Nordschleswig

Alsen-Fünen-Brücke: Streckenverlauf steht fest

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So könnte die Alsen-Fünen-Brücke aussehen, wenn sie 2040 fertig ist.

Eine feste Verbindung zwischen Fünen und Alsen wird von einigen begrüßt, von anderen abgelehnt. Doch das Projekt wird dennoch konkreter. Die Streckenführung ist dabei ein zentraler Faktor. Wie sich die Infrastruktur entwickeln wird, welche Straßen ausgebaut werden und was das für den Verkehrsfluss bedeutet.

Lange gab es keine neuen Nachrichten zum möglichen Bau einer festen Verbindung zwischen Alsen (Als) und Fünen (Fyn). Doch jetzt hat das Komitee in einem Beitrag auf dem Berufsnetzwerk „Linkedin“ mitgeteilt, dass der finale Streckenverlauf nun feststeht. 

„Neues Jahr, neuer Schwung – und Klarheit über die Streckenführung zwischen Fünen und Alsen“, heißt es in dem Beitrag. Für das Straßennetz im Hinterland der beiden Inseln bedeutet dies Veränderungen. 

Laut Komitee sieht die Voruntersuchung vor, dass die Streckenführung weitgehend den bestehenden Straßen folgt, die zu einer 2+1-Landstraße mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu Tempo 90 ausgebaut werden. Doch es müssen stellenweise auch neue Straßen gebaut werden. 

Bestehende Straßen müssen ausgebaut werden

Auf Alsen folgt die Trasse der Route 8 von Fünenshaff (Fynshav) bis zur Brücke über den Alsensund. Hier wird die Straße bis Augustenburg (Augustenborg) zu einer 2+1-Landstraße (wechselseitig dreistreifig) ausgebaut. Dort geht die 8 in eine vierspurige Straße mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 und 90 km/h über. 

Auf Fünen wird die Trasse der Route 43 von der Ausfahrt an der Svendborg-Autobahn bis nach Faaborg folgen. Die meisten Abschnitte sollen hier zu einer 2+1-Landstraße ausgebaut werden. Einige Abschnitte, etwa durch Svanninge Bakker, werden eine 1+1-Straße (einspurig je Fahrtrichtung), auf der die Geschwindigkeit auf 60 km/h reduziert wird. Darüber hinaus werden Umgehungsstraßen bei Horne und anderen wichtigen Punkten gebaut, um den Verkehr in den Städten zu verringern.

Streckenverlauf der Alsen-Fünen-Verbindungen auf Alsen.
Streckenverlauf der Alsen-Fünen-Verbindungen auf Alsen.

Nachhaltigkeit und Drängen auf Radweg

Die Brücke selbst wird zwischen Fünenshaff und Horne Næs errichtet. In der Vorstudie von Sund & Bælt und der Straßenverkehrsbehörde aus 2024 ist eine Kombination aus Schrägseilbrücke und Balkenbrücke am wahrscheinlichsten. Sie soll je einen Fahrstreifen pro Richtung haben, und es soll Tempo 90 gelten. Der Radfahrendenverband (Cyklistforbundet) und der Tourismusverband Dansk Cykelturisme fordern jedoch zusätzlich einen Radweg auf der Brücke. Es könnte die längste Fahrradbrücke der Welt werden.

Die Argumente für die Brücke sind lange bekannt. Das Komitee hat diese im September 2025 in einem Pixi-Buch-Format veröffentlicht. Kürzere Fahrzeiten zwischen Alsen und Fünen für Pendlerinnen und Pendler und eine Stärkung der lokalen Wirtschaft. Außerdem erhofft sich das Komitee einen besseren Verkehrsfluss durch die Verringerung der Überlastung auf bestehenden Strecken. Auch auf Umweltaspekte wird Wert gelegt. So soll die Trasse schonend durch Naturgebiete wie Svanninge Bakker auf Fünen gelegt werden. Geplant ist ein unterirdischer Abschnitt. Insgesamt soll das Projekt möglichst nachhaltig gebaut werden.

Kritikerinnen und Kritiker wollen Bau verhindern

Doch nicht alle sind begeistert von einer Brückenverbindung. Der Verein „Sydfyns fremtid“ hat das primäre Ziel, einen Bau zu verhindern. Die Verantwortlichen fürchten nicht nur einen Verlust von Kulturlandschaften und Kulturerbe, sondern sehen auch mehrere Natura-2000-Schutzgebiete gefährdet, in denen geschützte Pflanzen- und Tierarten leben. 

Zudem sehen sie die Gesundheit der Menschen in Gefahr, die entlang der geplanten Route leben. Denn Lärm und Luftverschmutzung würden bei einem Ausbau der Verkehrsverbindungen im Hinterland zunehmen. 

Kritikerinnen und Kritiker der Verbindung vernetzen sich unter anderem in Facebook-Gruppen wie „Sydfyns fremtid – Als-Fyn bro og motorvej nej tak“ oder im „Diskussionsforum Als-Fyn broen“. 

Parlament muss über weitere Planungen entscheiden

Das Komitee ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. So gehören mittlerweile die Folketingsabgeordneten Trine Bramsen (Soz.), Benny Engelbrecht (Soz.), Jesper Petersen (Soz.), Kim Aas (Soz.), Kenneth Fredslund Petersen (Dänemarkdemokraten) und Carl Andersen (LA) sowie Vertretenden des Vogelschutzfonds (Fugleværnsfonden) und des Sportfischendenverbands (Sportsfiskerforbund) zu den Mitgliedern. Insgesamt hat das Komitee 70 Mitglieder.

Der Ball liegt derzeit beim dänischen Parlament. Es muss entscheiden, ob eine gründlichere Untersuchung in Form einer Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden soll. Es bleibt jedoch abzuwarten, welchen Standpunkt die Regierung einnehmen wird.

Kosten, Finanzierung und Fertigstellung

Die Gesamtkosten für den Bau einer festen Verbindung zwischen Alsen und Fünen in Form einer Schrägseilbrücke in Kombination mit einer Balkenbrücke sowie die Modernisierung der Landanlagen werden auf 22,2 Milliarden Kronen geschätzt. 

Davon könnte etwa die Hälfte durch die Erhebung von Gebühren von den Nutzenden der Verbindung finanziert werden, sodass für die Verbindung ein Zuschuss von 11,4 Milliarden Kronen erforderlich wäre, um bei einer Amortisationszeit von 40 Jahren wirtschaftlich rentabel zu sein. 

Bei einer Gebühr von 102 Kronen für Pkws und 269 Kronen für Lkws würden im ersten Jahr 560 Millionen Kronen eingenommen. Eine staatliche Mitfinanzierung wäre notwendig.

Derzeit besteht zwischen Bøjden und Fünenshaff eine Fährverbindung. Die Überfahrt dauert 50 Minuten. Eine Brückenüberfahrt würde ersten Analysen nach rund 7 Minuten dauern. Die Brücke könnte nach neuesten Einschätzungen 2040 fertig sein. Dann sollen täglich 17.000 Fahrzeuge über sie rollen. Die Fährverbindung nutzen aktuell 350 Fahrzeuge täglich.