Natur und Umwelt

Tonderns Mülldeponie investiert in PFAS-Reinigung

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Das Sickerwasser von der Mülledeponie enthält weniger PFAS als vorher, wenn es im Klärwerk in Tondern eintrifft.

Mit einer neuen Anlage reinigt die Deponie in Westergammelby belastetes Sickerwasser direkt vor Ort. Ein Probelauf zeigte, dass sich der PFAS-Gehalt um bis zu 80 Prozent senken lässt.

Tonderns Deponie hat 1,5 Millionen Kronen in eine Anlage investiert, die PFAS-belastetes Sickerwasser reinigen kann. Mit der Investition baut Tønder Deponi, die Teil der Ent- und Versorgungsgesellschaft Tønder Forsyning ist, auf Erfahrungen aus einem Probelauf weiter. 

Erst im Jahr 2023 sei man sich des PFAS-Problems ernsthaft bewusst geworden und habe mit entsprechenden Messungen begonnen. Im Frühjahr 2024 hatte die Tønder Deponi dann einen Versuch zur Reinigung des Regenwassers, das durch die Deponieabfälle sickert und PFAS enthält, gestartet. 

Die Deponie hat dann gleich im Anschluss die Versuchsanlage gekauft.

Das verunreinigte Regenwasser, fachlich als Sickerwasser (Perkolat) bezeichnet, wird durch eine Membran unter der Mülldeponie in Westergammelby (Vestergammelby) aufgefangen, damit es nicht in den Boden unterhalb der Deponie eindringt und diesen verunreinigt. 

Vor Beginn des Versuchs wurde das Sickerwasser ungereinigt zur Kläranlage in Tondern geleitet. Nach dem Prozess im Klärwerk musste der gesamte Schlamm aus Westergammelby wegen der giftigen PFAS-Inhalte zur Verbrennung gebracht werden.

Sickerwasser wird in Westergammelby gereinigt

„Durch die Reinigung des Sickerwassers ist es uns gelungen, den PFAS-Gehalt im Wasser, das zur Kläranlage geleitet wird, um zwischen 70 und 80 Prozent zu reduzieren. Das bedeutet, dass das Abwasser und der Schlamm, der nach der Reinigung in der Kläranlage verbleiben, sicher in die Natur zurückgeführt werden können“, erklärt Kjeld Rasmussen, Abfallingenieur bei „Tønder Forsyning“, in einer Pressemitteilung.

Mit der Anlage wird das Sickerwasser am Standort der Mülldeponie in zwei großen Schiffscontainern aufgefangen und gereinigt, bevor es nach Tondern geleitet wird.

Durch das Entfernen eines großen Teils der fluorierten Kohlenstoffverbindungen durch chemische Prozesse vermindert sich die Menge des Schlamms, der zur Verbrennung transportiert werden muss, wesentlich.

Jährliche Betriebskosten von einer halben Million Kronen

Die Betriebskosten der Anlage werden auf rund 500.000 Kronen jährlich geschätzt. Die Versorgungsgesellschaft betrachtet es jedoch als eine sinnvolle Investition – sowohl im Hinblick auf die Umwelt als auch auf den Geldbeutel der Kundinnen und Kunden.

„Durch die PFAS-Reinigung liegen wir deutlich unter den zulässigen Grenzwerten und können das Sickerwasser daher mit gutem Gewissen zur Kläranlage leiten, die dann keine großen Mengen Schlamm mehr zur Verbrennung fahren muss. Das schont sowohl die Finanzen als auch die Umwelt“, so Kjeld Rasmussen weiter.