Verkehrssicherheit

Gefährliche Bahnübergänge: Apenrade und Sonderburg leiten Sofortmaßnahmen ein

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Ein Bahnübergang ohne Schranken bei Behrendorf

Die Kommunen Sonderburg und Apenrade reagieren auf die schweren Unfälle an ungesicherten Bahnübergängen in Nordschleswig. Gleichzeitig fordern Lokalräte aus der Region die dänische Regierung zu schnellem Handeln auf, um weitere Unglücke zu verhindern.

Nachdem am Freitag in Nordschleswig ein Zug entgleist ist, weil er auf einem unbeschrankten Übergang mit einem Transporter kollidierte, haben die Kommunen Sonderburg (Sønderborg) und Apenrade (Aabenraa) am Dienstag beschlossen, ihre Bahnübergänge ohne Schranken durch umgehende Änderungen sicherer zu machen.

Dabei handelt es sich um die Übergänge Tørvemose bei Rackebüll (Ragebøl) und Vestermark bei Törsbüll (Tørsbøl) sowie Klemhestvej in Klipleff (Kliplev), Kådnervej zwischen Behrendorf (Bjerndrup) und Klipleff, sowie Kærvej und Visgårdvej, ebenfalls außerhalb von Behrendorf. Diese Übergänge sind aktuell nur mit Warnglocken und Lichtsignalen bestückt.

Rüttelstreifen und Warnschilder geplant

Die beschlossenen Maßnahmen: So schnell wie möglich sollen Warnschilder und sogenannte Rüttelstreifen an den insgesamt sechs Übergängen die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer erhöhen. Zudem prüften beide Kommunen, inwieweit eine Geschwindigkeitsreduzierung vor Ort umsetzbar ist.

Am 5. Juli gab es einen tödlichen Unfall am Übergang Kådnervej zwischen Klipleff (Kliplev) und Behrendorf (Bjerndrup), bei dem der 24-jährige Fahrer eines Kleinlasters ums Leben kam. Auf derselben Strecke fuhr dann am 15. August ein aus Kopenhagen kommender Intercity mit 95 Personen an Bord in einen Gülletransporter, der die Gleise blockierte. Eine 60-jährige Frau kam dabei ums Leben. Zwei Personen wurden schwer verletzt.

„Weitere Schritte können folgen“

Vorsicht, hier kreuzen Züge: ein Warnschild bei Behrendorf.

Die nächsten Schritte erklärt Erik Lauritzen (Sozialdemokratie), Bürgermeister von Sonderburg: „Die Ereignisse am Freitag haben alle schockiert, und jetzt müssen wir handeln. Sonderburg wird daher Maßnahmen umsetzen, die die Sicherheit an den Bahnübergängen ohne Schranken verbessern, bis dauerhafte Lösungen vorhanden sind.“

Der Bürgermeister der Kommune Apenrade, Jan Riber Jakobsen (Konservative), teilte in einer Pressemitteilung mit: „Wir haben uns außerordentlich entschieden, kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen, die die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf den kommunalen Straßen zu den Bahnübergängen auf der Strecke in der Kommune Apenrade erhöhen sollen. Wir haben noch nicht genügend Informationen über den tragischen Unfall vom vergangenen Freitag, weshalb unsere Lösungen zunächst die bestmöglichen, schnellsten und vorübergehenden Maßnahmen sind. Weitere Schritte können folgen und hängen von weiteren Untersuchungen ab.“

Ob Blinklichter und Tonsignal zum Zeitpunkt des Unglücks ordnungsgemäß funktioniert haben, untersucht derzeit die Unfallkommission.

Mit den Schritten verfolgen beide Kommunen das Ziel, die Sicherheit für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer an Bahnübergängen ohne Schranken schnell zu erhöhen, bis feste Schranken umgesetzt werden können.

Lokalräte fordern schnelle Verbesserungen

Am 15. August kollidierte ein Zug bei Behrendorf mit einem Gülletransporter. Warum genau es an dem unbeschrankten Übergang zum Unfall kam, ist noch nicht geklärt.

Unterdessen haben sich die Lokalräte von Klipleff (Kliplev) und Behrendorf (Bjerndrup) wegen der ungesicherten Bahnübergänge ohne Schranken auf der Strecke zwischen Tingleff (Tinglev) und Sonderburg in einem Schreiben an die dänischen Minister Thomas Danielsen und Morten Dahlin (beide Venstre) gewandt.

Sie betonen, dass Schranken wahrscheinlich entscheidend zur Verhinderung der vergangenen drei Unfälle mit teils tödlichem Ausgang gewesen wären. Zudem beklagen sie wiederkehrende technische Probleme, die eine falsche Sicherheit vermitteln.

Die Verfasser fordern schnelle Verbesserungen statt des Wartens auf geplante Maßnahmen für 2027, darunter bessere Sichtverhältnisse, Temporeduzierungen und verstärkte technische Kontrollen.

Die Bahnübergänge seien für den täglichen Verkehr in der ländlichen Region unverzichtbar, Schließungen lehnen sie ab. Das Schreiben appelliert an die Minister, rasch zu handeln.

Auch Minister will Maßnahmen fürs Langsamfahren

Verkehrsminister Danielsen will in Zusammenarbeit mit den Kommunen schnelle Maßnahmen einführen und Autofahrerinnen und Autofahrer dazu zwingen, an Bahnübergängen die Geschwindigkeit zu verringern. Das teilte er am Mittwoch mit. „Das könnten zum Beispiel Rillen in der Fahrbahn ähnlich wie Viehgitter, Fahrbahnverengungen oder Bodenschwellen sein, die dafür sorgen, dass Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer Bahnübergänge nur mit geringer Geschwindigkeit anfahren“, erklärt er. „Das ist die einzige schnelle Lösung für Verkehrssicherheitsverbesserungen an den staatlichen Bahnübergängen im Moment“, schreibt der Politiker weiter.