Geschwindigkeit fahren.

Die Kommunen Sonderburg und Apenrade (Aabenraa) planen, die unbeschrankten Übergänge mithilfe von Rüttelstreifen und Schildern besser abzusichern.